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So geht Beauty-OP 3.0

Größerer Busen, straffer Bauch, schlanke Oberschenkel: Ein neues 3D-Programm zeigt, wie man nach dem Eingriff aussehen wird. Plus: Warum Operationen boomen und was Stammzellenforschung in der plastischen Chirurgie bringt.

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So geht Beauty-OP 3.0
© istockphoto.com

Patienten wissen heute meist sehr genau, was sie wollen. Trotzdem muss der Arzt noch viel Aufklärungsarbeit leisten. Denn die Vorstellung und das real Machbare stimmen nicht immer überein. Die Ärzte der Schwarzlklinik, Dr. Johann Umschaden und Dr. Helmut Hoflehner (schwarzlklinik.at), arbeiten deshalb mit einer ganz neuen 3D-Computersimulation. "Bisher war immer großes Gerät nötig, um ein Abbild des Körpers zu erstellen. Aber diese neue Software funktioniert ganz einfach über einen Scanneraufsatz am iPad. Auf diesem Modell können operative Veränderungen oder Brust-Implantate dargestellt und angepasst werden", ist Hoflehner begeistert. Der Vorteil: Man kann das Computerergebnis auch auf dem Handy ansehen und sich so an die neue Optik herantasten. Doch es gibt noch viel mehr Entwicklungen im Bereich der plastischen Chirurgie, und operative Eingriffe boomen. Dr. Johann Umschaden erzählt, warum das so ist, wieso ein Chirurg auch Psychologe sein sollte und wo das Potenzial der Zukunft liegt.

Dr. Helmut Hoflehner arbeitet mit der neuesten Generation eines 3D-Simulators, der das gewünschte OP-Ergebnis zeigt.

WOMAN: Man hat den Eindruck, minimalinvasive Methoden boomen, Operationen nehmen ab. Stimmt das?

Umschaden: Nein, gar nicht. Die Eingriffe insgesamt sind viel mehr geworden. Es gibt heute viele Treatments, bei denen nicht geschnitten wird, auch mit schönen Ergebnissen. Aber eben nicht immer, die Wirksamkeit ist begrenzt. Ist zu viel Gewebe da, kann man das nur durch Wegschneiden beseitigen.

WOMAN: Aber besteht da nicht die Gefahr, dass es unnatürlich aussieht?

Umschaden: Nein, das Ergebnis wird ab einem gewissen Erschlaffungsgrad viel einheitlicher und natürlicher. Früher hat man einfach dort, wo was gehängt ist, angezogen. Aber nur Straffheit empfinden wir nicht als schön, es geht um eine volle, jugendliche Form. Deshalb muss man beim Eingriff rückformen, also das Volumen wieder dort hinbringen, wo es durch Absinken verschwunden ist. Das erzielt die junge, frische Optik. Wir bemühen uns sehr um ausführliche Beratung. Als Chirurg muss man ja auch Menschenkenner sein.

WOMAN: Haben Sie da ein Beispiel?

Umschaden: Viele Patienten kommen zu uns, weil sie etwas stört, da heißt es im Gespräch herausfinden, was genau. Nicht immer ist eine OP der richtige Weg. Ich hatte eine Patientin, die wollte eine neue Nase, obwohl ihre sehr schön war. Furchtbar wütend wurde sie, als ich fragte, was genau das Problem sei. Schließlich hat sich herausgestellt, ihrem Freund hat die Nase nicht gefallen. Drei Monate später hat sie sich von ihm getrennt und ihre Nase behalten. Und war sehr froh darüber.

WOMAN: Wo sehen Sie derzeit das größte Zukunftspotenzial in Ihrem Bereich?

Umschaden: In der Stammzellenforschung gibt es riesige Fortschritte. Man kann heute schon Unterhautgewebe im Reagenzglas züchten. Da stecken auch für die plastische Chirurgie viele Möglichkeiten drin, vor allem in der Behandlung von Narben und Verbrennungen. Das ist ja ein großes ästhetisches Thema.