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Prinzessin all over - muss das sein?

"Oohhh - wie süß!" Bitte nicht! Was wir stattdessen tun können im Umgang mit Kindern, um Mädchen nicht auf ihr hübsches Aussehen zu reduzieren.

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Prinzessinnen-Bettwäsche von Snurk
© Tim Stet

Vor einigen Wochen haben wir hier von einer Bettwäsche aus dem Hause Snurk geschwärmt. Wenn man sich in diese hinein kuschelt - wie es ein kleiner Junge aus dem zugehörigen Bild vormachte -, kann man sich dank lebensechtem Print so fühlen wie ein Astronaut oder eine Astronautin. Aber scheinbar haben nur wir auch weibliche Wesen in fernen Traumwelten gesehen, denn nun kam die Variante für Mädchen auf den Markt. Und abgebildet ist ein rosa Prinzessinnenkostüm.

Bettwaesche fuer Astronauten

Der erste Eindruck war noch "Ooohhh - ist das süß", dann aber kam das große "Moment mal!". Wieder einmal wird hier ein vielbeschworenes Klischee zelebriert, das schon in der Kindheit beginnt: Die Burschen sind die Abenteurer und entdecken das Universum und die Mädchen wollen sich nur schön anziehen und hübsch aussehen. Dazu passend der Text des Herstellers: "Go ahead and doze off, dream of your prince charming on a white horse. But first make sure you are lying perfect underneath your diamond tiara. What a sleeping beauty!"

Allzu oft schon haben wir Spielzeugmagazine gesehen, wo Buben abgebildet waren mit Chemiebaukästen oder Autos und Mädchen hingegen mit Puppen oder an der Spielzeugküche. Muss das denn immer wieder sein?

Aber scheins werden kleine Mädchen regelrecht getrimmt darauf, Prinzessin spielen zu wollen. Wie beispielsweise ein Mädchen in meinem Bekanntenkreis: Sie kam in den Kindergarten und im ersten Jahr ging sie im Fasching noch als Äffchen. Im nächsten Jahr jedoch musst es eine Prinzessin sein, denn ALLE anderen Mädchen gingen ebenso als eine. Und irgendjemand muss ja auch das Prinzessinnen-Shampoo verwenden oder das Prinzessinnen-Joghurt essen, das es - mit einer Extraportion Zucker - im Supermarkt zu kaufen gibt. Darüber hinaus natürlich rosa Plastik-Diadem, Schmuck und Kleidchen.

Vielleicht müssen wir uns bei dieser Entwicklung auch selbst an die Nase nehmen. Denn treffen wir ein herziges Mädchen in ihrem niedlichen Kleid, dann wird derjenigen gleich mitgeteilt, wie entzückend es denn aussehe und mit diesem Lob - das wir ja alle gerne erhalten - lernt das Kind, wie wichtig es ist, gut auszusehen. Warum versuchen wir nicht, uns in der ersten Entzückungsreaktion zu beherrschen und fragen das Mädchen besser, was für ein Buch es gerade liest oder was es heute gezeichnet hat. Damit zeigen wir dem Kind nämlich, dass wir uns dafür interessieren, was es tut und nicht wie es aussieht. Und die Freude darüber ist weitaus größer!

Thema: Sexismus

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Warum darf eine Astronautin nicht schön wie eine Prinzessin sein? Was ist verkehrt an schönen Kleidern? Und mit Puppen und Kinderküche zu spielen ist doch natürlich. Nicht jeder Jünge wird ein Austronaut dafür aber fast jedes Mädchen wird eine Mutter. Warum müssen Mädchen sich mit Jungen messen und genauso stark und sogar stärker werden? Weil Männerberufe besser bezahlt sind? Aber warum? Ist Kindergärtnerin für die Gesellschaft weniger wert als Pilot? Weil sie schön ist?
Wann endlich kommt die Zeit dass wir keine Männer werden müssen um von der Gesellschaft Wertschätzung zu bekommen? Damit meine Tochter kein Astronaut werden muss sondern auch in einem schönen Kleid, mit langen Haaren und mit Prinzessinnen Bettwäsche nicht für dumm gehalten wird. Damit sie auch in einem typisch weiblichen Beruf gut verdient? Wieso darf Frau nicht genauso stolz auf ihren Busen sein wie Männer auf ihre Muskeln? Indem wir Männern nachjagen machen wir uns zu Verliererinnen. Lasst uns lieber für unsere Rechte Kämpfen, das Recht Frau zu bleiben ist unser Grundrecht. Quote in der Chefetage bringt nichts wen sie von den kinderlosen androhyn aussehenden Karrierefrauen besetzt wird die mit Neid und Verachtung auf andere Frauen herabschauen. Wir brauchen intelligente noramle Frauen mit Kindern, Kleid und Busen in den Chefetagen. Nur diese helfen auch anderen normalen Frauen aufzusteigen und verändern somit unsere Gesellschaft.