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Bachelorette, Folge 3: "Hunde, die beißen, bellen nicht!"

Was für eine "Bachelorette"-Folge! Sex, Intrigen, IQ-Verlust. Wir sind außer Rand und Band und kurz vor "Schlüpferstürmer"-Kompletteskalation.


Bachelorette, Folge 3: "Hunde, die beißen, bellen nicht!"
© RTL

Jubeltrubel, welch eine Zeit, um am Leben zu sein! Wir klappen den Kiefer zusammen, entkorken mit letzter Kraft unseren letztes Jahr für besondere Momente eingemotteten "Amarula", und sinken erleichtert ins Sitzmöbel zurück. War das nicht eine Knallerfolge?! Hä? Hä? Hä?! Ein Mini-Dramolett, erdacht im Schund-TV-Himmel!

Aber beginnen wir am Anfang dieser Folge. Da steht die "Bachelorette" am Pool, die Sonne geht unter, im Hintergrund richardclaydermant es, sie steht noch ein Weilchen und sinniert dann: "Jeder Mann hier hat etwas Besonderes."

Wir fragen uns unweigerlich: Redet die von den gleichen Dumpfgockeln, die wir seit zwei Folgen jeden Mittwochabend in ihren laminierten Hochzeitsschwindler-Hosen beim Versuch der Minimal-Grammatik belauschen müssen?

Den sieben Typen, die da soeben in ganz besonders lächerlichen Folklore-Kostümen aus der RTL-Mottenkiste zum Flamenco-Grundkurs im spanischen Sevilla antanzen, während sie felsenfest überzeugt sind, dass sie "wie Mexikaner" aussehen und deshalb "Fiesta Mexicana" anstimmen? Die kann doch nicht ganz bei Trost sein.

Gut, der eine hat einen wirklich besonders schweren S-Fehler, der andere ein besonders gewagtes Brust-Tattoo und der dritte entpuppt sich als besonders hüftsteif...

Also in Ordnung, einigen wir uns: Irgendwie "besonders" sind die alle. Sonst wären sie ja vermutlich auch nicht hier, um "um die 'Bachelorette' zu kämpfen wie um ein Stück Fleisch" , wie Logistikmanager und Klischee-Italiener Domenico die Show punktgenau zusammenfasst, während das saftige Kotelett dazu kuhäugig durch seinen montierten Wimpern-Teppich klimpert.

Tanzkurs in Sevilla: 7 Betonhüften bei denen der Mörtel bröckelt.

Anfangs ist von diesem "Kampf" allerdings noch nicht viel zu merken. Wie langsam vor sich hin faulendes Gammelfleisch liegt die verbliebene Lagerware 2017 in der prallen Sonne, ölt den Bizeps ein, trinkt Bier und spielt mit der Schnur der Badehose.

"Ich hab hier schon mindestens zehn IQ-Punkte verloren," meint der auf einer aufblasbaren Melone zwischengeparkte Schönheitschirurg Manuel, dem seine Kommilitonen vor der "Bachelorette"-Teilnahme möglicherweise noch komplizierte Eingriffe am offenen Hamsterherzen zugetraut hätten – aber jetzt? Wenn der hier weiter so abbaut, dann darf er nach seiner Rückkehr nur mehr "Winnie Puh"-Pflaster auf Kinderfinger pfriemeln.

Kurzum: Der Frust steigt. Drei Wochen hocken die Beta-Männchen nun schon in der Männer-Villa, das Testosteron quillt unkontrolliert, Camp Sodumm steht kurz vor "Schlüpferstürmer"-Kompletteskalation. Drei Wochen wurde - nun ja, wie drücken wir das jetzt möglichst subtil aus – keiner reingedrillert, kein Rohr mehr verlegt, der Keller nicht durchleuchtet. Ihr merkt, was wir versuchen auszudrücken: Es geht nur noch um Sex.

Oder, wie Andre, halbseitig tätowierter Projektleiter aus Herten, es geschliffen formuliert: "Ich bin ein Mann, ich will jetzt vögeln, vögeln, vögeln."

Einmal heiß mit bücken, bitte

Zu gerne würde man ihnen mal eben den Unterschied zwischen "über Sex reden" und "Sexismus" erklären, aber für das RTL sind dies nur die perfekten Rahmenbedingungen, um in persona der "Bacheloretteusen"-Freundin Nina einen neuen Spannungsbogen einzuführen. Als Gärtnerin getarnt soll sie die Treue der notständigen Flitzpiepen auf die Probe stellen. "Kannst dich ja mal heiß bücken," gibt die "Bachelorette" letzte Regieanweisungen. Schon bückt sich die Mata Hari aus dem Sonnenstudio brav beim Unkrautzupfen in der Männer-Villa mal nach links, mal nach rechts, mal von vorne, mal von hinten.

Dass Nina bei ihrer Undercover-Mission ihre Guided Missiles einsetzt, stört keinen der mittelgroßen Geister, im Gegenteil: "Boah, der kann man voll inne Melonen gucken!" prangert Schornsteinfeger Alex in einem Tonfall, den man sonst eigentlich nur von Fußballfans nach 87 Gösser kennt, die sexuelle Belästigung um Urlaubsplatz an:"DAS sind Melonen, eine Frechheit dieses Dekolletè!"

"Gärtnerin" Nina erntet mit ihren Melonen

Der Rest der Truppe beschäftigt sich derweil auch mit Wassermelonen, zumindest im übertragenen Sinne. Sie proben allen Ernstes die Tanzszene aus "Dirty Dancing."

Yep.

Aus "D-I-R-T-Y D-A-N-C-I-N-G". Kein Scheiß.

Es ist so peinlich, dass es einen ins Wasser treiben könnte. Spätestens jetzt steht fest: Keiner wird diese Show erhobenen Hauptes verlassen.

"Ich habe Wassermelonen getragen". Wir sehen Männer, die sich selbst aufgegeben haben

Derweil darf Johannes, der Mann mit den schönsten Meschen von hier bis Überlingen, mit der "Bachelorette" Golfen gehen. Kann zwar keiner von beiden, aber der Tourismuskatalog von Marbella muss eisern abgearbeitet werden, es hilft ja nix. Also dreschen sie den Ball lustlos übers Grün, latschen ein paar Meter durch die Botanik und versichern sich wechselseitig, es sei ja eh egal, Hauptsache, man hat gemeinsam SPASS.

Ähnlich enthusiastisch sind die Gespräche der Beiden beim anschließenden romantischen Kuscheln auf einer Meerblick-Terrasse:

Bachelorette: "Mir ist mega-kalt. Ich könnte auf der Stelle einschlafen."

Johannes: "Dann komm halt hier unter die Decke."

Später ist der Johannes mega-stolz, dass er die "Bachelorette" vor der Kälte gerettet hat:"Wann fühlt man sich sonst so männlich, als wenn man eine Frau beschützen kann?"

Naja, vielleicht wenn man seinen Bizeps im Fitnessstudio küsst, den Klodeckel nicht wieder runterklappt und bei einem Jean-Claude van Damme-Movie keine Rührungstränen mehr vergießt.

Aber das ist auch alles egal, weil bei der "Bachelorette" geht die Nummer wirklich rein. Auch sie, drei Wochen, kein Sex, ihr versteht schon.

Es folgt: Einer der widerlichsten Küsse in der an widerlichen Küssen wahrlich nicht armen Geschichte von "Bachelor" und "Bachelorette". Nur geschlagen von jenem legendären Speicheltausch zwischen Jan Kralitschka ("Bachelor 2013") und Finalistin Mona. Für alle, die sich nicht erinnern: Hier nochmals ein historisches Dokument aus unserem Archiv. Aber Achtung: Das ist nix für Zartbesaitete...

Bachelor 2013, Jan Kralitschka, versenkt die Zunge in Finalistin Mona

Dieser Kuss bleibt unter uns - und euch

Hernach ringt die "Bachelorette" dem Johannes noch das Versprechen ab, dass der Speicheltausch "entre nous" bleibt, also zumindest unter ihr, ihm, dem Kameramann, dem Tonleiter und den knapp zwei Millionen Zusehern. Es soll quasi der intimste Gruppenkuss aller Zeiten bleiben.

Doch Johannes ist ein echter Gentleman - und erzählt einem 6-köpfigen "Inner Circle" in der Männer-Villa alles bis ins kleinste Detail. "Totales Gefühlschaos, ich musste mich jemandem anvertrauen," beichtet er der "Bachelorette" in der "Nacht der Rosen" seinen Verrat, die daraufhin so sauer schaut, als hätte er ihr das Contouring-Set versteckt, den Johannes dann aber trotzdem in die nächste Runde schickt.

Aber was bleibt ihr auch groß anderes übrig, wenn sich der Männerbestand freiwillig dezimiert?

Während der Fleurop-Gala eröffnen ihr Schönheitschirurg Manuel und einer, dessen Namen wir schon vergessen haben, der aber aussieht wie der hässliche und zu lang gegrillte Bruder von Channing Tatum, dass sie gar keine Rose von ihr wollen. Nach drei Wochen intensiven Nachdenkens ist ihnen eingefallen, dass die "Bachelorette" leider "nicht der Typ Frau ist" , auf den sie stehen.

Niklas will nach Rom. Die "Bachelorette" darf mit

Die ist "schockiert" und im "Gefühlschaos" , eine Gelegenheit, die der basedowsche Meister Proper Niklas im silbergrauen Anzug mit eingesticktem Gedömsel und Tattoo-Ausschnitt nicht unverstrichen lassen will. Schnell schiebt er der "Bachelorette" einen handgeschriebenen Zettel hin. Ein Gutschein, Reise nach Rom, wenn das hier vorbei ist, jederzeit. Die "Bachelorette", die ihr Gehirn im Selbstschutzmodus offenbar endgültig nach unten gefahren hat, vergießt ein paar Rührungstränen. "Das hat jetzt gut getan."

Wenn die Typen so weitermachen, dann haben sie die "Bachelorette" bald dort, wo Kandidat Marco in Folge 1 seine Traumfrau verortet. Ihr erinnert euch? "Körper wie'n Model, Charakter wie ne Dicke." Also Body picobello, aber Selbstbewusstsein im Kohlenkeller.

Was sonst so geschah:

  • Bonmot 1 der Folge: "Hunde die beißen, bellen nicht." (Johannes über seine Mitstreiter).
  • Bonmot 2 der Folge: "Der hatte bestimmt Hand auf Bein, also Bein auf Hand." (Marco vermutet anatomisch fast korrekte Zudringlichkeiten).
  • Fashion-Shaming der Folge: "Der in seinem schwulen Rotwein-Sakko..." (Sebastian über Mediziner Manuel)
  • Ausruf der Folge: "Hammerholzfischermann!" (Johannes angesichts eines Ferraris).
  • Ärgernis der Folge: "Dass ich hier den Kack-Qualm in der Fresse habe, das geht mir auch den Sack!" (Metall-Schlagzeuger David am Lagerfeuer)
  • Liebstes Gschau der Folge: Weiterhin Arnold, der Muskel-Monchichi. Sein Rede-Beitrag: "Cooles Outfit hat die 'Bachelorette'. Dieselben Farben wie ich. Cool. Partner-Look." Aber da ist halt dieses Gschau, dieses Gschau...
  • Offenbarung der Folge: Die Männer haben einen Song. "Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein". Singen sie angeblich jeden Abend. Nachdem sie mit der "Dirty Dancing"-Choreo durch sind.

Nächste Woche gibt es neue Einzeldates. Mit diesen besonderen Männern. Ja, wir wissen, das klingt schlimm. Aber wir, wir sind für euch da.