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Beruf: Influencer

Sie modeln, werden von TV-Sendern eingeladen und verdienen mit lukrativen Werbeverträgen oft Millionen. Social-Media-Stars gehören zu den wichtigsten Meinungsmachern. Und was tut man da eigentlich überhaupt? Der Megatrend in der Expertenanalyse.

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Beruf: Influencer
© Instagram/chiaraferragni

Blogger, Instagramer und YouTuber sind die neuen Stars. Sie bestimmen, was im Trend ist. Klar, dass sich das auch auf die Berufsziele vieler auswirkt. Social-Media-Star ist DER Berufswunsch unter den Jugendlichen. "Vor einigen Jahren wollten alle Popstars werden, das wurde jetzt vom Influencer abgelöst. Aber wie beim Popstar gilt auch hier: Nicht jeder hat das Talent dazu. Und es ist viel Arbeit", weiß Zukunftsforscherin Christiane Varga. Mit Digital-Expertin Viktoria Egger und Creative Director Thomas Schmid wollten wir wissen: Was steckt hinter dem Hype rund um das virtuelle Business?

Wer ist ein Influencer?

Role Models. Kurz zusammengefasst: Das ist eine Person, die im Internet aktiv ist und eine reichweitenstarke Community hat. Werber Thomas Schmid weiß: "Guten Influencern gelingt es, mit ihren Fans eine echte Beziehung aufzubauen. Das Ergebnis: Empfehlen sie Marken oder Produkte, so vertraut ein Großteil darauf." Sie sind ein wertvolles Medium, denn klassische Medien wie TV, Zeitung oder Radio kommen heutzutage kaum an die jungen Leute heran. Viktoria Egger hat sich auf Influencer-Marketing spezialisiert. Sie erklärt: "Meinungsmacher gab es schon immer. Neu ist, dass sie sich im Web ihre eigenen Kanäle schaffen können, um ihre Einstellungen, ihr Leben und ihre Geschichten zu teilen. So erreichen sie ein paar Hundert bis zu mehrere Millionen Menschen. Je nachdem, mit welchem Thema sie sich befassen. Dabei sprechen wir heute auch von Mikroinfluencern. Sie haben auf Instagram etwa 1.000 bis 10.000 Follower." Also weniger Reichweite als die großen Online-Stars, dafür erreichen sie ihre Zielgruppe aber ganz gezielt. Auch Varga gibt zu bedenken: "Die Followerzahl ist nicht zwingend ein Indikator für einen guten Influencer. Anhänger werden immer häufiger auch zugekauft. Hier gilt: Qualität vor Quanität."

Wie wird man das?

Vom Hobby zum Beruf. "Die meisten beginnen, weil sie Freude daran haben, über Dinge zu sprechen, die sie persönlich interessieren", so Experte Thomas Schmid. "Die Leidenschaft für ein Thema ist also Voraussetzung. Nicht der Druck, sondern der Spaß soll im Vordergrund stehen." Wer erst einmal seinen Internetauftritt gestartet hat, braucht Durchhaltevermögen: "Wöchentlich Inhalt zu produzieren, den die Community liebt, ist eine Herausforderung. Gerade weil die Followerzahl zu Beginn langsam steigt."

Was muss man können?

Aufgeschlossen & technikaffin. Social-Media-Promis unterhalten und informieren. Dafür sind aber auch einige Skills notwendig. Viktoria Egger zählt auf: "Idealerweise ist man ein extrovertierter Mensch, der sich leicht tut, große Teile seines Lebens mit der Öffentlichkeit zu teilen. Man sollte auch mit Kritik gut umgehen können. Und es aushalten, 24/7 erreichbar zu sein und laufend daran zu arbeiten, die eigene Community mit neuen Inhalten zu bespielen, Fragen zu beantworten und Hilfestellungen zu geben."

Zu den Grundvoraussetzungen gehört außerdem das Wissen um sämtliche Funktionen, die Facebook, YouTube, Instagram & Co. bieten. Und ganz wichtig: "Ideen müssen interessant und unterhaltsam umgesetzt werden. Doch auch wenn diese brillant sind, ist alles umsonst, wenn den Content niemand sieht", so Thomas Schmid. Deshalb ist das technische Know-how essenziell: Keyword-Optimierung, Verlinkungen und Ads-Kampagnen vergrößern die Reichweite.

Kann man davon leben?

Zum gut bezahlten Job entwickelt. Influencer sind begehrte Marketing-Instrumente geworden. Christiane Varga dazu: "Fashion- oder Lifestyle-Bloggerinnen bekommen die neuesten Produkte zugeschickt, testen sie oder lassen sich damit ablichten. Das muss natürlich gekennzeichnet werden, was der Glaubwürdigkeit aber keinen Abbruch tut. Schaltungen werden von Unternehmen bezahlt. Wenn Person X ins Fitnessstudio Y geht und das postet, wird vom Sportcenter ein gewisser Betrag dafür bezahlt." Thomas Schmid kennt die Szene gut und weiß auch: "In Österreich wird das nur wenigen gelingen. Das Einkommen hängt zum einen von der jeweiligen Reichweite ab, zum anderen muss der Influencer aufpassen, dass er seine Community nicht mit zu vielen Werbebotschaften verärgert."

Blogger sind auch zunehmend gefragte Testimonials. "Langfristige Kooperationen mit passenden Meinungsmachern sind für Unternehmen sehr interessant und vor allem auch sinnvoll, weil sie so andauernde Beziehungen mit der eigenen Zielgruppe auf bauen können", erklärt Beraterin Viktoria Egger. "Wichtig ist dabei die richtige Auswahl der Persönlichkeiten, um auch die Wirkung zu erzielen, die man möchte. Diese Verträge können für die Blogger-Stars dann sehr lukrativ sein."

Wie geht es weiter?

Zunkunftsaussichten. Kein Stillstand in Sicht. "Der Einfluss der Internet-Personalities wird weiter steigen", ist sich Christiane Varga sicher. "Und das nicht nur bei jungen Leuten, sondern immer häufiger in ganzen Branchen. Schon jetzt kann man einen Anstieg bei den Investitionen feststellen. In den USA sind Influencer-Marketingbudgets bereits fester Bestandteil, weil Influencer ihre Fans auf einer persönlichen Ebene ansprechen. Sie wirken nahbar. Das Gefühl der 'besten Freundin' entsteht. "Der Trend geht auch klar in Richtung Vernetzung. Schmid: "Ab Herbst gibt es in Österreich eine Plattform: influencevision.com. Hier kann jeder Werbekunde online Influencer buchen und abrufen, was sie ihm gebracht haben."

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