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Babyleichte Hautpflege

Rötungen, ein wunder Popo oder Schuppen sind auf der zarten Babyhaut keine Seltenheit. Eine Dermatologin spricht über die häufigsten Wehwehchen und wie wir die lieben Kleinen bestens versorgen.

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Babyleichte Hautpflege
© istockphoto.com

Sie ist unglaublich zart, aber auch so sensibel: Die Haut von Babys ist, obwohl voll entwickelt, fünf Mal dünner als die von Erwachsenen. Da kommen Rötungen, trockene & wunde Stellen leicht vor. Welche wir selber richtig versorgen und wann es doch ein Fall für den Arzt ist, erklärt uns die Dermatologin Dr. Verena Beck (verenabeck.at). Außerdem gibt sie Tipps zur täglichen Pflege der Schnuckis.

Die harmloseste Erscheinung:

Kleine Pickelchen. "Vor Neugeborenenakne braucht man keine Angst haben. Diese tritt zwei bis drei Wochen nach der Geburt auf und ist harmlos. Sie tut dem Baby nicht weh und verschwindet von selbst. Tipp: Mit Thermalwasserspray und einem Wattepad sanft reinigen, keinesfalls ausdrücken", erklärt uns Dr. Beck.

Was wenn die Kopfhaut sich schuppt und offenbar juckt:

Zwei verschiedene Gründe. "Bei schuppigen Krusten an Babys Kopf gibt es zwei Möglichkeiten: Es handelt sich entweder um den Milchschorf oder den Kopfgneis. Sie werden leider oft verwechselt. Der Kopfgneis ist das harmlose Erscheinungsbild. Er entsteht schon ein paar Wochen nach der Geburt und ist ein seborrhoisches Ekzem der Kopfhaut. Der Grund: Die Talgdrüsen produzieren mehr Talg, wodurch sich gelbe Schüppchen auf der Kopfhaut bilden. Bleiben sie länger am Kopf, werden sie bräunlich, weshalb sie oft mit dem Milchschorf verwechselt werden. Den harmlosen Kopfgneis muss man nicht behandeln, nur die Schüppchen mit Öl einweichen und vorsichtig mit einem Kämmchen runternehmen oder runterwaschen. Der ernstzunehmende Milchschorf aber entsteht später, zwischen dem vierten und dem sechsten Lebensmonat, und ist eine Hautkrankheit. Auch hier zeigen sich festhaftende Schüppchen, aber wenn man genau hinsieht, ist die Kopfhaut darunter gerötet & gereizt. Die Kinder kratzen sich, es juckt und ist unangenehm. Der Schorf kann eine Frühform einer Neurodermitis sein. Deshalb bitte den Arzt aufsuchen, der eventuell ein Präparat verschreibt", so die Expertin.

Warum ist der Popo rot & wund?

Anwendungsfehler. "Aus einem ganz einfachen und häufigen Grund: Weil Feuchtigkeit am Po die 'Windeldermatitis' begünstigt. Oft kommt sie vor, weil Windeln nicht gleich gewechselt oder der Hintern feucht abgewischt wird, aber nicht trocknen kann. Tipp: Selbst wenn der Babystuhl anfangs noch nicht aggressiv ist, so oft es geht die Windeln wechseln. Denn wenn Feuchtigkeit länger auf der Haut bleibt, kommen Bakterien, Pilze und Keime dazu. Um dies zu verhindern, öfter neu wickeln und das Baby an der Luft strampeln lassen. Verheilt die rote Zone nicht, muss eventuell eine Pilzsalbe benützt werden. Klären Sie zuvor beim Arzt ab, ob es sich um einen Pilz, eine bakterielle Entzündung oder ein Ekzem handelt. Die beste Popo-Pflege: Immer mit Wasser abwaschen, danach gut abtrocknen (lassen). Feuchttücher so wenig wie möglich einsetzen, lieber mit Wasser und Vliestüchern putzen. Das Anblasen mit Fön ist übrigens auch kontraproduktiv. Die Fönwärme trocknet die Haut aus. Besser: sich Zeit nehmen, den Po gut abtrocknen."

Wie pflege ich das Baby genau?

Weniger ist mehr. "Ein neuer Ansatz ist, das Kind jeden Tag zu baden. Aber nur ein zehnminütiges Sitzbad, bei 37 Grad Temperatur, ganz ohne Waschprodukt (Syndet). Das reicht, um Keime wegzuspülen, denn Babys sind ja nicht schmutzig. Wenn doch mal ein reinigendes Produkt verwendet wird, rückfettendes Präparat wählen. Es sollte ohne Duftstoffe und ohne aggressive Tenside sein (waschaktive Substanzen), so bleibt die Hautbarriere intakt. Tagsüber die Falten zwischen dem Babyspeck gut ansehen. Kleben Sie aneinander? Ist alles sauber? Wenn nicht, mit einer rein formulierten (wenige Inhaltsstoffe), parfum- und alkoholfreien Creme durchwischen. Für gesunde Haut ist weniger mehr", sagt Dr. Beck.

Themen: Kinder, Pflege

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