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3 Fragen, die du dir im Kino stellen solltest

Schwedens Kinos führen ein neues Rating-System ein: Wie frauenfeindlich ist ein Film - basierend auf dem simplen Bechdel-Test, den auch du für deine Lieblingsfilme ganz einfach anwenden kannst.

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Im Kino
© Thinkstock

Eine Reihe von Kinos in Schweden führen aktuell für die gezeigten Filme ein neues Rating-System ein. Und nein, darin geht es nicht um Gewalt oder Nacktheit, sondern um die Feststellung, ob Frauen darin wie Menschen oder nur wie Requisiten dargestellt werden.

Das neue Rating-System basiert auf dem simplen Bechdel-Test aus dem Jahre 1985, der von der US-amerikanischen Cartoonistin Alison Bechdel geschaffen wurde. Mit drei einfachen Fragen kann man dank diesem feststellen, ob ein Film starke Frauenrollen beinhält oder nicht:

  1. Kommt in dem Film mehr als eine Frau vor und haben diese auch einen Namen?
  2. Reden die Frauen miteinander?
  3. Sprechen die Frauen miteinander über etwas anderes als Männer?

Auf den ersten Blick wirken diese Anforderungen lächerlich gering, näher betrachtet jedoch fallen wohl alle Blockbuster der letzten Jahrzehnte durch. Denn an der ersten Frage scheitern schon die meisten: Schließlich gilt ein Auftritt einer Nachbarin oder Verkäuferin, die namentlich nicht bekannt ist, nicht.
Frauen gelten vor allem in Action-Filmen nur als optischer Aufputz und insofern haben sie, wenn sie doch einmal untereinander konversieren, meist nur ein Thema: Der Held der Geschichte - ein Mann. Ein Klischee? Ja - und ein ziemlich Häufiges. Während Männer über Terrorismus, Politik, Kunst oder was auch immer plaudern, werden die Dialoge der Frauen meist reduziert auf Gefühle oder Sorgen in Bezug auf Männer.

Natürlich sagt dieser Test rein gar nichts über die prinzipielle Qualität eines Filmes aus. Selbst wenn derselbe die Bechdel-Fragen positiv erfüllt, kann er dennoch sexistisch sein sowie ein Film, der an den Fragen scheitert, eine positive Botschaft in sich tragen. Es geht darin einzig um die Präsenz von Frauen und deren Darstellung. Schließlich sind Filme oft Abbildungen unserer Gesellschaft beziehungsweise prägen diese darüber hinaus.

Ziel der schwedischen Aktion ist es also, zu zeigen, wie viele Filme den Test nicht bestehen und in Zukunft mehr weibliche Geschichten und Perspektiven im Kino zu präsentieren. Denn wie auch eine aktuelle Untersuchung des Centre for the Study of Women in Television and Film zeigt, sind Frauen in Kino und Fernsehen immer noch unterrepräsentiert. Und wenn, dann bilden sie meistens nur Stereotype ab: Weibliche Figuren sind größtenteils jünger als männliche und seltener in ihrer Arbeit zu sehen, sondern immer noch eher bei der Familie, im Haushalt oder beim Plaudern.

Thema: Sexismus