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Werden wegen des Klimawandels tatsächlich mehr Mädchen geboren?

Beeinflusst der Klimawandel das Geschlecht der Babys? Japanische ForscherInnen belegen den Zusammenhang von Temperaturschwankungen und dem Geschlecht.

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Werden wegen des Klimawandels tatsächlich mehr Mädchen geboren?
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Bereits im Jahr 2014 belegten japanische ForscherInnen, dass es einen Zusammenhang zwischen Temperaturschwankungen und dem Geschlechterverhältnis gibt. Konkret seien die Auswirkungen des Klimawandels wie Dürre oder Waldbrände dafür verantwortlich, dass in manchen Teilen der Erde weniger Buben geboren werden. So dokumentierten die ForscherInnen vergangenen Sommer die Geburtenraten in von Erdbeben betroffenen Regionen in Japan. Laut Aufzeichnungen sank die Zahl der geborenen Buben um bis zu 14 Prozent im Vergleich zu den Zahlen im Vorjahr. Innerhalb weniger Monate normalisierte sich aber das Geschlechtsverhältnis wieder. Wie kommt das?

Geschlechterverhältnis und Umwelteinflüsse

Aber nicht die Naturereignisse seien das primäre Problem, sondern der Stress in der Schwangerschaft, der durch diese ausgelöst wird. Späte Fehlgeburten kommen bei Jungen häufiger vor als bei Mädchen. Und auch in der ersten Woche nach der Befruchtung kommt es bei männlichen Embryonen zu Fehlgeburten. Allerdings gehen weibliche Embryonen in den 10 bis 15 Wochen nach der Befruchtung häufiger ab. Deshalb kommen in Summe eigentlich mehr Buben als Mädchen auf die Welt.

Das belegen auch einige Studien, mitunter eine Untersuchung aus dem Jahr 2014 von der Universität Exeter. Die WissenschaftlerInnen analysierten mehr als 30 Millionen Geburten weltweit. Und auch die Ernährung spielt eine Rolle: In Hungerphasen werden wiederum mehr Mädchen als Jungen geboren. Das belegten US-WissenschaftlerInnen im Jahr 2013.

Ob mehr Buben als Mädchen geboren werden, hängt also von verschiedensten Faktoren ab. Sicher ist, dass der Mann (also die Spermien) das Geschlecht des Kindes bestimmt. Das japanische Team rund um Fukuda betont, dass die verschiedene Umweltfaktoren am jeweiligen Ort eine Rolle spielen. Extrem heißes oder kaltes Wetter beeinflusse das Geschlechterverhältnis allerdings am deutlichsten, so der Forschungsleiter Misao Fukuda gegenüber CNN .

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