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Es darf auch mal wilder werden ...

Bewegung ist ein wichtiger Entwicklungsmotor, deshalb sollten sich Kinder zumindest einmal täglich richtig austoben. So lernen sie sich selbst und ihre Grenzen kennen. Plus: unsere neue Kindergartensuche.

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Es darf auch mal wilder werden ...
© istockphoto.com

Der natürliche Bewegungsdrang von Kindern ist enorm. Und das ist gut so, immerhin schult das Wahrnehmung, räumliches Begreifen, Koordinationsvermögen und Gleichgewichtssinn. "Bewegung ist die erste Kommunikationsform der Kleinen. Sie erleben dadurch ihr eigenes Ich, reagieren auf ihre Umwelt und treten in Kontakt mit ihren Bezugspersonen", erklärt Martina Bienenstein, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und Gründerin der Elternlounge mychild (mychild.at). Sie weiß, wie wichtig spielerisches Ausprobieren und Herumtoben sind, wie Eltern ihr Kind in der Bewegungsentwicklung sinnvoll unterstützen können – warnt aber vor übertriebenem Ehrgeiz dabei. Was die Expertin sonst noch rät? Lies weiter! Außerdem haben wir ein spezielles Service für alle Leserinnen aus Wien. Wir unterstützen dich bei der Suche nach dem perfekten Kindergarten (alle Infos unten).

Entdeckung der Welt.

Kinder bewegen sich, weil sie Freude, Lust und Spaß daran haben. "Sogar Neugeborene sind schon aktiv. Strampeln, mit den Ärmchen fuchteln oder den Kopf hin und her bewegen sind keine sinnlosen Tätigkeiten. Die Säuglinge beginnen so, den Raum um sie herum zu erfahren und einen ersten Bezug dazu herzustellen. Und es ist ein Mittel der Kommunikation mit den Eltern. Heftigkeit, Schnelligkeit und Intensität geben bereits erste Hinweise auf den Charakter des Kindes", weiß Bienenstein. Die Motorik hilft außerdem bei der Entwicklung des Gehirns, da sie für die Vernetzung von Nervenzellen und Bildung von Synapsen sorgt. "Dieser Prozess setzt sich natürlich mit dem Älterwerden fort. Egal ob Kinder unter das Sofa krabbeln, die Bücher aus dem Regal räumen, auf ein Hindernis klettern – immer steht die Entdeckung der Welt dabei im Mittelpunkt. Und sie lernen daraus: Wie fühlt sich etwas an? Wann tut mir was weh? Was traue ich mir zu, und schaffe ich das auch? Wie kann ich Entfernungen einschätzen?" Bewegung ist dementsprechend auch ganz eng mit Erfolgserlebnissen verknüpft und unterstützt so die Bildung eines positiven Selbstwertgefühls.

Natürlicher Ehrgeiz.

Deshalb plädiert Bienenstein auch für möglichst viel Bewegungsfreiheit: "Zumindest einmal täglich sollten sich Kinder ordentlich austoben können. Das fördert nicht nur ihre Entwicklung, sie sind dann auch ruhiger und entspannter. Das ist genauso wie bei den Erwachsenen." Doch die Möglichkeiten zur natürlichen Bewegung werden immer eingeschränkter. Moderne Wohnungen sind oft ungeeignet oder zu klein zum hemmungslosen Toben. Gerade in der Stadt können Kids nicht einfach draußen spielen, man muss fast immer irgendwohin gehen oder sogar fahren. Selbst im Kindergarten gibt es oft nur wenig Möglichkeit, frei herumzutollen. Bewegungskurse können eine Alternative sein, sofern dort das spielerische Erleben gefördert wird, betont Bienenstein: "Kinder sind von Natur aus ehrgeizig und wollen sich auch aneinander messen. Sie erleben Wettstreit oft als etwas Lustvolles. Das sollen Eltern unterstützen, allerdings ohne Druck. Denn durch ständige Kritik werden die Kleinen bald die Freude daran, Neues auszuprobieren, verlieren.“ In diesem Zusammenhang warnt die Therapeutin auch vor einem Reflex: "In Zeiten von Hyperaktivität und ADHS wird ein sehr stark ausgeprägter kindlicher Bewegungsdrang oft negativ empfunden. Rebelliert der Nachwuchs gegen langes Sitzen oder ist er beim Spielen etwas wilder, bedeutet das aber nicht automatisch Probleme mit der Konzentration. Da ist einfach mehr Energie da. Und es ist okay, wenn die Kleinen auch mal raufen oder sich umstoßen. Als Erwachsener muss man aber darauf achten, dass es nicht grob wird."

Gemeinsam turnen.

Eltern und andere Bezugspersonen können über die Bewegung auch selbst viel zur Entwicklung ihres Kindes beitragen, wie Bienenstein betont: "Ermutigen Sie Ihr Kind, Neues auszuprobieren und seine eigenen Grenzen zu überwinden. Sie können auch selber vorturnen oder gemeinsam zum Beispiel über einen Ast balancieren. Wichtig ist, dass Sie das Kind dabei nicht drängen, über seine eigenen Fähigkeiten oder Angstschwellen hinaus zu gehen." Ebenso gefährlich ist aber übertriebene Ängstlichkeit: "Trauen Sie Ihrem Kind zu, dass es viel schaffen kann. Die Panik der Mutter oder des Vaters hemmt die Kleinen in ihrem Entdeckerdrang. Und wenn Sie beim Anblick des hohen Kletterturms innerlich in Panik verfallen, dann suchen Sie sich einfach einen Spielplatz, auf dem es weniger hohe Geräte gibt und die Ihnen ein besseres Gefühl beim Zuschauen vermitteln."

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