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Warum uns die besten Ideen unter der Dusche kommen

72 Prozent von euch haben die besten Ideen unter der Dusche. Der Grund? Wurde jetzt von Psychologen erforscht. Plus: Wie du dieses Wissen besser nutzt.


Warum uns die besten Ideen unter der Dusche kommen

Ab unter die Dusche!

© iStockphoto

"Schnell ein Glas Benco, schon die Idee!" - Kennt ihr diesen Werbeslogan noch? Jetzt können wir ihn abwandeln: "Schnell unter die Dusche, schon die Idee!" Und das stimmt erwiesenermaßen sogar.

Scott Barry Kaufmann und Carolyn Gregoire, Verfasser der Kreativitäts-Bibel "Wired to create", stelltne fest: "72 Prozent aller Menschen kommen die besten Ideen unter der Dusche." Dabei bezieht sich das Autoren-Duo auf eine Studie, die bewiesen hat, wie wahnsinnig wichtig Entspannung für kreatives Denken ist. "Das warme Wasser plätschert, die Sorgen und der Stress fällt ab, man ist alleine und wird nicht beurteilt. In dieser Atmosphäre können die Gedanken fließen und neue Ideen entstehen."

Da erhält "Brainwashing" ja auf einmal eine ganz neue Bedeutung.

Wie werde ich im Job kreativer?

Toll. Nur ist es leider unserer Erfahrung nach so, dass wir diese brillanten Ideen auch schnell wieder vergessen, wenn wir aus der Dusche hopsen und unsere Haare föhnen. Vor allem aber: wir brauchen die tollen Geistesblitze nicht in der Früh oder am Abend! Sondern untertags, wenn wir im Meeting mit den Kollegen sitzen oder dringend eine Idee für die Präsentation suchen.

Was also tun? Weil: eine Dusche am Arbeitsplatz, in die wir mal schnell verschwinden, die wird weder unser Chef gut finden – noch würden wir dieses Angebot in Anspruch nehmen, Kreativität hin oder her.

Kaufmanns Rat: "Das Hirn braucht Leerlauf, um neue Ideen zu produzieren. Das kann aber nicht vor dem Computer passieren. Mach' einen Spaziergang, um dein Hirn neu zu konfigurieren. Oder zieh' dich in einen Raum zurück, in dem du ungestört tagträumen kannst. Jegliche Ablenkung schadet dem kreativen Prozess."

Einen Fachbegriff für diesen Leerlauf gibt es übrigens auch: "Default Mode" nennen Neurologen ihn. Er entsteht unter der Dusche, kurz vor dem Einschlafen, während eines Spaziergangs oder beim Spielen. In Momenten der Ruhe also.

Allerdings: übertreiben sollte man es auch nicht. Kaufmann: "Wenn man zwanghaft die Super-Idee aus sich rauspressen will, gelingt das auch nicht. Stattdessen: vor die Tür gehen, durchatmen und Gedanken treiben lassen. Danach aber wieder Kontakt mit Kollegen aufnehmen, denn Kreativität entsteht in genau dem Raum, der zwischen der inneren und äußeren Welt liegt."

Na prima. Dann wissen wir jetzt Bescheid. Ihr findet uns unter der Dusche.