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Barbara Karlich: die heimische Talk-Queen
im WOMAN-Talk zur 2.000 Sendung

Auch nach 2.000 Sendungen ist diese Frau nicht fad. In WOMAN geht sie mit Kirche und Dominic Heinzl ins Gericht. Und gesteht: „Ich würde Andy Borg doch glatt die ‚Michelle Hunziker’ für sein Stadl machen...“ Lesen Sie hier das gesamte Interview!


Barbara Karlich: die heimische Talk-Queen
im WOMAN-Talk zur 2.000 Sendung
© Neckermann

WOMAN: Wie können Sie sich im elften Jahr noch motivieren?

Karlich: Genauso wie jedermann, der seinen Job liebt. Mein Beruf ist unterhaltend, lehrreich, spannend! Außerdem kriege ich soviel positives Feedback. Die Show ist für so viele eine Institution geworden: angeblich gehen die Bauern früher vom Feld nachhause und die Hausfrauen kochen vor, damit sie die Sendung nicht versäumen! Unser feinfühliger, humoriger Zugang zu den Gästen bewährt sich.

WOMAN: Hat sich das Mitteilungsbedürfnis der Leute in den letzten Jahren gesteigert?

Karlich: Nein, die Menschen haben immer schon gern geredet, ob beim Basentratsch in den Wiener Gemeindebauten oder beim Klatsch am Bankerl am Land. Aber wir haben sicher dazu beigetragen, heikle Themen zu enttabuisieren, man denke da an Homosexualität oder Schönheits-OPs. Vielen ist eben geholfen, wenn sie sich endlich outen können und das Versteckspiel ein Ende hat. Aber das Gros der Sendung ist ja Unterhaltung und bei mir wird viel und gern gelacht!

WOMAN: Stichwort Beauty-OPs - auch schon nachhelfen lassen?

Karlich: Sag niemals nie, aber noch fülle ich schlaffe Haut mit mühsam angefuttertem Eigenfett aus und Dünnsaugen geht ja nicht, oder? (lacht) Außerdem habe ich irrsinnige Angst vor Spritzen. Impfen geh ich nur zu meinem Hausarzt, der sticht schmerzfrei. Und mein Zahnarzt macht das so schnell, dass er mir schon beim Begrüßen die Spritze ins Zahnfleisch jagt (lacht) .

WOMAN: Apropos Schmerzen: Welches Schicksal berührt Sie besonders?

Karlich: Der Dominic, nein Scherz! Ich bin sehr nahe am Wasser gebaut! Wenn ich das nötige Geld hätte, würde ich dafür sorgen, dass es allen gut geht. Niemand soll frieren und hungern, niemand soll Not leiden oder Gewalt und Missbrauch erleben müssen. Aber da das Utopie ist, versuchen wir in der Sendung zumindest ein wenig zu helfen. Kleine Lichtblicke!

WOMAN: Wie stehen Sie zu den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche? Überlegen Sie sich auszutreten?

Karlich: Wenn das alles stimmt, was ich da lese, wird mir schlecht! Doch noch bin ich zahlendes Mitglied dieses Vereins. Ich trenne mich nicht gleich. Ich werde noch ein bisschen beobachten und den geistlichen Würdenträgern zumindest die Chance geben, daraus gelernt zu haben und die Konsequenzen draus zu ziehen. Es war sehr ungeschickt, dass Papst Benedikt offensichtlich von Missbrauchsfällen gewusst hat, aber alles scheinheilig unter den Tisch kehrte. Meinen Glauben aber wird mir auch ein Austritt nicht nehmen... Vielleicht wäre ein möglicher weg, die Kirchensteuer für solange auszusetzen, bis die Causa geklärt ist.

WOMAN: Dompfarrer Toni Faber hat Gloria getauft. Schon mit ihm über den Kirchenskandal diskutiert?

Karlich: Nein, aber vielleicht sollte ich das bald tun, Gast in der Show war er ja schon mal...

WOMAN: Besuchen Sie die Heilige Messe mit Gloria?

Karlich: Jesus meinte zwar „Bringt die Kinder zu mir!“, aber ich schleppe Gloria nicht in die Kirche. Denn wenn sie dort nicht still ist, und mitunter alle still sind, werde ich unrund. In die Ruprechtskirche beim Schwedenplatz würde ich sie sofort mitnehmen! Da gab es mal einen holländischen Pater, dem es nichts ausmachte, wenn die Kinder zwischen den Kirchenbänken herumkrabbelten und laut waren. Er hat auch keine Hostien verteilt, sondern teilte echtes Brot und Wein...

WOMAN: Das hat Ihnen sicher gefallen!

Karlich (lacht) : Ja, klar! Da hab ich dann gleich Wurst und Käse und paar Aufstriche von zuhause mitgebracht, herrlich!

WOMAN: Beten Sie mit Gloria?

Karlich: Ja ein kroatisches Gutenachtgebet für ihren Schutzengel.

WOMAN: Reden Sie mit Gloria nur kroatisch?

Karlich: Ich glaube ja, dass Gloria denkt, ich kann kein Deutsch. Denn wenn ich etwa sage „Daj mi prosim staklo“, und mein Mann sitzt daneben, fängt sie an zu dolmetschen und sagt „Die Mama sagt, sie will das Glas bitte...“ (lacht) Das ist so lustig! Sie mag übrigens kein Fernsehen. Lieber sind ihr Bücher, wo sie Bilder stundenlang kommentieren kann, oder kurze youtube-Videos von Heidi oder Biene Maja. Ihr Lieblingsvideo ist derzeit „In the jungle“ mit dem dicken Hippo und dem kleinen Hund. Roli sagt dann immer, ob wir zwei uns da grad selber bewundern!

WOMAN: Äußert Ihre Kleine den Wunsch nach einem Geschwisterl?

Karlich: Noch nicht! Aber sie liebt Babys! Und zwar ihr bekannte und total fremde! Gerade hat sie das Wickeln entdeckt und macht sich da nicht schlecht. Momentan sind sämtliche Puppen , aber auch Teddies und Affen bei uns gewickelt. Das sieht ziemlich schräg aus.

WOMAN: Und wollen Sie noch ein Baby?

Karlich: Mal ist die Sehnsucht groß, dann wieder denke ich mir „Jessas, ist das anstrengend!" Und ich sehe es grad bei meiner Nachbarin, die nun das zweite Baby bekommen hat und dauermüde ist. Das erinnert mich an diese mühevolle Anfangszeit und dann sage ich mir wieder "Nein!". Und dann sehe ich wieder süße Babies...Wahrscheinlich wird`s dann doch eher der Dackel, den sich Roli seit Jahren wünscht.

WOMAN: Sie sind immer busy. Machen im Herbst eine Lesereise und spielen auch wieder Theater!

Karlich: Mit den Buchverkaufszahlen bin ich knapp unter Harry Potter-Erfinderin Rowling (lacht) . Im Ernst: „Spitzbuben und Sternschnuppen“ verkauft sich gut! Und es stimmt, ich habe gemeinsam mit Wolfgang Werner die Intendanz für das Sommertheater in Pitten bei Wr. Neustadt übernommen.Wir führen „Der Widerspenstigen Zähmung“ auf, die Katharina darf ich spielen (lacht) . Ich liebe diese Rolle – eine alte Furie, die keinen abkriegt! Erinnert mich sehr an mich selbst (lacht) . Es kann sein, dass auch die schrille Hella von Sinnen zur Premiere am 19. August kommt, denn sie ist eine liebe Freundin von meinem Regisseur und Schauspielkollegen Wolfgang Sailer, den man aus „Jekyll & Hyde“ kennt. Ich werde auch singen! Mache seit kurzem eine Gesangsausbildung bei einer Opernsängerin.

WOMAN: Muss sich Ihr Look-Double Anna Netrebko schon fürchten?

Karlich: Ich glaube nicht – sie singt Sopran, ich Alt! Aber ich liebe ja Schlager! Würde sofort eine Schlagershow moderieren oder dem Andy Borg als Co-Moderatorin die „Michelle Hunziker“ für sein Musikantenstadl machen! Ich knie vor Andy und seinem Stadl! Und der Andy Borg und ich haben ja die gleiche Figur!

WOMAN: Eine Zweitkarriere, damit Sie Ihre Chancen für eine dritte Romy steigern?

Karlich: Ich bin stolz auf meine zwei, die in einem Abstand von zwei Metern, links und rechts von dem Teil stehen, das mein Mann am meisten begehrt: Nein, nicht mein Popo, sondern der Fernseher! (lacht) . Und für meine Preise musste ich mich auch in der Branche nicht rechtfertigen, das hätte mir die Romy ziemlich vermiest. Aber solange nur jene nominiert sind, die unter der 200.000 Zuschauer-Marke liegen, ist eine dritte ja nicht in Sicht. Daher sei die Romy dem Heinzl von Herzen vergönnt. Ich freu mich viel mehr, wenn mir die Zuschauer auch nach mehr als zehn Jahren und 2.000 Sendungen noch treu sind und ich auch weiterhin einen guten Job machen kann...

Interview: Petra Klikovits