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Bitte keine Grippe

Mit dem kalten, grauen Wetter klopfen auch die Viren bei uns an. Laut Traditioneller Chinesischer Medizin heißt es jetzt: Lungenenergie stärken. Wie das geht? Wir haben bei einer Ärztin nachgefragt!

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Bitte keine Grippe
© PIKSEL/iStock/Thinkstock

Rote Nase, Kratzen im Hals, heisere Stimme: Wenn es draußen grau und grauslich wird, dann wartet der grippale Infekt gleich um die Ecke. Gefühlt jeder Zweite ist derzeit mit Schnupfen und Husten unterwegs. Kein Wunder, meint Dr. Shi Chun Wen (tcm-austria.com), der Herbst ist die Zeit, in der die Lungenenergie besonders viel Unterstützung braucht. Ist diese zu schwach, kommt es leicht zum grippalen Infekt. Wen ist studierte TCM-Ärztin (Traditionelle Chinesische Medizin) und weiß, worauf man jetzt nach der alten Heilmethode achten muss.

Lungenenergie. Die TCM sieht den Körper als ganzheitliches System. Jeder Jahreszeit ist eine bestimmte Energie zugeordnet. Damit hängen wiederum bestimmte Organe und Farben zusammen. Ist die Energie im Gleichgewicht, ist man gesund. Gerät sie aber durcheinander, werden wir anfällig für Infekte. Im Herbst ist die Lungenzeit. Das heißt, die Lungenenergie muss gestärkt werden. Ihr zugeordnet ist die Farbe Weiß – alle weißen Lebensmittel wie Reis, Milch, Soja wirken kräftigend. Zusätzlich wird noch unterschieden, ob zu wenig oder zu viel Hitze im Körper ist. Was kompliziert klingt, ist an sich recht einfach. Wichtig ist zu wissen, welche Hausmittel (hier 5 Hausmittel gegen Halsschmerzen) vorbeugen und was bei "kalter" oder "heißer" Grippe hilft.

Vorbeugen.

Wärme. Das Beste ist natürlich, man wird gar nicht erst krank. Ein paar einfache Rezepte helfen, die Energie im Gleichgewicht zu halten bzw. vorbeugend zu stärken: Koche regelmäßig und iss warme Mahlzeiten. Ideal ist es, bereits mit einem Brei zum Frühstück zu starten, z. B. aus Dinkel oder Hafer. Trinke dazu Kräutertees mit Pfefferminze, Salbei oder Ingwer. "Hühnersuppe (Rezept unten), die lange gekocht wird, ist das beste Mittel zur Vorbeugung", betont Wen. Doch Achtung: "Trinke die Brühe nicht mehr, wenn du bereits krank bist. Denn sie verstärkt die Energie, die schon im Körper ist, also auch die der Krankheit. Ein eigentlich harmloser Infekt könnte sich dann so richtig auf die Lungen schlagen." Weitere Tipps zur Vorbeugung von Wen: Mit Salzwasser gurgeln und heiße Fußbäder mit Ingwer, Essig und Salz. Außerdem helfen weiße Lebensmittel. Birnen, Radieschen, Karfiol, Mandeln, Pinienkerne, Butter, Tofu, Lauch, Fenchel oder Reis befeuchten die Lunge, die bei Energiemangel dazu neigt, zu trocken zu sein.

Kalte Grippe.

Dumpfer Kopf. Hast du dich frisch verkühlt, ist meist Kälte vorherrschend. Beispiel: Du kommst nach einem langen Herbstspaziergang nach Hause und spürst ein erstes Kratzen im Hals. Weitere Anzeichen sind: ein dumpfer Kopf, kalte Hände und Füße, weißes, dünnflüssiges Sekret, trockener Husten und das Fehlen von Fieber. "Jetzt muss der Körper gewärmt werden", weiß Wen. "Nimm ein heißes Bad, eventuell mit einem Esslöffel Salz. Ein paar Tropfen Lavendelöl entspannen. Trinke Ingwerwasser. Das wirkt stark wärmend. Einfach drei Scheiben Ingwer und, wer mag, eine junge Zwiebel 20 Minuten in Wasser kochen und den Sud heiß trinken." Auch warme Milch mit Honig ist jetzt gut. Sie sorgt für mehr Feuchtigkeit bei der zu trockenen Lunge.

Heiße Grippe.

Fieber. Kommt zur Verkühlung Fieber dazu, werden die Halsschmerzen stark und das Sekret dick und gelblich, dann handelt es sich um eine heiße Grippe. "Jetzt darf man auf keinen Fall mehr Ingwertee trinken", betont Dr. Wen. "Das wäre wie Öl ins Feuer gießen!" Stattdessen empfiehlt die Expertin Kräutertee aus Pfefferminze, Salbei oder Chrysanthemen. Die Blätter werden jeweils 10 bis 20 Minuten im Wasser gekocht, abgeseiht und heiß getrunken. Mache einen Topfenwickel, der wirkt kühlend und entgiftend: Warmen Topfen in ein Tuch geben und um den Hals wickeln, bis er kühl und bröselig ist. Sorge außerdem für mehr Luftfeuchtigkeit, indem du z. B. feuchte Tücher über den Heizkörper hängst.

Rezept: Hühnersuppe

Zutaten (für ca. 2 Liter)

1 ganzes Huhn oder 4-5 Hühnerrücken (in Bioqualität), je 10 dag Hühnerleber und -herzen, 2 große Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, je 1 daumengroßes Stück Ingwer und Kurkuma, 2 Lorbeerblätter, 3 Nelken, 5 Wacholderbeeren, Salz, ca. 20 Pfefferkörner, 4 Karotten, 1 kleine Sellerieknolle, 1 Petersilwurzel, 2 Zweige Liebstöckel, 1 Stange Porree

Zubereitung

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma schälen. Alle Zutaten aus der Liste bis zu den Pfefferkörnern in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen, Schaum abschöpfen und auf kleiner Flamme 3-4 Stunden köcheln. Eine halbe Stunde vor Kochende das Gemüse in Stücke geschnitten zugeben.