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Betrug: Falsche Polizisten erfinden Unfall von Tochter!

Telefonbetrug: Falsche "Polizisten" fordern via Telefon von Eltern ordentlich Kaution, damit das Kind nicht ins Gefängnis muss. Wie du nicht auf diesen Trick reinfällst!

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Betrug: Falsche Polizisten erfinden Unfall von Tochter!

Die Polizei hat da jedenfalls nicht angerufen...

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Die Eltern einer Wienerin bekamen am 27. August dieses Jahres einen Anruf - mit unterdrückter Nummer. Die Stimme am anderen Ende der Leitung stellte sich als Polizist vor. Auf der Wache würde gerade weinend ihre Tochter sitzen, weil sie einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Ob ihr etwas passiert sei? Eh nicht - aber sie habe einen Totalschaden an einem Porsche verursacht. Schon eher ungut. Weil sie jetzt mit einem Schaden von 132.000 Euro konfrontiert sei und ihre Versicherung vor zwei Tagen abgelaufen sei. Der Hörer wird an die (vermeintliche) Tochter übergeben. Schluchzen. Hysterie. Aber keine Antworten.

Im Vater steigt ebenso Verzweiflung auf. Er will sofort zu ihr auf's Revier. Das sei nicht möglich, heißt es aber von Polizistenseite. Die Tochter werde gleich zum Richter geführt. Der Vater beginnt ab diesem Zeitpunkt zu ahnen, dass etwas nicht stimmt. Dann kommt die Aufforderung, eine Kaution zu hinterlegen. Der Vater meinte, er könne so viel Geld nicht aufbringen. Der Anrufer fragte, wie viel er heute aufbringen könne. Es müsse noch am selben Tag bezahlt werden. Inzwischen ist dem Vater klar, dass die Sache faul war. Er fragt, wo seine Tochter jetzt sei. Schlossgasse, war die Antwort. Kriminalkommissariat Schlossgasse?, fragt der Mann. Der Anrufer verneint. Der Vater verlangt, noch einmal mit seiner Tochter zu sprechen. Das sei nicht möglich, inzwischen sei sie zum Richter abgeführt worden. Dann werde er zu Gericht fahren, meinte mein Vater. Das sei auch nicht möglich. Der Vater legt auf.

Polizei empfiehlt Telefonat abzubrechen

Es waren Trickbetrüger am Werk - die Tochter war und ist wohlauf. Sie warnt: "Geschrieben klingt es vielleicht nicht so schlimm, weil recht durchschaubar. Aber durch die Einleitung des Gesprächs ist der Angerufene schon einmal unter Schock. Die schluchzende Frauenstimme im Hintergrund tut dann ihr übriges." In ihrem Fall ist die Sache zum Glück noch einmal gut gegangen, gerade in letzter Zeit häufen sich aber Vorfälle, bei denen die Betrüger erfolgreicher sind, wie die Wiener Polizei in einer Aussendung vom Juni mitteilt. So hat eine 83 Jahre alte Frau in Rudolfsheim-Fünfhaus Schmuck im Wert von 40.000 Euro übergeben, nachdem sie mit derselben Masche angerufen wurde.

Die Polizei rät, Telefonate, bei denen Geld, Schmuck oder sensible Daten gefordert werden, sofort abzubrechen und sich nicht auf Diskussionen, Forderungen oder Angebote einzulassen. Anschließend sollte sofort die Polizei gerufen und Anzeige erstattet werden. Das haben auch die Eltern von Kaia gemacht. Von den Betrügern fehlt aber nach wie vor jede Spur.