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Sie ist die bestbezahlte weibliche YouTuberin!

Sie startete ihren YouTube-Kanal, um ihre Depressionen in den Griff zu bekommen. Jetzt ist Lilly Singh der bestbezahlte weibliche YouTube-Star weltweit.


Sie ist die bestbezahlte weibliche YouTuberin!
© 2016 Getty Images

"Hej! Die Chance, bevor ich ein Beauty-Tutorial mache, werde ich eher die erste farbige Präsidentin der USA. Und, Leute: Ich bin noch dazu Kanadierin!"

Nein, es mag nicht deiner traditionellen Vorstellung von harter Arbeit entsprechen, den halben Tag in deinem Zimmer vor einer Webcam herumzuhampeln, witzige Sätze zu brabbeln oder zu singen und zu tanzen. Aber damit Erfolg zu haben, dafür braucht es Kreativität, Disziplin und extrem viel Ausdauer. Für die YouTuber, die Millionen Abonnenten an sich binden und mit den Alltäglichkeiten ihres Lebens unterhalten, bedeutet es einen unerbittlichen und ständigen Druck, erst eine "Marke" zu werden – vor allem aber, sie auch zu bleiben.

Denn zu vermarkten ist in erster Linie das eigene "Ich".

Lilly Singh: Die bestbezahlte weibliche YouTuberin

Lilly Singh ist dafür ein prototypisches Beispiel. Die 28-Jährige Vloggerin ist die bestbezahlte weibliche YouTuberin, schaffte es 2016 mit einem Verdienst von unglaublichen 7,5 Millionen Dollar als einzige Frau auf die Liste der reichsten 50 Internet-Stars des Wirtschaftsmagazins Forbes.com .

Fans unter dem Kunstnamen "Superwoman" bekannt, verbringt Singh jede Stunde ihres Tages damit, ihr Imperium weiter auszubauen. Schlechte Momente darf es dabei keine geben, ihr Markenzeichen ist eine freche Schnauze, Frohsinn und Heiterkeit. Da passen miese Laune, Lustlosigkeit oder Depressionen nicht ins Bild.

Dabei waren genau letztere der Grund, warum Lilly Singh überhaupt ihre ersten Videos auf YouTube stellte. "Ich leide unter Depressionen. Während meines Studiums der Psychologie habe ich ein paar Clips produziert, in denen ich über meine Krankheit erzählte. Auf einmal war da Zuspruch. Und mit jedem weiteren Klick, jedem neuen Follower, verbesserte sich meine Stimmung."

Singh erkannte: Am besten gehen Clips, in denen sie über Probleme spricht. Aber auf humoristische Weise. Freimütig plaudert sie über ihre Periode, über Durchfall ("Schadet nicht, wenn man abnehmen will!") oder darüber, warum sie keine Kinder möchte, BHs eine Pein sind, wie Mädchen auf SMS antworten und weshalb sie schminktechnisch sowieso eine reine Versagerin ist:

11 Millionen Abonnenten interessieren sich für Singhs Ausscheidungen

11 Millionen Follower vereint Lilly Singh mittlerweile auf ihrem YouTube-Channel, bis zu fünf Millionen davon klicken jedes einzelne ihrer Videos an. Damit ist die im kanadischen Toronto aufgewachsene Vloggerin eine Mediengröße. Nicht mehr nur relevant für ein paar Internet-Nerds, sondern eine Figur mit Status im amerikanische Showbiz. Seit ihrem Umzug nach L.A. trat Lilly in Clips mit der ehemaligen First Lady Michelle Obama oder den Hollywood-Comedians Seth Rogen und James Franco auf, hatte eine Gastrolle im Julia-Mila Kunis-Movie "Bad Moms", unterhielt sich in der Talkshow von Late Night-Größe Jimmy Fallon über Jungs und Flirts oder trat als Host bei den "People's Choice Awards" auf.

"YouTube und das ständige Fortführen und Erweitern meiner Marke, das ist kein Spaß mehr. Es ist Arbeit. Anstrengende Arbeit. Denn Kreativität macht nur mehr einen kleinen Teil meines Business aus. Ich schließe Verträge, ich arbeite Kooperationen ab, ich muss zu Events, um Kontakte zu knüpfen, ich betreue meine Community und muss schauen, dass sie mich immer weiter mögen. Da ist viel Anstrengung dahinter," erzählte Singh Web-Magazin Buzzfeed . "Ich bin keine YouTuberin mehr, ich bin ein Performer."

Und der Rubel rollt. Neben Werbevermarktung, Kooperation und Auftritten als Gast-Star in Sitcoms und TV-Shows baut Singh ihr Millionen-Dollar-Imperium weiter aus. Kürzlich brachte sie in Zusammenarbeit mit einem Kosmetikunternehmen einen Lippenstift auf den Markt, ihr erster eigener Film soll noch heuer in die Kinos kommen.

Über ihrem Bett hängt ein "Vision Board", eine Tafel, auf der sie ihre Wünsche und Ziele visualisiert. "Am liebsten," so die bestbezahlte weibliche YouTuberin, "würde ich mein Zimmer mit meinen Plänen tapezieren."

Und trotzdem mischt sich Ernsthaftigkeit in all die Aufgedrehtheit und Euphorie: "Wenn du Erfolg hast, dann willst du noch mehr Erfolg. Es ist wie eine Gier. Du kannst die Idee nicht ertragen, dass es plötzlich Aus sein könnte, niemand mehr deine Videos sehen will oder keiner dich mehr auf den Red Carpet einladen könnte. Früher habe ich es vor allem aus Spaß gemacht. Heute mache ich es vorrangig, um nicht zu verschwinden."

Thema: Internet-Hype