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Woman testet: 1-Tages-Detox-Saftkur

Red-Carpet-Cleanse: Ich habe mich einen Tag lang nur von Getränken der Marke 'Das Bergblut' ernährt und mich dabei gefragt, wie oft ich wohl aufs Klo gehen muss.

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Bergblut Saftkur
© Márcia Neves, Copyright 2017. All rights reserved.

Kann sein, dass dieser Artikel eher: 'Ich habe aus Versehen eine 1-Tages-Detox-Kur gemacht, obwohl ich eigentlich nur leckere Säfte probieren wollte', heißen, denn das ist die Wahrheit. Die netten Leute von Das Bergblut haben uns gefragt, ob wir Lust hätten ihre Säfte zu testen und da ich immer ein offenes Ohr für das leibliche Wohl habe, war ich natürlich dabei. Als die Goodies dann da waren, habe ich gemerkt, dass es sich dabei um ein handfestes Cleanse-Paket handelte. Und somit beschloss ich, mich dem Detoxen zu unterwerfen und mich einen Tag lang nur von Säften zu ernähren.

Saftkur Bergblut

Da ich zuvor noch nie einen Tag lang auf feste Nahrung verzichtet hatte, kamen mir mehrere Fragen in den Kopf: Wie hungrig würde ich sein? Würden mir alle Säfte gleichermaßen schmecken? Und am wichtigsten: Wie oft müsste ich aufs Klo gehen?

Bergblut hatte mir das 'Red Carpet Cleanse'-Paket gesendet, das sie selbst als 'schnellen Schlankmacher' bezeichnen. Ich würde mit meiner schlanken Silhouette Köpfe verdrehen, schreiben sie in ihrem Informationsheft. Gut, ich weiß, dass man nach einem Tag des Saft-Trinkens nicht sofort schlank wird, aber vielleicht würde sich ja mein Magen verkleinern, mein Bauch weniger aufgebläht und mein Hungergefühl unterdrückt werden.

Das 'Red Carpet Cleanse'-Paket besteht aus vier Säften, einer Lemonade und einer Milk. Eine Lemonade besteht aus Grander-Wasser und Superfoods wie Agavensirup, Spirulina oder Kurkuma. Die Säfte wiederum sind ausschließlich aus Obst, Gemüse und Superfoods gemacht. Und unter Milks versteht Bergblut zweierlei Mandeldrinks.

Letzterer Mandeldrink überraschte mich am meisten von allen Produkten! Ich hatte den mit rohem Kakao bekommen und als letztes Cleanse-Getränk des Tages wirkte er wie ein guter alter Kakao vorm Schlafengehen (auch wenn es da erst 18.00 war). Zuvor hatte ich nur einmal einen Mandeldrink probiert und es schmeckte mir ganz und gar nicht, aber diese Milk war richtig lecker. Trotzdem gab es einen Saft, der die Milk geschmacklich übertrumpft hatte.

Saftkur Bergblut

Saft 'Green No.2' war mein Schatzi! Dies war mein zweites Getränk, nach der, mit Cayennepfeffer gewürzten, Lemonade 'No.1' und ich war einfach ready, endlich einen Saft zu trinken. Ich erwartete den typisch 'grünen', also gemüsigen Geschmack, doch ganz im Gegenteil: 'Green No.2' ist ein richtig leckerer Obstsaft mit einem leichten Kräutergeschmack. Nach dem ich mit ihm fertig war, hatte ich keine Zweifel mehr, dass dies eine echt coole Challenge ist.

Naja, aber ich bin halt ein euphorischer Mensch und glaube eher mal an das Gute in Dingen. Es war im Endeffekt aber nicht so leicht, den ganzen Tag nur Säfte zu konsumieren, denn eine meiner Ängste wurde war: Ich musste sehr oft aufs Klo. Zum Gück war ich viel zuhause, doch ich wusste, dass ich irgendwann ins Kino gehen musste. Und dieser Gedanke ließ mich einfach nicht los.

Deshalb habe ich dann später doch noch ein paar Mandeln genibbelt (darf man, laut Bergblut!), einfach nur, um mir die Illusion zu bieten, dass ich eh was im Magen habe, das die ganze Flüssigkeit aufsaugt. Dass unsere Blase und deshalb unser ganzes Ausscheidungssystem nicht so funktioniert weiß ich, aber die Psyche muss manchmal beruhigt werden.

Saftkur Bergblut

Ich musste im Kino dann doch nicht aufs Klo, was mich außerordentlich glücklich machte. Was mich leider weniger froh stimmte, war mein 'Abendessen', Saft 'Green No. 3'. Dieser schmeckte sehr gemüsig (bei diesen Zutaten nicht erstaunlich: Birne, Grünkohl, Spinat, Gurke, Brokkoli, Petersilie, Sellerie, Zitrone, Ingwer). Für mich war das einfach zu viel des Guten, vor allem, weil ein leicht bitterer Geschmack alles übertüncht und ich hasse alles, was bitter ist.

Eine weitere Sache, die mich grübeln ließ, war die Tatsache, dass ich bei körperlicher Tätigkeit den Hunger viel mehr spürte, als zuhause am Sofa. Das war wirklich ein interessantes Phänomen: Ich sitze den ganzen Tag am PC, schreibe vor mich hin und denke mir, dass ich eigentlich gar nicht hungrig bin. Und dann gehe ich einmal raus und der Hunger schlägt so richtig zu! Vielleicht bin ich ein bisschen nahrungssüchtig, aber ab da hatte ich nur noch Augen für den Würstelstand, das Chinarestaurant und die Baklava einer türkischen Bäckerei.

Die menschliche Psyche ist ein lustiges Ding: Gib ihr einen Tag nur zu trinken, obwohl sie Essen gewohnt ist und sie wird dich ein bisschen hassen. Und das, obwohl die meisten Säfte richtig lecker und durchaus nahrhaft waren. Naja, so lernt man sich selbst wieder ein bisschen besser kennen.

Saftkur Bergblut
Fazit

Alles in allem habe ich es natürlich nicht bereut, mich einen Tag nur von Säften und anderen Getränken ernährt zu haben. Ich habe viel über mich gelernt: Ich werde versuchen, jeden Tag mehr zu trinken, denn wie ich gesehen habe, bedeuten fast 3 Liter Flüssigkeit doch keinen dauerhaften Umzug aufs Klo. Ob ich jetzt schlanker bin, oder nicht, ist mir egal. Wenn ich das nächste Mal ein Cleanse-Paket bestelle, wäre es sicher 'Immunity Cleanse', denn an etwas Immunsystem-förderndes glaube ich mehr, als an einen 1-Tages-Schlankmacher. Im Endeffekt hatte ich einen amüsante Tag voller leckerer Säfte und mir bleiben immer noch zig tolle Glasflaschen, die ich noch lange verwenden werde.