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Profi-Tipps für Terrasse & Balkon

Zeno Valenti und Friedrich Schwärz von stadtbeet.com begrünen Terrassen & Co. mit nachhaltigen Komplettsystemen bestehend aus eigens angefertigten Gefäßen, Wasserspeichersystem, Erde und Pflanzen. Uns haben die Jungs ein paar Tipps gegeben.

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Pflanzen
© istockphoto.com

WOMAN: Man will seine Terrasse begrünen: Welche Gedanken sollte man sich zu Beginn machen?

Es gibt einerseits standortbezogene Faktoren die zu berücksichtigen sind und andererseits die Frage welche Funktionen die Pflanzen erfüllen sollen. Wie viel Platz steht mir zur Verfügung? Ist der Standort sonnig, schattig, windig, überdacht? Möchte ich Kräuter-, Gemüse- und Obstpflanzen oder bevorzuge ich Zierpflanzen mit schönen Blüten und Blattschmuck? Habe ich viel oder wenig Zeit mich um die Pflanzen zu kümmern? Nach diesen Überlegungen kann die Suche nach den richtigen Pflanzen und den dafür geeigneten Pflanzgefäßen beginnen. Denn nicht nur die Pflanzenwahl ist wichtig, sondern auch die ausreichende Menge und Art an Erde.

WOMAN: Was wird sonst noch oft außer Acht gelassen?

Damit sich Pflanzen im Pflanzgefäß gut entwickeln können, benötigen diese einen ausreichend großen Topf mit genügend Erde. Auch eine regelmäßige Düngergabe für ausreichend Nährstoffe ist wichtig, und zwar im Frühjahr und Frühsommer, jedoch nicht im Herbst, da hier die Ruhephase der Pflanzen beginnt. Wir empfehlen organische Langzeitdünger. Organische Dünger sind in der Produktion nachhaltig und nicht so aggressiv für die Pflanzen.

WOMAN: Welche Pflanzen eignen sich besonders für eine schattige/sonnige Terrasse?

Sonnige Terrassen eignen sich sehr gut für viele Pflanzen, sie müssen aber mit genügend Wasser versorgt werden. Tomaten, Melanzani, Chili, Kräuter und Obstpflanzen sind beispielsweise ausgesprochene sonnenliebende Pflanzen. Auch viele Zierpflanzen beten die Sonne an, wie Lavendel, Taglilien, Ziergräser, Schmetterlingsstrauch, Felsenbirne und Birke. Wer einen schattigen Standort hat, muss zu ganz anderen Pflanzen greifen. In ganz schattigen Orten wachsen beispielsweise Funkien, Waldaster, Farn, Japansegge und Hainbuchen gut. Manche Paprika und Chili vertragen ebenfalls etwas Schatten, Blattgemüse und Minze auch. Im Halbschatten gedeihen auch Erdbeeren, Ribiseln und Brombeeren.

WOMAN: Was pflanzt man, wenn man einen Sichtschutz möchte?

Für einen Sichtschutz empfehlen wir eine Mischung aus sommer- und immergrünen Pflanzen. Eine Zusammensetzung aus Liguster, Sommerflieder, Hainbuche und Perückenschtrauch ergeben zum Beispiel in den warmen Jahreszeiten einen abwechslungsreichen Sichtschutz. Im Herbst und Winter, spiegeln die Pflanzen die kalten Jahreszeiten durch Laubfärbung und Laubabwurf wieder. Hier ist der Sichtschutz meist auch nicht mehr so wichtig, da man sich lieber in den vier Wänden als auf der Terrasse aufhält.

Stadtbeet
Zeno Valenti (l.) und Friedrich Schwärz von stadtbeet.com.

WOMAN: Wenn jemand eine farbenfrohe Terrasse haben will: was soll er/sie pflanzen?

Wer es farbenfroh liebt sollte sich eine Mischung an Blütenpflanzen die über das Jahr verteilt blühen und Pflanzen mit besonderen Blattschmuck wählen. Dabei empfehlen wir Staudenpflanzungen (mehrjähre krautige Pflanzen) die nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden müssen. Zwiebelpflanzen blühen als erste im zeitigem Frühjahr, hier sind Narzissen sehr unkompliziert und Hyazinten duften stark. Ziersalbei blüht im Mai reichlich blau, Taglilien blühen großzügig von Juni bis September in Gelb-, Orange- und Rottönen. Prachtkerzen blühen unermüdlich bis Oktober in weiß. Funkien haben einen ausgesprochen schönen Blattschmuck in allen Grüntönen und blühen im Juli weiß oder violett. Ziergräser, wie z.B. das Lampemputzergras haben sehr dekorative bürstenförmige Blüten. Herbstastern zeigen ihre Blütenpracht im September und Oktober und das Chinaschilf ist auch noch im Winter mit seinen aufrechten trockenen Halmen attraktiv. Die Christrosen blühen sogar schon im Jänner wenn noch Schnee liegt und es gibt noch unzählig viele weitere Blütenpflanzen die zu jeder Jahreszeit blühen.

WOMAN: Wie gelingt eine Obst-Terrasse?

Viele Obstsorten können auf Terrassen gehalten werden. Beerenobst wie Erdbeeren, Himbeeren, Ribiseln und Brombeeren wachsen sehr gut auf Terrassen. Wein und Minikiwi können an einem Klettergerüst oder Geländer gezogen werden und halten sich dort rankend fest. Auch kleine Obstbäume wie Kirschen, Marillen, Pfirsiche und Äpfel gedeihen im Pflanzgefäß. Bei den Obstpflanzen ist dabei zu achten, dass einige Sorten Fremdbefruchter brauchen, wie das bei Kiwis, Kirschen und Äpfeln der Fall ist. Das heißt, sie benötigen eine zweite Pflanze damit sie Früchte tragen. Bei Kiwi und Kirschen gibt es aber auch spezielle selbstfruchtende Sorten die keinen Befruchtungspartner brauchen. Beim Apfelbaum gibt es besondere Veredelungen mit mehreren Sorten auf ein und dem selben Baum, die sich untereinander befruchten können.

WOMAN: Durch welches Service zeichnet ihr euch aus?

Wir haben ein umfangreiches Knowhow über Pflanzenhaltung in Pflanzgefäßen im urbanen Gebiet. Unser Angebot erstreckt sich von einem durchdachten ‚do it yourself‘ System, bis hin zur kompetenten Beratung, mit Aufbau- und Pflegeservice für Terrassen, Balkone und Innenhöfe. Unsere Produktauswahl ist regional und soweit es möglich ist, in biologischer Qualität. Unsere Erden sind biologisch, torffrei und können über viele Jahre genutzt werden. Uns ist es wichtig ein nachhaltiges System anzubieten.

WOMAN: Auf welche Faktoren legt ihr besonderen Wert?

Wir legen großen Wert darauf, dass das Gesamtsystem dauerhaft funktioniert. Die Größe des Pflanzgefäßes ist auf die Pflanzen abgestimmt und unsere angebotenen Pflanzen sind für die Haltung in Töpfen in der Stadt geeignet. Wir bieten durchdachte Pflanzenkombinationen in unseren Stadtbeeten an. Beispielsweise ergänzen sich im Paradeiserbeet die Paradeiser, Ruccola, Basilikum und Schnittknoblauch geschmacklich gut, zusätzlich unterstützen sich die Pflanzen gegenseitig positiv in ihrem Wachstum. Im Grillbeet gibt es Melanzani, Paprika, Chili, Thymian und Majoran, also Kräuter, die sich zum Grillen bzw. Würzen des Gegrillten gut eignet. Im Beerenbeet reifen die Erdbeeren im Frühjahr, im Sommer und Herbst folgen Brombeeren und Himbeeren. Das Lavendelbeet zeigt sich durch die Blühfolgen und Farben besonders schön. Das Arrangement muss sowohl biologisch sein als auch optisch gut passen.

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