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Das mag Kinderhaut

Darf man Babys täglich baden? Und womit cremt man sie am besten ein? Die richtige Pflege hilft, dass die Kleinen sich rundum wohlfühlen. Eine Ärztin weiß, wie es richtig geht.

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Das mag Kinderhaut
© istockphoto.com

Am liebsten möchte man eigentlich den ganzen Tag mit Babys kuscheln und schmusen – weil sie so einmalig zart und weich sind. Doch wusstest du, dass die Haut von Neugeborenen drei Mal dünner ist als die von Erwachsenen? Und dass die mechanische Belastbarkeit viel geringer ist, sie sich deshalb leichter aufschürfen? Darum ist die richtige Pflege so wichtig. Wie die geht, auf was man vor allem im Winter achten muss und wie man sensible und Problemhaut erkennt, hat uns Kinderdermatologin Dr. Alice Pinc (kinderarztpraxis-schumanngasse.at) erklärt.

Ab in die Wanne

Wohlfühlort. Die meisten Babys lieben es, gebadet oder geduscht zu werden. Da die Haut aber noch so empfindlich ist, trocknet sie leicht aus. Deshalb hat man zuletzt davor gewarnt, die Wonneproppen täglich in die Wanne zu stecken. Hier gibt Pinc Entwarnung: "Wenn das Kind es mag, spricht nichts gegen ein tägliches Bad. Wichtig ist nur, dass man keine Seife verwendet. Lauwarmes Wasser mit maximal 35° reicht, etwas Badeöl ist auch okay. Eventuelle Keime werden so von der Haut gespült. Maximale Badezeit sind 15 Minuten, sonst trocknet die Haut tatsächlich aus." Haare waschen ist übrigens nicht nötig, solange nur ein paar Härchen sprießen, so Pinc: "Ist der Kopf schmutzig, kann man das einfach mit Wasser abspülen." Auch wichtig: gründlich abtrocknen, besonders in den Hautfalten. Dort sprießen Keime am liebsten.

So schmierst du richtig

Rückfetten. Jetzt heißt es, mit den richtigen Pflegeprodukten eincremen. Spezielle Kinderlotions und -öle sind rückfettend und geben Feuchtigkeit. Hals, Halsfalte und Windelbereich brauchen besondere Aufmerksamkeit. Dort ist die Haut dünner und empfindlicher, aber sehr belastet. Ob man da zu Produkten mit Glycerin greift oder lieber zu Naturkosmetik, ist laut Pinc eine Geschmacksfrage: "Glycerin hält die Feuchtigkeit besonders gut in der Haut, ist aber ein Mineralölprodukt. Das wollen viele Eltern nicht schmieren, obwohl es prinzipiell unbedenklich und gut verträglich ist, auch für Kinder mit Problemhaut. Die Naturkosmetik ersetzt das mit sehr reichhaltigen Ölen wie Aprikosenkern oder Avocado." Natürliche Inhaltsstoffe sind für Babyhaut übrigens unbedenklich. Manchmal heißt es nämlich, sie hätten ein erhöhtes Allergierisiko. Einzige Ausnahme: "Kinder mit Problemhaut. Die können tatsächlich allergisch reagieren."

Das hilft, wenn es juckt

Risse und Rötungen. Doch wie erkennt man Problemhaut? Pinc erklärt die Anzeichen: "Wenn die Kleinen immer rote Bäckchen haben, auf den Wangen und im Halsbereich oft rissig, trocken oder schuppig sind. Da braucht es dann besondere Hautschutzcremen, die extra nähren." Im Winter oder bei kaltem Wind sollte man ohnehin alle Kids damit schützen. Denn Talgdrüsen und Fettproduktion sind noch nicht voll ausgereift. "Kleinkinder könnten sich beim Spielen zum Beispiel Schnee ins Gesicht schmieren. Das reizt die Haut ziemlich", weiß die Dermatologin. Und bis zu 15 Prozent der Kleinen leiden an Neurodermitis. Bei dieser Entzündung beginnt die Haut zu schuppen, bildet juckende Krusten. Hier gibt es aber beruhigende Spezialpflege. Gott sei Dank verschwinden die Symptome bei drei Viertel aller Betroffenen bis zum Jugendalter auch wieder.

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