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Babys Zähne putzen: Infos und Tipps von einer Zahnärztin

Wann sollte man mit der Zahnpflege beim Baby beginnen? Ist Zahnpasta notwendig? Kinderzahnärztin Dr. Sabine Wenger verrät, worauf Eltern achten müssen.

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Baby Zähnchen putzen

Endlich, das erste Zähnchen ist da!

© istockphoto.com

„Brechen die ersten Zähnchen beim Kind durch, sollte man mit dem Putzen beginnen", erklärt Dr. Sabine Wenger. "Außerdem ist zu diesem Zeitpunkt schon ein Zahnarztbesuch sinnvoll und ratsam." Im Interview mit WOMAN beantwortet die Kinderzahnärztin (www.kinderzahnpraxis.at) wichtige Fragen zur Zahnpflege und verrät Eltern wertvolle Tipps!

Kinderzahnärztin Dr. Sabine Wenger und Christa Kofler
Kinderzahnärztin Dr. Sabine Wenger

Wann kommt der erste Zahn?
Dr. Sabine Wenger: Der Zeitpunkt des Zahndurchbruchs kann sehr unterschiedlich sein. Einige Babys haben bereits mit drei Monaten die ersten Zähnchen, andere lächeln noch nach dem ersten Geburtstag ohne Zähnchen in die Runde. Für gewöhnlich erfolgt der erste Durchbruch aber zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat.

Welche Zähne kommen zuerst?
Dr. Sabine Wenger: Meisten die unteren zentralen Schneidezähne

Welche Anzeichen gibt es, wenn das Baby zahnt?
Dr. Sabine Wenger: Sobald Babys alles in den Mund nehmen und darauf herumkauen, ist das ein Zeichen fürs Zahnen. Sie stecken ihre eigenen Fäustchen in den Mund, der Speichelfluss ist stärker als gewöhnlich, die Wangen können gerötet und heiß sein, oft ist das Zahnfleisch gerötet, geschwollen und empfindlich. Begleitsymptome können auch Fieber und ein weicher Stuhl sein. Die Babys schlafen oft unruhig und sind weinerlich.

Gibt es Möglichkeiten, um den Zahnungsprozess angenehmer zu gestalten?
Dr. Sabine Wenger: Leicht gekühlte, spezielle Beißringe sind sehr hilfreich, um den Zahnungsprozess zu erleichtern. Sie wirken schmerzlindernd und beschleunigen den Durchbruch. Auch sanfte Zahnfleischmassagen mit Fingergummihütchen tun den Kleinen gut. Ergänzend kann man schmerzlindernde Zahngels und -salben auf das Zahnfleisch auftragen. Homöopathische Mittel wie Calcium carbonicum, Chamomilla oder Belladonna können zur Beruhigung und Schmerzlinderung eingesetzt werden. Gegebenenfalls fiebersenkende und schmerzstillende Zäpfchen (Viburcol) verabreichen. Zuvor aber bitte mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin abklären.

Was ist zu tun, wenn das erste Zähnchen kommt?
Dr. Sabine Wenger: Die Pflege der Milchzähne ist besonders wichtig, da sie so lange wie möglich erhalten werden sollten. Die Milchzähne sind Platzhalter für die nachkommenden bleibenden Zähne und haben enormen Einfluss auf die Kiefer- und Sprachentwicklung. Deshalb ist es notwendig beim Durchbruch des ersten Milchzahns mit der Zahnpflege zu beginnen.

Baby Zähnchen putzen

Wie oft sollte man die Zähne des Kindes putzen?
Dr. Sabine Wenger: Ab dem 1. Lebensjahr sollte man 2x pro Tag mit einer Kinderzahnbürste mit weichen Borsten und mit Zahnpasta putzen.

Sollte die Zahnpasta fluoridhaltig sein?
Dr. Sabine Wenger: Sobald die Kinder vollständig ausspucken können, das ist meist nach dem 1. Lebensjahr, sollte man eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm Fluorid verwenden. Fluoride schützen die Zähne vor Säureangriffen.

Wie putzt man einem Baby die Zähnchen?
Dr. Sabine Wenger: Beim ersten Zähnchen reicht zunächst ein Wattestäbchen oder Fingergummihütchen mit Noppen. Zeigen sich mehr Zähnchen, empfehle ich ein Umsteigen auf eine kindergerechte Zahnbürste mit weichen Borsten. Elektrische Zahnbürsten sollten erst ab dem 3. Lebensjahr verwendet werden.

Sollte man schon beim ersten Zähnchen zum Zahnarzt gehen?
Dr. Sabine Wenger: Empfohlen wird der erste Zahnarztbesuch innerhalb des ersten Lebensjahres. So kann man sich gut über die richtige Prophylaxe informieren und das Kind frühzeitig an den Zahnarzt gewöhnen.

Kann durch die Muttermilch oder das Fläschchen in der Nacht Karies entstehen?
Dr. Sabine Wenger: Wichtig ist es, die sogenannte Flaschenkaries - ausgelöst durch das Dauernuckeln an der Flasche oder überlanges Stillen - zu vermeiden. Diese Form der Karies beginnt in der Regel an den oberen Schneidezähnen, meistens durch vermehrte Zufuhr von zuckerhaltigen Säften vor allem in der Nacht. Dauernuckeln führt zur massiven, frühzeitigen Zerstörung der Milchzähne.

Gibt es einen Trick, dass mein Kind Spaß am Zähneputzen findet und den Mund aufmacht?
Dr. Sabine Wenger: 1. Am besten geht es immer spielerisch. Das Zähneputzen sollte zu einem lustigen Ritual mit spannenden Geschichten oder Liedern werden. Sehr hilfreich sind auch elektrische Zahnbürsten mit Melodien, diese allerdings erst ab dem 3. Lebensjahr.

2. Je älter die Kinder werden, desto mehr gewinnt die Vorbildfunktion der Eltern an Bedeutung. Sehen die Kinder, dass auch die Eltern regelmäßig ihre Zähne putzen, wollen die Kleinen das auch.

3. Wie oft hört man den Satz: "Mein Kind will sich nicht die Zähne putzen lassen", als Begründung, während die gleiche Mutter sicherlich nicht auf die Idee kommt, ihr Kind im Auto nicht im Kindersitz anzuschnallen, nur weil es nicht will. Also unbedingt schon die ersten Zähnchen putzen, man erspart sich und dem Kind sehr viele Unannehmlichkeiten.

Kinderzahnärztin Dr. Sabine Wenger und Christa Kofler
In der Kinderpraxis in Wien nimmt man sich für die Kinder Zeit, um ihnen spielerisch Zahnpflege beizubringen.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite: www.kinderzahnpraxis.at

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Themen: Kinder, Zähne

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