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Im Talk mit Barbara Schöneberger

Barbara Schöneberger verrät ihr Schlank-Geheimnis, warum sie weder Facebook noch Instagram nutzt und wie sie Familie und Job unter einen Hut bekommt.


Magazin Barbara Schöneberger "Barbara"

Barbara Schöneberger: Die Frau, die immer strahlt!

© Christian Augustin

Moderatorin, Werbe-Ikone, Sängerin, Ehefrau und zweifache Mutter. Barbara Schöneberger ist ein echtes Allround-Talent. Jetzt bekommt die schlagfertige Blondine auch eine eigene Zeitschrift: „Barbara“, so lautet der Titel des neuen, monatlich erscheinenden Frauenmagazin, das nicht nur nach der TV-Ikone benannt ist, sondern auch deren Handschrift trägt. Auf die Frage, was die Leser erwartet, antwortet die "Barbara"-Chefredakteurin Brigitte Huber: „Ein Produkt, welches ihre Persönlichkeit, ihre Weltsicht, ihre Haltung, ihre Emotionen und auch ihren Humor in einer Zeitschrift widerspiegelt“. Pünktlich zum Launch des Heftes, das den Untertitel „Keine normale Frauenzeitschrift“ trägt, haben wir Barbara Schöneberger zum Interview getroffen und mit ihr über das neue Projekt. Ein Interview über Kochrezepte und Rouladen, Wunderdiäten und Bikini-Schönheiten und über den Spagat zwischen Kindern und Karriere.

WOMAN: Liebe Barbara, Gratulation zum eigenen Magazin! Erzählen Sie einmal, was findet man denn darin?
Barbara Schöneberger: Bei uns im Heft findet man Kochrezepte für Gerichte an die man sich bislang nicht herangetraut hat: die Roulade, den Braten, den Hummer. Wo man sich bislang immer gesagt hat: „Schön wenn das jemand anderes kocht, aber ich selbst mach’ das nicht.“ Wir erklären, wie man diese Gerichte ganz einfach und ohne viel Aufwand nachkochen kann. Ich bin immer schon ein Fan davon gewesen, nicht stundenlang in der Küche stehen zu müssen. Alles muss schnell und unkompliziert über die Bühne gehen. Zu allen Beiträgen gibt es auch immer wahnsinnig witzige Fotos. Das Layout generell ist toll. Alles sieht sehr schick aus.

Magazin Barbara Schöneberger "Barbara"

WOMAN: Rezepte für Roulade und Braten. Was ist mit den Wunderdiäten, mit denen frau in nur zwei Tagen fünf Kilo abnimmt?
Barbara Schöneberger: Wer die Roulade und die Bisquitrolle isst, der stellt sich vielleicht die berechtigte Frage nach einer Diät. Aber die wird er bei uns nicht finden. Denn wir bringen nichts in Sachen Diäten. Und auch nichts was mit Sport zu tun hat.

WOMAN: Sie führen in jedem Heft ein längeres Interview mit einem Prominenten. Gibt es auch bestimmte „Wunschkandidaten“?
Barbara Schöneberger: Ich wünsche mir ja schon seit Jahrzehnten den Herbert Grönemeyer, aber er hört mich einfach nicht. Ansonsten kenne ich sie ja bereits alle, die deutschen Prominenten. Mein Gegenüber muss aber gar nicht so tierisch prominent sein. Auch ein vermeintlich unbekannter Gesprächspartner kann sich als der große Kracher entpuppen. Ich bin da eigentlich für alles offen. Ich freue mich über jedes gute Gespräch.

WOMAN: Es haben also auch unbekanntere Leute die Chance, ins Heft zu kommen?
Barbara Schöneberger: Für das große Interview sollte es natürlich schon jemand sein, den man kennt, und ich denke, dass wir diese Prominenten auch bekommen werden. Den unbekannten Apfelbauer kann man sicher anderswo im Heft verwursten, das muss nicht unbedingt im großen Interview passieren. Aber generell kommt im Interview jeder zu Wort. Auch Männer.

WOMAN: Sind denn auch für die Männer spannende Themen dabei - oder es ist eine reine Frauenzeitschrift?
Barbara Schöneberger: Aber hallo! Wir haben tolle Frauen und natürlich superspannende Geschichten. Unsere Kernzielgruppe sind Frauen zwischen 30 und 55 Jahren. Aber auch diejenigen drüber und drunter und natürlich auch die Männer werden mit der "Barbara" ihren Spaß haben.

WOMAN: Stimmt es, dass Sie weder weder Facebook noch Instagram nutzen?
Barbara Schöneberger: Richtig. Und ich hashtagge auch nicht. Ich klage gegen jeden, der irgendetwas Privates über mich schreibt. Da würde es nicht passen, wenn ich ständig meine Füße, mein Essen und das Auto fotografieren würde. Diejenigen Leute, die gerne etwas über mich erfahren möchten, haben so viele Möglichkeiten dies zu tun: aus dem Fernsehen oder aus Zeitschriften..... Ich muss wirklich nicht den letzten Rest meiner Freizeit verschenken, indem ich ständig irgendetwas fotografiere und poste. Das ist mir alles etwas fremd. Ich kenne auch keine Leute aus meinem persönlichen Umfeld mit ähnlichen Karrieren, denen das etwas bringt. Es mag vielleicht bei jungen Leuten oder Musikern sinnvoll sein, die sich sagen: „Ich will nach oben.“ Aber meine Zielgruppe, diejenigen Leute, die mich gut finden, die twittern eben nicht die ganze Zeit. Ich habe das Glück der frühen Geburt.

»Ich habe noch nie einfach nur im Zug gesessen und dabei in die Landschaft gestarrt oder ein Buch gelesen.«

WOMAN: Sie sind viel beschäftigt: Moderatorin, Sängerin, zweifache Mutter. Wann schreiben Sie Ihre Artikel?
Barbara Schöneberger: Im Zug, im Flugzeug oder am Flughafen. Das sind die einzigen Zeiten, wo ich mal eine Stunde Ruhe habe. Jeder Flug und jede Bahnfahrt, und davon gibt es ja einige pro Woche, ist für mich Arbeits- und Vorbereitungszeit. Ich habe noch nie einfach nur im Zug gesessen und dabei in die Landschaft gestarrt oder ein Buch gelesen. In den anderthalb Stunden von Berlin bis Hamburg kann man ordentlich was schaffen.

WOMAN: Ein beliebtes Thema in Frauenzeitschriften ist, wie frau Familie und Job unter einen Hut bekommt. Wie machen Sie das?
Barbara Schöneberger: Mein Leben ist nicht geprägt von einer Konstanz im Sinne von: Immer dienstags gehe ich zur Aerobic und immer mittwochs um drei Uhr hole ich die Kinder von der Schule ab. Mein Leben ist jeden Tag anders. Deshalb muss ich jede Woche aufs Neue planen. Ich bin glücklicherweise - es mag sich vielleicht schon herumgesprochen haben - nicht alleinerziehend. Das ist schon mal ein großer Vorteil. Die Kinder sind die Hälfte des Tages im Kindergarten und den Rest des Tages muss man dann organisieren. Ich bin ja nicht jeden Tag weg. Und ich bin auch nicht so viel unterwegs wie alle vielleicht denken. Ich bin keine Schauspielerin, die sechs Wochen in Südafrika beim Drehen ist. Ich bin mal eine Nacht weg, dann aber wieder da. Der Oktober wird schrecklich, denn da ist viel zu tun. Aber trotzdem ist es so, dass ich nach jedem Job nach Hause komme. Entweder noch am Abend und ich versuche dann, die Kinder noch ins Bett zu bringen. Am nächsten Morgen um 6 Uhr fliege ich dann wieder los. Ich versuche morgens ganz früh nach Hause zu kommen, noch vor dem Frühstück. Das funktioniert. Was nicht funktioniert ist: ausschlafen, Wellness, Massagen in Hotels, Frühstück im Bett. Aber da geht es anderen Frauen nicht anders, das ist nichts Außergewöhnliches. Was mich manchmal nervt, das ist der ständige Ortswechsel und dass ich dauernd mit meinem Köfferchen von Flughafen zu Flughafen rase. Aber im Endeffekt muss ich nicht mehr oder weniger organisieren als jede andere berufstätige Frau auch. Mit dem Unterschied, dass ich jede Woche einen anderen Zeitplan habe. Das ist aber auch ein großer Segen, denn daraus schöpft man viel Inspiration.

WOMAN: Ganz ruhige Zeiten gibt es bei Ihnen wahrscheinlich nicht, oder?
Barbara Schöneberger: Doch! Im Sommer nehme ich mir gnadenlos zwei Monate frei. In dieser Zeit weiß ich dann auch nicht, wo mein Telefon gerade ist. Ich kümmere mich dann um gar nichts. Der Oktober wird wie schon gesagt heftig, der November aber schon besser. Und im Dezember muss ich ein paar Weihnachtsfeiern moderieren, aber einer muss es ja machen. Man darf nicht die weinende Mutter sein, die sagt: „Ach, ich muss jetzt weg.“ Sondern eine, die sagt: „Wow, ich habe richtig viel Spaß im Job. Und ihr müsst euch irgendwann auch einen Job suchen, der euch Spaß macht.“ Es ist ein Stück Lebenserfahrung, das man weitergibt. Dass man Freude an der Arbeit hat - und die habe ich nun einmal. Ich bin keine frustrierte Ehefrau, die zu Hause sitzt und zu ihrem Mann sagt: „Mensch, hast Du gar nicht gesehen, dass ich die Blumen neu arrangiert habe?“ Sondern ich bin wahnsinnig glücklich wenn ich von meinem Job nach Hause komme. Das färbt auch aufs Familienleben ab.

»Ich mache jeden Abend wenn ich zu Hause bin - wie alle anderen Frauen auch - das Abendessen.«

WOMAN: Sie haben also die Zeit, Ihren Kindern abends etwas vorzulesen?
Barbara Schöneberger: Ich weiß gar nicht, wann sie abends ins Bett gehen und ich lasse lesen. Quatsch beiseite: ich lese natürlich selbst vor! Ohne jetzt zu viel verraten, denn Sie wissen ja, dass über die Kinder nicht gesprochen wird: Ich mache jeden Abend wenn ich zu Hause bin - wie alle anderen Frauen auch - das Abendessen. Und dann wird vorgelesen und dann werden die Zähne geputzt. Und wie alle anderen Frauen versinke ich dann ab 20.30 in einem der Sofas und bin ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ansprechbar. Ich habe noch nie das Ende vom Tatort mitbekommen. Mein Mann versucht mir jeden Sonntag zu erklären, wer der Mörder ist. Aber irgendwann kapituliert er immer.

WOMAN: Kürzlich war in den Zeitschriften von der „erschlankten“ Schöneberger zu lesen.
Barbara Schöneberger: Ich habe jetzt mit 40 tatsächlich damit angefangen, Sport zu treiben, auch wenn es mir eigentlich im tiefsten Inneren widerspricht. Und ich kann an dieser Stelle nur noch einmal betonen, dass es mir auch zu keinem Zeitpunkt Spaß macht. Zudem habe ich ausreichend geschlafen und vielleicht auch nicht so viel gegessen. Es wurden ja sofort große Geschichten zu diesem Thema gemacht, mit diesen Vergleich-Fotos: hässlich und scheußlich fett vorher und jetzt auf einmal wahnsinnig dünn. Mindestens 20 Kilo hat sie verloren, war da zu lesen. Aber ganz so ist es nicht wie es da steht.

Magazin Barbara Schöneberger "Barbara"

WOMAN: Happy mit der neuen Figur?
Barbara Schöneberger: Ja. Ich war aber auch schon vorher glücklich.

WOMAN: Was war das Schlimmste was Sie jemals in einer Zeitschrift über sich gelesen haben?
Barbara Schöneberger: Ich lese eigentlich fast nur schlimme Sachen über mich. Ich denke mir dann meistens: das habe ich doch anders gesagt. Oder vielleicht so gesagt, aber anders gemeint. Ich finde vor allem diejenigen Sachen schlimm, die gar nicht schlimm gemeint sind. Wenn man beispielsweise mit lustigen Adjektiven belegt wird wie „die lustige Quasselstrippe“ oder „die lustige Allzweckwaffe“. Ich lande manchmal einfach in Schubladen. Aber ich habe es mittlerweile verstanden, dass man in der öffentlichen Wahrnehmung dann eben in so einer Schublade steckt, und das ist auch okay. Man muss nicht die ganze Zeit dagegen ankämpfen und sagen: „Hey, ich bin aber auch karitativ tätig, schreibt doch das mal.“ Es ist eben so. Ich bin nun einmal die gut gelaunte Allzweckwaffe, der Atombusen, der Spaßkracher, whatever. Allerdings möchte ich, dass das Wort „Rampensau“ nicht mehr mit mir in Zusammenhang gebracht wird. Das habe ich jetzt wirklich schon sehr häufig gelesen.

»Wer in St. Tropez im Pailletten-Bikini herumhüpft und Größe 34 hat, dient nun einmal nicht so gut als Identifikationsfigur und Sympathieträgerin.«

WOMAN: Sie sind bei den meisten Frauen wahnsinnig beliebt und haben nicht mit Neid zu kämpfen. Wie schafft man das beziehungsweise wie erklären Sie sich das?
Barbara Schöneberger: Ich mache nicht so viel dafür. Ich mache keine intensive Fan-Bindung oder -Kommunikation. Viele Kollegen in diesem Geschäft erliegen einem Trugschluss. Sie glauben, je mehr man über sich oder über die Familie und die Kinder erzählt, desto mehr Gefühle ruft man bei den Zuschauern hervor. Ich aber glaube, dass die Zuschauer im tiefsten Inneren eine professionelle Haltung zu schätzen wissen. Und es honorieren, wenn man eben nicht alles nach außen trägt und dabei trotzdem die Sachen so sagt wie sie sind. Es sind wohl viele kleine Bausteine. Aber um ehrlich zu sein: mir ist es manchmal auch etwas schleierhaft. Vielleicht ist es aber auch ein Konstrukt, das irgendwann in sich zusammenfällt. Das kann ich erst beurteilen wenn ich 80 bin und alles hinter mir habe. Ich habe auf jeden Fall eine große Sympathie für Frauen und ich glaube, umgekehrt haben Frauen eine große Sympathie für mich. Von den jungen männlichen Fans muss man sich unabhängig machen, denn die ziehen auch schnell weiter zur nächsten Bikini-Schönheit. Die Frauen hingegen bleiben einem irgendwie treu. Ich bin mittlerweile wohl eher etwas für die Frauen. Für die normalen Frauen! Wer in St. Tropez im Pailletten-Bikini herumhüpft und Größe 34 hat, dient nun einmal nicht so gut als Identifikationsfigur und Sympathieträgerin.

WOMAN: Wann können wir mit Ihrer Biografie rechnen – wo Sie gerade eifrig am Schreiben sind?
Barbara Schöneberger: Auf keinen Fall eine Biografie! Gottschalk hat’s ja vorgemacht – mit 65 Jahren ist vielleicht der richtige Zeitpunkt. Ich wüsste aber auch gar nicht genau, worüber ich schreiben sollte. Und auch nicht, wenn es überhaupt interessieren sollte.