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"Bachelor", Folge 3: "El chico es mio!"

Es gab Durchguck-Dingelchens aus Klebestreifen, eine Dusch-Szene, "Alle meine Entchen" und aufgerollte Zehennägel. Kinder, wir haben für euch wieder Bachelor gesehen.

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"Bachelor", Folge 3: "El chico es mio!"
© RTL

"Ist mir scheißegal, de Ladys." (Kattia, Bachelor 2017).

Die dritte Spielzeit von "Tinder - Das Musical", oder auch: "Der Bachelor", ist eingeläutet. Und schon ist sie gefunden, die Anwärterin auf den großen Trash-Grand-Slam, die Frau, die sich demnächst die katzengoldenen Teilnahme-Trophäen von "Promi Shopping Queen", "Das perfekte Promi-Dinner" und dem "Dschungel" in den Sperrholzschrank stellen darf.

Kattia. Ein lateinamerikanisches Duracell-Bunny. Ein Doppel-B(eta)-Weibchen, dessen Brüste zuerst den Raum betreten (ehe der Po ihn endgültig ausfüllt). Eine Frau mit Rasse, mit Klasse und 2% Körperfettanteil. Die verstanden hat, um was es beim Kopulations-Casting 2017 wirklich geht – während die restlichen Bacheloreusen bislang von leichtem Minderleister-Muff umflort auf der Couch-Landschaft der "Ladys Villa" herumgammeln. Kein Wunder, dass sie der Aufmerksamkeitssaugerin am liebsten Zucker in den Kaffee rühren würden, auf dass sie an einer Kalorienvergiftung jämmerlich verende.

Man nehme etwa das Gruppen-Date. Da lässt der "Bachelor" die Liebe und das Meer rauschen. Speedboat, Parasailing, Schlagmichtoting – eben alles, was der Jochen Schweizer-Gutschein, dieses Verlegenheitsgeschenk mit Crazy-Faktor, für einen Nachmittag so hergibt. "Oh, oh, wie schön!" "Oh, geil!", "Geile Aussicht." "Mega!"

Gähn.

Gebe es nicht diese Lichtgestalt. Kattia.

Die sorgt in einem aus Klebestreifen knäpplich zusammengetackerten Durchguck-Dingelchen für verstärkten Ausschlag des Krawallometers. Po-Prominenz – für die Eskalationsfreunde unter uns ist das natürlich schritttief in die richtige Richtung. Und für den "Bachelor"? Ganz klar das Ticket zum Einzel-Date. "Ich habe mich für Kattia entschieden, weil sie am offensten war." Sub-Text: Am offenherzigsten.

Was jetzt folgt ist ein kommunikatives Highlight.

Kattia: "Du bist eine kleine Charmeur!"

Bachelor: "Woran machst du das fest?"

Kattia: "He! Muss ich dir jetzt Komplimente machen? Warum muss ich das jetzt machen, eh?"

Bachelor: "Äh. Du siehst toll aus."

Kattia: "Hast du mich angeschaut, ja? Wie war meine Bikini?"

Bachelor: "An den Seiten hattest du so Bänder."

Kattia: "Und hinten?"

Bachelor, reichlich verwirrt: "Äh. Geschlossen?"

Kattia: "Ahhhhhhh, war sehr gut geschlossen, so gut geschlossen wie der Bikini von meine Oma!!"

Bachelor: "War er nicht geschlossen?"

Kattia: "War er nicht geschlossen."

Hier der Fakten-Check mit Fotobeweis. War er geschlossen. Zumindest ein bisschen.

Am Ende ist der "Bachelor" trotzdem überzeugt, dass das jetzt "ein tolles Gespräch mit einer tollen Frau war".

Ein Feuerwerk des Small Talks: "Und was treibst du so?"

Als nächstes will sich der "Bachelor" Clea-Lacy (sprich: "laasziiee", so wie lasziv – nur eben gänzlich ohne lasziv) zur Brust nehmen. Das wird aber von einer gewissen Viola vereitelt, die hat nämlich letztes Mal eineweißeRoseunddamitdieWild Card – ach, so wichtig ist es nicht, Hauptsache, "the Regels must bleiben the Regels" , wir zitieren hier nicht Kattia, sondern den "Dschungelcamp"-König Marc Terenzi. Jedenfalls ergattert diese Viola, Schärpenträgerin der Stadt München, ein Einzel-Date, bei dem nur so die Funken sprühen. Erst wird Eis verteilt, dann herrscht Eiszeit. Kleine Kostprobe gefällig?

Viola: "Was treibst du denn sonst so?"

Bachelor: "Ich mag Städtetrips. So neue Dinge anschauen. Und du so, in München?"

Viola: "Ich chille gerne daheim."

Ein Feuerwerk des Small Talks. Der Abend gestaltet sich wie der platine Hochzeitstag unserer Großeltern: zu sagen haben die Beiden einander nicht viel. Offensichtlich funktioniert es trotzdem. Wenig später rollen sie sich auf eine Decke und kraulen einander ganz subtil die Oberarmbehaarung. Uns stellen sich die Nackenhärchen auf, aus Gründen – und wir wiederholen ungern, aber doch: Es fehlt der Amarula .

Willkommen beim "Bunten Abend" im Seniorenheim

Ihr denkt, das war bereits ein Date aus der Hölle? Oh, ihr Ahnungslosen. Ein Date aus der Hölle, das ist nur ein Euphemismus für das, was sich die RTL-Redaktion für das nächste Gruppendate ausgedacht hat.

"In einem Theater," so wiederholt der "Bachelor" brav das Produktionsleiter-Briefing, "sollen sich die Ladys von einer neuen, wahren Seite zeigen." Neben den Nackenhärchen rollen sich jetzt auch unsere Zehennägel auf, denn im Vergleich zu dem, was nun folgt, wirkt ein "Bunter Abend" im Seniorenheim Zwettl wie ein Jelinek-Zyklus an der Burg.

  • Alesa trägt ein Lied vor, das "mich und Sebastian zusammenschweißt" ("Alle meine Entchen", wir lügen nicht!).
  • Caroline stellt akribisch-pantomimisch ihren Alltag nach ("Ich stehe auf, ich schminke mich, ich führe meinen Hund Gassi") .
  • Tina bietet ein verstörendes Psychogramm, indem sie auf der Bühne mit dem "Engelchen" und "Teufelchen" in sich konferiert.
  • "And the Fremdschäm-Award goes to" ... Julia, der Musicalsängerin, die sich pornös über die Bühne räkelt und dabei allen Ernstes "Nichts macht mich so an, wie ein Mann, der Logos entwerfen kann!" tremolot. "Mir wäre lieber gewesen, sie hätte sich einfach auf die Bühne gestellt und ihren Tag beschrieben," sagt der "Bachelor" danach.

Und schon wieder finden wir: Der Mann ist nicht der Allerschlechteste nicht. Finden wir übrigens noch ein zweites Mal. Vor der Nacht der Rosen. Da bebildert das RTL das innere Ringen des "Bachelors", welche der Rosen-Barbies die Richtige sei, mit einer Dusch-Szene, die selbst bei ausgebufftesten Trash-Schreiberinnen gewaltig den Zierpuschel am Lieblingskuli zittern ließ. Wir sagen es mit den Worten von Kattia: "El chico es mio!"

Raus flogen bei der großen Fleurop-Gala dann übrigens Nacktfrosch Fabienne, Caroline und Anna. Aber das stört ja nicht mal einen kleinen Geist.

Thema: Der Bachelor