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Bachelor, Folge 5: "Mein Herz schlägt!" - (nicht)

VOLLZUG! WIR MELDEN VOLLZUG! "Bachelor" Basti hat seine Zunge versenkt. Von Leidenschaft kann trotzdem keine Rede sein. Wir waren gefühlsunecht dabei.


Bachelor, Folge 5: "Mein Herz schlägt!" - (nicht)
© RTL/Tom Clarke

Viola: "Mein Herz!"

Der "Bachelor": "Schlägt das?"

Pfuh. Wenn diese Marginalien-Polonaise so weiter geht, dann müssen wir am Ende dieser Staffel in ein Sauerstoffzelt. Aber dann, in Minute 38 von Folge 6 des 120minütigen Happyschmappy-Zusammenschnitts "Der Bachelor"...

Wir machen es kurz: Basti hat endlich gefummelt (imaginärer Tusch).

Aber selbst dafür muss man eine piemontkirschige Belohnungs-Bonbonniere an den RTL-Produktionsleiter schicken, denn: So schwer wurde ihm sein Schmökeljob wirklich noch nie gemacht.

Dabei hat Basti eigentlich alles, was ein "Bachelor" mitbringen muss. Frisur, Six-Pack, eine Zahnbleaching-Platinkarte. Nur als Gott das Testosteron verteilen wollte, da hatte der Basti offenbar gerade einen wichtigen Friseurtermin. Weil: So wenig Lust, einer der Rosen-Barbies eine anständige Mandelmassage zu verpassen, zeigte in den vergangenen sieben Staffeln noch kein "Bachelor".

Da muss das RTL diesmal schon ganz tief in die Trickkiste greifen, um uns endlich die paar Momente schäbigster Gafflust zu bescheren, für die wir uns seit unglaublichen 5 (FÜNF!) Wochen jeden Mittwoch vor die Glotze hängen.

Für eine "Pärchen-Shooting" genannte, völlig unperfide Realitäts-Dekonstruktionsperformance stecken sie den Basti in ein knappes Männerunterhemd, ölen ihn tüchtig ein und beamen ihn mit Inci, Viola, Janika und Erika in eine scheinwerferbestrahlte 50er Jahre-Kulisse, also in eine Zeit, in der Frauen wenigstens noch das taten, was man von ihnen erwartet: Hemden bügeln. Kuchen backen. Kinder kriegen. Wenn hier nix läuft, wo dann? Eben.

Basti und Inci spielen Leidenschaft

"Ich kotze im Strahl!"

"Welche der Ladys nutzt den Moment, um Sebastian endlich richtig nahe zu kommen?" salbadert die ölige Kommentatorenstimme mit stumpfsamtigem Heuchelschmelz."Ihr bestimmt, wie weit es geht," wirft Männermodel Basti ein und den Kandidatinnen damit schnell die Verantwortung zu.

Zwar hängen sich Erika und Inci brav an die Bacheloren-Brust, das Sendungs-Prinzip verinnerlicht hat aber wieder einmal nur Viola (das ist die dauerbiertrinkende "Miss München", die sich vor dem Date"immer noch das Näschen pudern und den Arsch anmalen muss" – wir zitieren hier mal eine der sprachlich begabteren Teilnehmerinnen der Show). Die drückt dem Basti flugs ihre Lippen auf den Mund, was er darauf im Nebenzimmer dem Kameramann so erklärt: "Violas und mein Herz haben ziemlich schnell geschlagen. Also: Im selben Takt."

Viola hat einen "intimen Moment" mit Basti. Die anderen dürfen zusehen.

Für die anderen Kandidatinnen gerät daraufhin so einiges aus dem Takt:

Janika: "Ich kotze gleich im Strahl."

Inci: "Der Kuss mit Viola hat mich voll angefuckt."

Jetzt wird es kurz richtig lustig, zumindest für die Zuseher aus dem Konrad-Lorenz-Institut für vergleichende Verhaltensforschung. Denn nun stiftet eine Kandidatin (Inci) ihre Konkurrentin (Janika) an, den "Bachelor" zu küssen ("Knutsch ihn! Los! Geh mit ihm auf Tuchfühlung!") , nur damit sich Favoritin Viola ordentlich giftet. So sind wir Frauen (sind wir so?). Im Paarungskampf darf das Männchen sogar ausnahmsweise mit anderen Rudel-Weibchen den Gen-Tausch vollziehen. Hauptsache, es demontiert damit das von allen gehasste Alpha-Frauchen.

"Spontanität ist mir wichtig!" – "Wollen wir kuscheln?"

Nach den einigermaßen leidenschaftslosen Show-Küssen taut der Basti immerhin langsam auf Zimmertemperatur: "Ich habe das Gefühl, dass ich mit den Mädels heute ein ganzes Stück weitergekommen bin." Was bleibt ihm auch anderes übrig. Der Sender hat gedroht, ihn bei den Frauen in der Villa auf unbestimmte Zeit zurück zu lassen, wenn er sich bis zum Ende der Show partout nicht verlieben will. Also tut er sein Möglichstes.

Cea-Lacy muss sich fast übergeben – aber BEVOR sie den "Bachelor" küsst (ehrlich).

Da gibt es zum Beispiel die Frau, die aussieht, vor allem aber spricht und denkt, als hätte sich eine Blaupause von "Charlotte" aus "Sex And The City" von Rastatt nach Miami verirrt. War die in den restlichen Folgen auch schon dabei? Ist aber eigentlich egal, denn obwohl der Basti und die Clea-Lacy kaum ein Wort gewechselt haben, verbringen sie die Nacht zusammen in einer Hotelsuite.

"Bachelor": "Wie muss der Mann für dich sein?"

Clea-Lacy: "Spontanität ist mir wichtig."

"Bachelor": "Wollen wir kuscheln?"

Clea-Lacy: "Na, das ist aber spontan."

Das war's. Da hätte ich mir auch sofort die Kleider vom Leib gerissen. Am Ende wird wirklich geknutscht (noch ein Schnäpschen für den Produktionsleiter, oder zehn!). Ungefähr so leidenschaftlich wie Donald und Melania Trump, nur hat der "Bachelor" tatsächlich große Hände und immerhin eine GoPro unters Kinn geschnallt: Wir speicheltauschen gefühlsunecht mit, ob wir wollen oder nicht. Clea-Lacy beschreibt das am nächsten Morgen gerührt in Rosenblüten-Teelichtherzen-Wandtattoo-Rhetorik: "Es war so, wie man sich das vorstellt – und darüber hinaus. Er hat ein Gefühl in mir berührt, das ich schon lange nicht mehr gespürt habe." Sie tut einem leid, weil sie das vermutlich wirklich glaubt. Basti formuliert das nüchterner: "Wir haben viel gesprochen." Na, geht so.

Schon nähert sich die "Nacht der Rosen", man wühlt im Vorratsschrank wieder nach zählflüssigen Lebensmitteln und kleinen Gerätschaften, mit denen man sich wirkungsvoll die Ohren verstopfen könnte, um dem Off-Kommentar zu entgehen. Der Schauder prasselt schließlich ohne Gnade: "Schmetterlinge im Bauch", "Die Frau fürs Leben", "Folgenschwere Entscheidung", "tolle Frauen" – und all das, ohne zu lachen. Zum Glück macht es der Basti diesmal flott: Cara, Julia, Janika und Sabrina bedanken sich artig fürs Abserviertwerden. Bleiben dürfen Clea-Lacy, Inci, Erika, Kattia und Viola.

Was geschah sonst so?

WEISHEIT DER STAFFEL: Verdanken wir Inci: "Die dümmsten Bauern kriegen die größten Kartoffeln." Was genau sie damit meint, ist nicht ganz klar – aber macht sich bestimmt gut als Sinnspruch auf unserer Facebook-Pinnwand.

Bachelor-Verwandte sieben den Deko-Trupp aus

DAS DATE DES GRAUENS: Verdankt Basti seinem Onkel und seiner Schwester, die das RTL zur Begutachtung der Deko-Truppe einfliegen ließ. Nach Investigativ-Befragung ("Ihr strahlt alle so, habt ihr schon Schmetterlinge im Bauch?" und – kein Schmäh – "Was waren eure Beweggründe, hier mitzumachen?" ) schicken die Alleinerzieherin Sabrina zum Einzel-Date in den Jacuzzi. Trotz Prickelwein prickelt da gar nix: “Warm ist es hier drin, ne”. “Und wie fandest du es im Whirlpool?” “Schön. Schön warm.” Sabrina sagt dann noch, dass sie es schätzt, wenn ein Mann zuhört, zuckt aber hilflos mit den Schultern, als Basti mehr über sie erfahren will. Die Geschichte einer Überforderung, auf so vielen Ebenen. "Ich könnte jetzt hier einschlafen, aber das geht ja nicht. Ich würde sagen, dass wir dann austrinken und nach Hause gehen," bereitet der "Bachelor" der Qual ein Ende.

MOMENT DER EHRLICHKEIT: Musical-Darstellerin Julia ortet "Klärungsbedarf". Alle anderen hatten ihre Dates, nur sie war erst einmal geladen. Der "Bachelor" reagiert wie jeder Mann, der von einer Frau an die Wand gestellt wird: Mit erfrischend patscherter Ehrlichkeit. "Naja. Die Zeit ist begrenzt. Und ich muss die mitnehmen, bei denen ich weiß, mit der wird es mega-lustig."

WAS EINMAL GESAGT WERDEN MUSS: Haben wir erwähnt, dass Kandidatin Kattia Vides (ihr wisst schon, das ist die mit dem Busen und dem Po und dem verstorbenen Ex-Mann) die schönste, beste und intelligenteste Frau ist, die jemals im deutschen Fernsehen gesehen wurde? Eine Frau mit Stil, mit Klasse, mit Niveau und von Grazie? Und nein: Der Screenshot da unten hat mit unserem Urteil rein gar nichts zu tun. Ehrlich.

Thema: Der Bachelor