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Beziehung: Streiten lernen

Der Partner grantelt, die Junioren strampfen, der Stress wird zu viel? Ruhig Blut. Mit diesen Tricks vermeidest du Streit in der Beziehung (oder: lernst zu streiten).


Beziehung: Streiten lernen

Stress macht unleidlich. Die Beziehung leidet. Wie man richtig streitet.

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Jessas, der Bub hat wieder lauter Fünfer. Das unfertige Job-Projekt nagt am Pflichtbewusstsein, der Ehegespons nörgelt. Jetzt ist Coolness gefragt, wenn nicht das große Donnerwetter losbrechen soll.

Stress macht unleidlich. Egal wann, wo oder warum er Lebewesen würgt. Klar gäbe es Therapien und Relax-Programme , die buchen kann, wer Zeit und Geld aufbringt. Im Akutfall scheint die Sache aber häufig aussichtslos – der Verlauf ist vorhersehbar: Streit, miese Laune, noch mehr Stress.

Streit vermeiden, Streiten lernen

So weit braucht es nicht zu kommen. Meist genügen kleine Tricks, um eine Situation zu entschärfen, wieder klar zu denken und entspannte Lösungen zu finden. Mit diesen Schnell-Tricks gegen Stress kannst du die schärfsten Druckklippen umschiffen. Flott, ohne Vorbereitungszeit und ohne Folgeschäden.

1. Der Boden-Himmel-Trick

Ob Job-Stress oder anderer emotionaler Overkill, diese Turbo-Technik kann binnen Minuten helfen: Ins Freie gehen, so unverkrampft wie möglich hinstellen und nach oben blicken. Spürst du, dass deine Füße festen Boden haben, und sehen Sie den Himmel überm Kopf. Das ist doch alles, was man braucht, um aufrecht in der Welt zu stehen, oder? Solange es so ist, geht auch das Leben weiter – mit allen Chancen.

2. Time-Out

Oft merkt man schon während der "Explosion", dass das, was da eben passiert, in Wahrheit voll daneben ist. Fetzt sich aber der Ehre halber trotzdem weiter mit seinem Partner. Da ist ein Time-Out besser. Sag einfach nichts mehr, geh raus oder einfach erst einmal eine Runde spazieren, ehe du weiterredest. In der Hitze des Gefechts ist Vernunft nämlich nicht drin. Aber ein halbes Stünderl später sieht man die Meta-Ebene wieder.

3. Hedonistisch denken

Im Fachjargon heißt das "kognitive Umstrukturierung auf Grundlage hedonistischer Überlegungen". Hört sich kompliziert an – die Übung ist aber simpel. Überlege, was es nützt, wenn Sie sich jetzt ärgern. Ändert's was? Wahrscheinlich nicht. Aber wozu dann die Nerven strapazieren? Diese Erkenntnis lässt Stress und Wut verpuffen.

4. Entkatastrophisieren

Gestresste Wut lässt uns oft Katastrophen sehen, wo keine sind. "Wenn die Matura schief geht..." oder "Wenn ich das nicht mehr schaffe..." schnüren die Luft ab. Denk dir die Sache einmal in Ruhe durch. Was passiert wirklich, wenn? Und plötzlich lässt der Schrecken nach. Bei der Matura gibt es eine zweite Chance. Und wenn du es nicht mehr schaffst, dann musst du eben um Hilfe ansuchen. Lapidare Weisheiten sind meist die besten: Wo Probleme sind, gibt es auch Lösungen.

5. Zeitlich relativieren

Der Krach mit dem Liebsten drückt aufs Gemüt, das Projekt läuft schief, der Junior ist nur pubertär-grantig? Nicht ausrasten! Was ruhiger macht ist die Überlegung, wie man diese Momente in drei Jahren sehen wird. Denn meistens wird man dann schon darüber lachen – oder wissen, dass bessere Zeiten folgen.

6. Rituale setzen

Stress und Wut entstehen meist, weil man sich selbst nicht mehr sieht. Oder besser: Seine eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahrnimmt oder auslebt. Erholungsphasen wirken Wunder. Zieh bewusst Freizeitklamotten an, wenn du das Büro verlässt. Check zu Hause nicht mehr deine Mails. Leg dich eine halbe Stunde vor den Fernseher, nimm ein Entspannungsbad. Installiere ein Ritual, dass nur dir gehört.

7. Zwischen-Meditation

Stillstand im Verkehr, der wichtige Anruf kommt nicht, am Supermarkt eine Warteschlange...ändern kannst du es nicht. Aber den Ärger vermeiden. Indem du diese Zeit für eine kurze Meditation nutzt. Die Technik: Langsam die Kaugummis im Regal zählen oder ein Gesicht genau betrachten, einen Fleck an der Windschutzscheibe analysieren....Diese Kurz-Trance holt dich wieder herunter (hier: Shiatsu-Übungen gegen Stress ).

8. Atem-Trick

Scheinen momentan alle Stricke zu reißen, bringt's ein Atem-Trick, der mit der Luft den Dampf ablässt: Tief einatmen und in drei heftigen Stößen wieder ausatmen. Ein paar Mal wiederholt verpfeift's den akuten Stress und stoppt den Koller.