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Working Mum = Erfolgreiche Tochter

Berufstätige Mütter werden oft von Schuldgefühlen geplagt. Eine neue Studie der Harvard Business School belegt: Das ist wirklich nicht nötig, im Gegenteil.

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Working Mum = Erfolgreiche Tochter

Wenn wir arbeiten, befeuern wir die Karriere unserer Töchter

© Reuters/Jessica Rinaldi

Gibt es da draußen irgendeine berufstätige Mutter, die nicht zumindest ab und an von einem schlechten Gewissen geplagt wird? Weil sie oft zu wenig Zeit für ihre Kinder hat, weil sie manchmal heim hetzt und genervt oder in Gedanken noch in der Arbeit ist, die einfach denkt, dass alles zu kurz kommt, vor allem ihre Liebsten?

Die Autorin dieser Zeilen ist berufstätig, sie ist Mutter und ja: Sie fühlt sich manchmal richtig schlecht. Das muss aber offenbar nicht sein. Denn die renommierte Harvard Business School veröffentlichte jetzt ein Arbeitspapier, in dem erstmals festgehalten wird, wie positiv sich die Arbeit einer Mutter auf die spätere Karriere ihrer Töchter auswirkt (und auf das Privatleben der Söhne, aber dazu später mehr...).

Aus der Analyse von Daten aus zwei Dutzend Ländern schlossen die Forscher, dass Töchter berufstätiger Mütter häufiger einen Arbeitsplatz finden, schneller in eine leitende Funktion aufrücken und besser bezahlt werden als Mädchen, deren Mütter keinem "normalen" Beruf außer der Hausarbeit (und ja, WIR finden, dass dies auch ein Beruf ist, aber die Forschung rechnet das offensichtlich anders ) nachgingen.

Töchter berufstätiger Mütter ergattern schneller Führungsposition

Kathleen McGinn, Professorin an der Harvard Business School und Autorin der Studie zu dem Online-Magazin Quartz : "Wir hatten erwartet, dass es einen Zusammenhang zwischen "Working Mums" und der Karriere ihrer Töchter gibt. Aber dass die Ergebnisse statistisch derart signifikant sind, das hat sogar uns überrascht. Vor allem, nachdem wir klar nachweisen konnten, dass die Töchter berufstätiger Mütter schneller in Führungspositionen aufrücken."

Satte 33% der Mädchen, deren Mutter mit einem Job ebenfalls zum Auskommen der Familie beitrug, konnten in leitende Positionen aufrücken – im Gegensatz zu den Töchtern von Frauen, die zuhause bleiben. Hier gelangen nur 25% auf der Karriereleiter nach oben. McGinn: "Wir schließen daraus, dass erwerbstätige Mütter ein Umfeld schaffen, in dem ihre Kinder weniger mit konventionellen Rollenmustern konfrontiert werden. Sie verhalten sich dann weniger so, wie es die konservative Gesellschaft als für ein Mädchen oder einen Buben angemessen erachtet."

Denn auch die Auswirkungen einer berufstätigen Mutter auf das Rollenverständnis ihrer Söhne war nachweisbar: Diese Buben waren als Erwachsene eher bereit, sich bei der Kinderbetreuung und im Haushalt zu engagieren.

Die Daten der Studie wurden zwischen 2002 und 2012 ausgewertet und sind tatsächlich statistisch relevant. Denn die Forscher glichen auch ab, ob die Mütter Voll- oder Teilzeit arbeiteten und wie lange sie dies machten. McGinn: "Selbst wenn wir alle Variablen eingerechnet oder wieder rausgerechnet hatten, die Aussage blieb die gleiche: Frauen, wenn ihr berufstätig seid, dann helft ihr euren Kindern zu verstehen, dass es da draußen wahnsinnig viele Möglichkeiten für sie gibt..."

DISKUTIERE MIT: GLAUBST DU, DASS DIE BERUFSTÄTIGKEIT DER MUTTER POSITIVEN EINFLUSS AUF DAS BERUFSLEBEN DER KINDER HAT? ODER FINDEST DU, DASS MÜTTER, DIE ZUHAUSE BLEIBEN, EINE BESSERE ERZIEHUNG GEWÄHRLEISTEN KÖNNEN?

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