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Beziehungscoach: 3 Fragen - 3 Antworten

Bekommt er kurz vor der Hochzeit kalte Füße? Wieso ist er der Sonnenschein in der Beziehung, nicht ich? Eine Wohnung teilen, wie kriege ich das hin? Unsere beiden Beziehungscoaches haben die Fragen von WOMAN-Leserinnen beantwortet!

von

Beziehungsprobleme - Hilfe vom Profi

Sogar in den perfektesten Beziehungen gibt es Krisen!

© Thinkstock Images. Pic by Rez-Art.

Wir gaben WOMAN-Leserinnen die Möglichkeit sich von den beiden Beziehungscoaches Agnes Goldmann und Peter Gigler von aufmachen.at beraten zu lassen. Hier findet ihr drei eurer Fragen und natürlich auch die Ratschläge unserer Liebes-Profis:

Hinweis: Die Namen wurden von der Redaktion geändert.

Kalte Füße vor der Hochzeit

Frage 1, von Christiane (60):
Mein/unser Problem ist folgendes: Wir sind beide nicht mehr jung - ich bin in drei Wochen 60, 1x geschieden und mein Partner ist 63 und 2 x geschieden.
Wir leben jetzt 10 Jahre gut und glückliche zusammen. Wir haben viele gemeinsame Interessen: Kunst und Kultur, Reisen, wir sind beide frankophil und anglophil, lieben das Theater, Konzerte, Freunde, Essen, alles gut und passt.....
Jetzt am 18.4. wollen wir heiraten, um in unserem Alter diese Beziehung auf eine rechtliche Ebene zu stellen.
Plötzlich bekommt mein Partner kalte Füße und meint unsere Beziehung ist so gut all diese Jahre gelaufen und wenn wir jetzt heiraten wird alles den Bach hinuntergehen, weil seine beiden vorherigen Ehefrauen haben ihn einige Zeit nach der Eheschließung verlassen und/bzw. die eine ist außerdem noch dem Alkohol
verfallen und hat ihn betrogen... und das fürchtet er auch bei mir... Jedenfalls er hat die Panik vor der Hochzeit.
Was kann ich tun? Wie soll ich das beeinflussen? Bin für einen Rat sehr dankbar!

Antwort vom Experten:
Eine Hochzeit ist ein Ritual und ein Bekenntnis zueinander. Auch wenn Sie schon zehn Jahre eine Beziehung miteinander führen, macht dieses JA-Sagen - zur Beziehung, zueinander noch einmal etwas mit jedem Einzelnen und mit der Beziehung. Bei Ihrem Partner holt es im Moment die alten Erfahrung mit der Ehe hervor. Was wir in früheren Beziehungen erlebt haben, hinterlässt Spuren. Daraus entstehen gute und leider auch nicht so gute Erfahrungen, die der Mensch innerlich abspeichert. Das Gute an Ihrer Situation ist, dass Ihr Partner seine Ängste kommuniziert. (Schwieriger wäre es, würde er sich einfach anders und distanziert verhalten und Sie wüssten nicht warum.) Versuchen Sie für sich herauszufinden, was für Sie der Grund ist, warum Sie heiraten möchten. Was bedeutet die Hochzeit für Sie, was ist Ihr Herzensanliegen dahinter. Setzen Sie sich mit Ihrem Partner hin, und lassen Sie ihn wissen, dass Sie verstehen können, dass die bevorstehende Hochzeit Altes und Ängste hervorruft. Und dann kommunizieren Sie ihm Ihr Herzensbedürfnis - das ermöglicht Ihrem Partner ein Aussteigen aus seinen Befürchtungen und ein Verstehen Ihres Bedürfnisses. Vielleicht „braucht“ Ihr Partner auch noch einen Art Ritual um die alten Erfahrungen loslassen zu können. Vielleicht reicht es aber auch, dass er seine Befürchtungen kommunizieren kann und sich von Ihnen verstanden fühlt.
Hochzeiten sind eine Möglichkeit und Chance sich als Paar noch einmal oder wieder einmal ganz bewusst zu begegnen und JA zu einander zu sagen. Nutzen Sie diese Möglichkeit - und begegnen Sie sich ganz offen und ehrlich mit Ihren Ängsten und Ihren Wünschen für die Zukunft. Gerne können Sie das auch gemeinsam als Paar in einem Paarcoaching machen.

Sie scheinen einen guten Weg gefunden zu haben, viel Gemeinsames in der Beziehung zu teilen. Teilen Sie sich gegenseitig mit.

Plötzlich eine Wohnung teilen

Frage 2, von Elisabeth (38):
Mein Partner und ich sind gerade zusammen gezogen und es fühlt sich nach ziemlicher Veränderung an. Welche Tipps habt ihr, dass man gut bei sich und gleichzeitig gut zusammen sein kann?

Antwort vom Experten:
Zusammenziehen ist eine größere Veränderung in der Beziehung. Ich würde gerade zu Beginn einmal in der Woche einen Check machen: Setzt Euch zusammen hin und redet über die Woche. Was gefällt Euch gut am neuen Alltag, womit tut ihr Euch schwer. Wie ist zum Beispiel das Nachhausekommen? Jetzt wo ihr nicht mehr alleine lebt. In welchen Bereichen verhaltet ihr Euch anders, wird etwas Anderes/Neues gefordert? Im Gegensatz zum früheren Alleinleben. Einfach einen Abgleich machen.

Es gibt eine gute Übung: Es wird vereinbart, dass jeder zur jeweiligen Frage (z.B.: Wie war die erste Woche?) seine Eindrücke schildert. Der/die andere darf aber nichts drauf sagen, außer "Danke". Damit bedankt er/sie sich dafür, dass der Partner sich öffnet und mitteilt. Gleichzeitig hat man wirklich die Möglichkeit, seine Eindrücke mitzuteilen, ohne gleich in eine Diskussion zu geraten.
Das Kommunizieren macht es "leichter", es entsteht Vertrauen und eine stärkere Bindung.
Zusatztipp: Vermeidet die Formulierung "Du bist..." :-) Besser: "Für mich ist es schwer/ungewohnt/etc..."

Zusammenziehen ist wie ein sich neu kennenlernen auf einer anderen Ebene.
Sagt Euch was ihr braucht und was ihr schätzt.

Beziehungs-Wellness mit Beziehungscoaches von aufmachen.at

Er ist der Sonnenschein, nicht ich.

Frage 3, von Claudia (42):
Mein Partner ist immer gut drauf und bei ihm ist das Glas immer halbvoll. Bei mir gibt es ein viel stärkeres Auf und Ab der Gefühle und ich fühle mich dann oft unzulänglich, wenn ich nicht annähernd so ausgeglichen bin wie er. Muss ich mir Sorgen machen?

Antwort vom Experten:
Um Sie zu beruhigen: Dieses Phänomen ist gar nicht so selten in Beziehungen.
Man sucht sich seinen Partner nach bestimmten, bewussten, oft aber sehr unbewussten, Kriterien aus. Die unterschiedlichen Eigenschaften der Partner ergänzen sich oft und ergeben gemeinsam ein Ganzes. Auch Ihr Partner hat Sie so "ausgesucht", mit allen Eigenschaften, die zu Ihnen dazu gehören.
Versuchen Sie, das Geschenk anzunehmen, einen Partner zu haben, der viel Positives in Ihr Leben bringt. Und kommunizieren Sie ihm, dass Sie dankbar sind, dass er so positiv ist. Dank ist eine bewusste Handlung, mit der Sie aus der meist unausgesprochenen gefühlten Unzulänglichkeit aussteigen können. Im Gegenzug profitiert Ihr Partner garantiert auch von Ihnen - "immer gut drauf sein" kann auch ein "nicht zulassen von unangenehmen Gefühlen sein" - durch Sie lernt Ihr Partner, dass nichts Schlimmes passiert, wenn einmal nicht alles nur super ist. Ihr seid gegenseitig füreinander ein Gewinn. Sie können mehr Leichtigkeit lernen und er kann ein "sich zutrauen" lernen.

Der Schlüssel liegt aber darin, sich selbst zu lieben und anzunehmen, als der Mensch, der sie sind.
Indem man an dieser Selbstliebe "arbeitet" (zum Beispiel mit einem Coach), entwickelt man sich weiter und das ist immer förderlich für die Beziehung.

Thema: Liebe

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