Ressort
Du befindest dich hier:

Barbie – ungeschminkt

"Barbie" – das ist nicht nur eine Puppe, das ist ein plastikgewordenes Schönheitsideal. Eine Website zeigt, wie "Barbie" ungeschminkt aussehen würde. Sehr zu unserer Freude.


Barbie ungeschminkt und nach dem Make-Over.

Barbie Vorher/Nachher: So sähe sie fühmorgens ohne ihr Make-up aus.

© Behance.net

Sie ist blond, superschlank, hat apart montierte Brüste und elendslange Beine. Kennzeichen, die ihr in Europa einen Bekanntheitsgrad von 100% verschaffen (höher als der von US-Präsident Barack Obama). Im Schnitt besitzt in Österreich jedes kleine Mädchen etwa sieben "Barbie"-Puppen, weltweit gehen jede Sekunde geschätzte drei "Barbies" über den Ladentisch.

Dabei ist "Barbie" genau genommen kein Mädchen-, sondern ein plastikgewordener Männertraum: Mit kräftigem Make-up, leicht geöffneten Lippen und Proportionen, die den Maßen 99-46-84 cm entsprechen. Bereits als die erste Puppe 1955 auf den Markt kam, urgierten Kritiker, dass ihr Äußeres das Selbstbewusstsein von Mädchen eher vermindern als bestärken würde – und sogar zu massiven Essstörungen führen könnte.

Eigentlich wäre Barbie nicht lebensfähig. Nachdem Wissenschaftler "Barbies" Körpermaße auf einen Menschen umrechneten und übertrugen, kamen sie zu dem Schluss, dass ein menschliches Wesen mit den Maßen von "Barbie" nicht lebensfähig sei. Insbesondere biete der Unterleib nicht genug Platz für alle lebensnotwendigen Organe. Und – rein anatomisch gesehen – wäre "Barbie" gar nicht in der Lage, zu laufen.

Dennoch leiden gar nicht wenige Menschen unter einer psychischen Krankheit, die unter dem Namen „Das Barbie-Syndrom“ in die Medizinbücher eingegangen ist. Dabei handelt es sich um den Wunsch, wie die Puppe aussehen zu wollen. Bekannt wurde der Fall der Amerikanerin Cindy Jackson, die in rund 20 Jahren fast 30 Operationen an sich vornehmen ließ und dafür mehr als $ 50.000 ausgab.

Barbie ungeschminkt. Fakten, die den mexikanischen Künstler Eddi Aguirre auf den Plan riefen. Auf der Website Behance.net visualisiert der Grafiker, wie "Barbie" aussähe, wenn sie morgens ungeschminkt aus dem Bett krabbelt.

Barbie – mit Zahnspange und Augenringen.
Barbie ungeschminkt.

Mit tiefen Augenringen, einer Zahnspange, die ihre gelblichen Zähne in Form hält und ersten Falten. Wir geben zu, wir haben unsere Freude an diesem Bild (und zeigen es gleich unseren kleinen Nichten). In einer zweiten Visualisierung beweist Aguirre, dass "Barbie" auch mit ein paar Kilos mehr auf den Hüften immer noch eine wunderschöne, aber wesentlich realistischere Frauen-Abbildung wäre:

Barbie ungeschminkt und nach dem Make-Over.
Barbie mit ein paar Kilos mehr.

Dass es einmal soweit kommt, und Spielzeughersteller Mattel "Barbie"-Puppen mit Normalmaßen herstellt, ist nicht zu erwarten. Schon 2003 brachte Mattel Puppen mit einer neuen Körperform auf den Markt; Rumpf und Beine waren kürzer und die Hüften breiter. Ein Verkaufs-Flop – nach zwei Jahren kehrte man zu der alten, dürren Form zurück.

Thema: Barbie