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So streitet ihr besser...NICHT!

Nicht die Meinungsverschiedenheit zerstört die Beziehung, sondern die Art, wie ein Paar den Streit austrägt. Wie ihr besser streitet. Und was ihr nicht tun solltet.

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So streitet ihr besser...NICHT!

Bedeutet ein Streit das Ende?

© Thinkstock/iStock/Lurii Sokolov

Die Literatur und Hollywood wollen uns ja einiges über die Liebe weismachen. Wir zitieren den Klassiker: "...und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage."

Immerwährende Harmonie, das ist der größte Quatsch. Wenn zwei Menschen (und damit immer auch zwei Egos) eine Beziehung miteinander eingehen, dann gibt es Reibungspunkte. Kleinere. Größere. Aber niemals keine.

Nun erschüttert uns ein Streit. Immer. Denn eigentlich sind wir ja harmoniesüchtig, wollen ewige Glückseligkeit und keine Verstimmungen. Die erste Diskussion – und besonders Sensible stellen sofort die Beziehung auf den Prüfstand.

Bedeutet ein Streit das Ende der Liebe?

Quatsch. Aber die Art und Weise, wie ein Paar seine Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten austrägt, entscheidet stark mit, ob der Beziehung eine längere Haltbarkeit vergönnt ist.

Kann Streiten so schwer sein? Nun, wenn man bedenkt, dass über 40 Prozent aller Ehen in Österreich scheitern – und meist, weil sich die ehemaligen Liebenden nichts mehr zu sagen haben – dann: JA!

Wie also bekommt man Konflikte besser in den Griff? Wie sagt man dem Partner, was stört, was man nicht akzeptieren will, wo eine Grenze überschritten wurde – ohne verletzend, untergriffig und gemein zu werden? Und so das Fundament der Partnerschaft peu à peu auszuhöhlen, bis das Beziehungsgebilde schließlich einstürzt?

Die Regeln: So streitet man besser!

1

"DU" ist tabu. Auf keinen Fall sollte man seine Klagen mit einem "Du" beginnen. Zum Beispiel: "Du hast Augen für jede andere Frau – nur für mich nicht!", oder: "Hast du schon wieder nicht kontrolliert, ob die Hausaufgaben gemacht sind?!" Der Partner fühlt sich sofort angegriffen. Zieht sich auf die Defensiv-Position zurück und beginnt, sich zu verteidigen. Ein Wort gibt das andere. Der Streit eskaliert. Die Tür knallt zu. Beide fühlen sich missverstanden. An Frieden ist nicht zu denken. Gewinner gibt es aber auch keinen.

2

Die "ICH"-Botschaft. Beziehungsexperten raten dazu, dem Partner das Anliegen in der "Ich"-Form zu kommunizieren und dabei klar zu machen, welche Gefühle sein Verhalten hervorruft. Etwa: "Ich fühle mich zurückgesetzt, wenn du anderen Frauen nachschaust, während wir unterwegs sind." Oder: "Ich wünsche mir, dass du die Hausaufgaben kontrollierst. Sonst habe ich das Gefühl, dass ich ständig die "böse" Mutter bin." Darin liegt noch kein Vorwurf. Die Emotionen gehen weniger leicht hoch.

3

Niemals "NIE". Bei einem Streit gibt es zwei Tabu-Worte. "Nie" und "immer". Beide streichen wir bitte sofort aus unserem Streitvokabular. "Nie kümmerst du dich darum..." oder "Du machst das IMMER..." verallgemeinern, wo es doch eigentlich um ein konkretes Problem geht, das gelöst werden soll. Die Falle daran: Dein Partner wird sofort eine Verteidigungsrede halten, wann er doch einmal ... Sofort befindet ihr euch auf Nebenkriegsschauplätzen, die vor allem in der Vergangenheit liegen.

4

Stell' offene Fragen. Vermeide Fragen, auf die man nur mit "Ja" oder "Nein" antworten kann. Formulierst du deine Fragen mit "Wer?", "Was?" oder "Wo?", dann erfährst du viel mehr und kannst auch leichter die Position deines Gegenübers verstehen.

5

Bleib am Punkt. Bei einem Streit will man oft Recht behalten, als Sieger aus der Diskussion hervorgehen. Doch darum geht es eigentlich nicht. Das Ziel sollte sein, sich wieder zu versöhnen. Also diskutiere wirklich nur über den aktuellen Anlass und stöber' nicht in der Vergangenheit, nur um den anderen kleinzukriegen. Wechsle ab und zu deine Sichtweise und versuch' auch anzunehmen, wie dein Gegenüber denkt und empfindet. Nur so könnt' ihr am Ende wieder zu einem liebevollen Miteinander finden.