Ressort
Du befindest dich hier:

Kinder, Kleidung, erste Krisen!

Mutter sein wird spätestens dann ein wenig schwierig, wenn sich die lieben Kleinen bei der Outfit-Wahl durchsetzen wollen. Moderatorin Barbara Karlich weiß ein Lied davon zu singen.


Moderatorin Babara Karlich schlank in einer Lederjacke.

ORF-Star Barbara Karlich schreibt für WOMAN über die kleine Krise im Kinderzimmer.

© Roland Unger

Mein Kind ist wunderbar, klug und modisch versiert. Und ich bin eine humorvolle, liebe und glückliche Mutter. Das war aber nicht immer so. Das Leben bestand vor drei Jahren aus morgendlichen Nervenzusammenbrüchen. Auf beiden Seiten!

Meine fünfjährige Tochter hat schon mit zwei Jahren ihren eigenen Kopf bei der Wahl ihres Outfits durchzusetzen versucht und es auch geschafft. Ein großer Fehler, wie ich im Nachhinein feststellen mußte. Denn was mit zwei Jahren sowas von entzückend und herzig ist und Inhalt launiger Freundinnenrunden war, steigerte sich leider ab dem Eintritt in den Kindergarten zu - lassen Sie mich ein wenig untertreiben: Stalingrad!

Sommerkleidchen im Winter. Haha! Beispiele gefällig? Bitte sehr: Im Sommer - und dabei reden wir von unglaublicher Hitze – war plötzlich die Leggings-Zeit angesagt. Legging, langes T-Shirt, drüber ein kurzes T-Shirt, Socken und Turnschuhe: bei 38 Grad! Die zauberhaften, mit hysterischem Frohlocken erworbenen Sommerkleidchen wurden „Kastenhüter“. Aber, haha, wenn der Wind uns um die Ohren blies und heftige Stürme angekündigt wurden, das Thermometer sich mehr und mehr den Minusgraden entgegenstreckte, wollte mein Kind – Juchu - endlich die Sommerkleider tragen!

Das tat sie auch, sie zog sie einfach über alles drüber an, was auch wirklich absolut idiotisch aussah, immer ein bißchen rausgewachsen aus den schönen Teilen. Socken zum Beispiel durften nie gleichfarbig sein, was ihr irgendwann den Spitznamen "Pipi" einbrachte.

»Engelsflügerl an Ostern, Biene Maja-Kostüm im Kindergarten.«

Mein Nervenkostüm war nicht mehr das Beste, ich fürchtete mich vor jedem Morgen und betete täglich zum Himmelvater, sie würde irgendwann endlich das anziehen, was Mami vorschlug.

Au contraire, es geht noch besser: in der Adventzeit wollte die mitterlweile Vierjährige das "Biene Maja"-Kostüm im Kindergarten tragen, zu Ostern mußte ich ihr täglich Engelsflügel umschnallen und vor Wochen wollte sie mit ihrem Ballett-Tutu aus dem Haus, die logische Folge: Verlust von Contenance und Heulkrämpfe mütterlicherseits!

Das Drama am Morgen. Und wer nun denkt, egal, Hauptsache es geht schnell, irrt: Wir brauchten Stunden des morgens, bis wir endlich fertig wurden, man darf ja nicht vergessen, wie oft sich Mademoiselle umzog , weil dann Teile doch nicht zusammenpassten oder die Strumpfhose um etliche Nummern zu klein schien.

Freundschaftlicher Überlebensrat. Ich habe diese Zeit nur mit Beruhigungstabletten, einer langen Therapie und diversen kleinen Verzweiflungstaten (Essen, Kopf in den Gefrierschrank stecken, Totstellen) überlebt. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich das Procedere noch ausgehalten hätte, wenn da nicht der kluge Ratschlag einer lieben Freundin gewesen wäre: „Richtet doch am Tag zuvor einfach das Gewand her! Das geht dann morgens viel schneller!“

Das tun wir jetzt auch. Jeden Abend. Dauert natürlich auch manchmal gute zwei Stunde, aber wir sind beide irgendwie entspannter und interessanterweise minimieren wir täglich die erforderliche Zeit…Und seit dem Moment, wo es mir eigentlich völlig wurst ist, was mein Kind anzieht, funktioniert`s tadellos! Neulich erst hätten wir sogar dasselbe Outfit gewählt! Halleluja!

Von wem sie das wohl hat? Jetzt müssen wir nur noch einen Logistik-Ablauf für die Haare finden…denn das Anziehen mag ja jetzt schnell gehen, aber nicht das restliche Styling. An wen mich mein Kind wohl erinnert….???

Lest hier: Wie die Promi-Mütter Doris Schretzmayer, Arabella Kiesbauer und Doris Rose die Kleiderdramen ihrer Kids erleben.

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .