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Das macht Bauchfett so gefährlich!

Viszerales Fett. Oder, wie der Laie sagt: Bauchfett. Erhöht die Gefahr von Diabetes und Bluthochdruck. Jetzt erforscht: Was Bauchfett so gefährlich macht.


Das macht Bauchfett so gefährlich!
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Wenn du die kleinen Röllchen und Pölsterchen um die Bauchmitte loswerden willst, dann geht es nicht allein um die Ästhetik. Sondern um deine Gesundheit.

Denn Bauchfett, das haben mehrere Untersuchungen ergeben, ist das böseste Fett. Es führt zu Entzündungsreaktionen im Körper, steigert Cholesterinspiegel, Blutdruck und Gefäßverkalkung und erhöht das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Und das auch bei sonst schlanken Menschen, die einen völlig normalen BMI (zwischen 18,5 - < 25), aber eben ein Kullerbäuchlein haben!

Warum wir Bauchfett so schlecht loswerden

Warum aber wirkt sich das tiefe Bauchfett, in der Fachsprache "viszerales Fett" so negativ auf unsere Gesundheit aus? Das fanden nun Wissenschaftler der University of Illinois in Chicago in einer aufsehenerregenden Studie heraus.

Schuld trägt ein Molekül mit dem kryptischen Namen TRIP-Br2. Dieses Molekül verhindert den Fettabbau im Körper – und kommt in unserem Bauchfett in weit höherem Ausmaß vor als in anderen Fettschichten. Das hängt mit der Zellstruktur zusammen, die die Nährstoffe aus der Nahrung weiterverwertet, genannt Endoplasmatisches Retikulum (ER).

So - und jetzt kommt es zu einem teuflischen Kreislauf, der auch erklärt, warum wir den Bauchspeck wesentlich schwerer wieder loswerden als andere Fettpölsterchen.

Denn wenn wir zuviel essen, führen wir unserem Körper auch zu viele Nährstoffe auf einmal zu. Das in den Bauchfettzellen sitzende ER wird damit völlig überfordert. Es gerät unter Stress und kann die Energie nicht mehr optimal verwerten – Zack! Bauchfett setzt sich an.

Mehr Bauchfett bedeutet aber auch mehr Stör-Moleküle für den Fettstoffwechsel, das wieder bedeutet mehr Bauchfett und das wieder mehr Stör-Moleküle ... du ahnst, wie die Geschichte weitergeht.

Deshalb ist das Bauchfett so gefährlich

Es kommt zum Übergewicht. Eine weitere Belastung für das ER, das sich nicht anders zu helfen weiß als mit einer Abwehrreaktion des Immunsystems: es produziert Entzündungsmarker. Ein chronisch entzündeter Körper aber führt zu bleibenden Schäden.

Der Nachweis, das TRIP-Br2 der Übeltäter ist, gelang den Forschern aus Chicago bei einem Experiment mit Labormäusen. Als sie das Stör-Molekül bei den Tieren ausschalteten, sie aber weiterhin mit viel Kalorien und Fett fütterten, nahmen die Mäuse kaum mehr zu. Sie zeigten auch keine Entzündungsreaktionen mehr – und es entstand auch keine Insulinresistenz.

Nun sollen Medikamente entwickelt werden, die auch beim Menschen die schädlichen Moleküle gezielt unterdrücken.

Wie werde ich Bauchfett los?

Nicht, indem du hungerst. Tatsächlich verliert der Körper bei einer Diät oder Hungerkur nur Wasser und subkutanes Fett. Dem Bauchspeck kannst du nur mit einer Änderung deines Lebensstils zu Leibe rücken.

Dreimal pro Woche Sport oder zumindest Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch und gesunden Pflanzenölen. Auf diese Art verlierst du war nicht schnell Gewicht, aber das Bauchfett wird dadurch verringert.