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Itsy-Bitsy: Die Geschichte des Bikinis

Wie der Bikini 1907 für einen handfesten Skandal sorgte, Hollywood das Zeigen des Nabels verbot und warum wir einem französischen Ingenieur die Bademoden-Evolution verdanken.

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Itsy-Bitsy: Die Geschichte des Bikinis

Der Bikini: Ein Stück Stoff erregt die Gemüter

© 2014 Getty Images/Montage WOMAN

8, 9, 10, na was gab's denn da zu seh'n? Es war der Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand Bikini, er war schick und er war so modern...

Haben wir euch einen Ohrwurm geschickt? Tut uns leid! Aber besser kann man eine Geschichte über die Geschichte des Bikinis nicht einleiten. Denn wie viele Kleidungsstücke gibt es, denen ein eigener Song gewidmet ist? Na eben.

Bevor ihr euch diesen Sommer im knappen Zweiteiler in den Urlaub werft, wollen wir euch ein wenig Spezial-Wissen mit an den Strand oder Pool geben (leider gibt es beim Trivial Pursuit nicht die Kategorie "Bikini". Ihr wärt sonst nach Lektüre dieses Artikels der absolute Top-Joker ;-)!).

Was ihr schon immer über den Bikini wissen wolltet

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Der erste Bikini, 300 n. Chr. Die ersten Bikinis trugen offenbar Frauen in der Antike – und zwar beim Sport. Das belegt zum Beispiel ein altertümliches Mosaik in der "Villa Romana del Casale" in Italien, auf dem römische Frauen im knappen Zweiteiler beim Gewichtheben, Diskuswerfen und bei Ballspielen abgebildet sind.

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Bedeckt um 1800. War man in der Antike aufgeschlossen, so änderte sich das im 19. Jahrhundert grundlegend. Der weibliche Körper sollte tunlichst bedeckt bleiben – selbst in den Badehäusern oder am Strand. Zu dieser Zeit nähten Frauen sogar kleine Gewichte in den Saum ihrer Badekleider. Diese sollten verhindern, dass sich der Stoff im Wasser hob und so einen Blick auf die Beine frei gab.

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Bikini-Skandal anno 1907. Der Vergänger des modernen Bikini sorgte 1907 für ziemlichen Krawall. Damals wurde die australische Profi-Schwimmerin und Stummfilm-Star Annette Kellerman an einem Strand wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" verhaftet, nachdem sie dort mit einem enganliegenden und ärmelfreien Bade-Kostüm auftanzte. Der Fall erregte wochenlang die Medien, abschließend wurden jedoch die Bekleidungs-Vorschriften an zahlreichen Stränden etwas gelockert.

Die Evolution des Bikinis
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Die sittsamen 30er Jahre. Plötzlich sah man den Zweiteiler überall – allerdings blitzte nur ein winziges Stückchen Haut hervor. Die Sittenwächter Hollywoods verfassten zum Zwecke des Jugendschutzes ein strenges Reglement für Kinofilme. Nicht gezeigt werden durften zu dieser Zeit "Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen", "lustvolles Küssen" sowie Bademode, die einen Blick auf "die weibliche Brust oder den Nabel" erlaubte.

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1946: Die Evolution des Bikinis! Den Bikini, wie wir in heute kennen, verdanken wir einem Mann – und der war nicht einmal Mode-Designer. Der französische Ingenieur Louis Réard entwickelte die kecke Bademode und benannte sie nach dem Bikini-Atoll (vier Tage nachdem das US-Militär dort erste Atomtests durchgeführt hatte). Zahlreiche Frauen weltweit zeigten sich begeistert – nur die katholische Kirche befand das Kleidungsstück als zu gewagt und bejammerten den Sittenverfall.

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Der Bikini-Bann von 1951. Die Teilnehmerinnen des ersten "Miss World"-Contests in London liefen im Bikini über den Laufsteg. Das empörte Moralisten derart, dass das Kleidungsstück bei nachfolgenden Schönheitswettbewerben zunächst tabu war. In einigen Ländern – Belgien, Italien, Spanien und Australien – wurde das Tragen des Bikinis sogar komplett verboten.

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Promi-Botschafterinnen 1953. Bridget Bardot war eine der ersten prominenten Schauspielerinnen, die dem Image des Bikinis einen neuen Aufschwung gab, indem sie sich während der Filmfestspiele von Cannes im sexy Zweiteiler ablichten ließ. Auch Ava Garner, Marilyn Monroe oder Rita Hayworth propagierten den Bikini als neues Trend-Teil am Beach.

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Der Durchbruch 1962. Endgültig Mainstream wurde der Bikini dann mit dem James Bond-Klassiker "Dr. No", in dem Sex-Bombe Ursula Andress im weißen Bikini den Fluten entstieg. Playboy und Sports Illustrated zeigten auf ihrem Cover erstmals Models im Bikini.

Bademoden-Schau 2014: Die Befreiung der Frau
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Champions 1997. Die modelnde Profi-Volleyballerin Gabrielle Reese führte ihr 4-köpfiges Team bei den Beach-Volleyball-Weltmeisterschaften im Bikini zum Sieg. Reese: "Du schwitzt, er sitzt. Ein Bikini ist das modischte und praktischte Outfit beim Sport." Was ja bereits in der Antike bekannt war, hier schließt sich der Kreis...

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Emanzipation 2014. Der weltweite Umsatz mit Bademoden wird bis 2015 auf 17,6 Milliarden Dollar ansteigen, so Prognosen von Marktforschern. Im Fahrwasser gedeihen weitere Branchen – Bikini-Waxing- und Sonnenstudios. Der französische Mode-Historiker Olivier Saillard erklärte kürzlich: "Die Emanzipation der Bademoden ist untrennbar mit der Emanzipation verbunden. Der Bikini war die Anstoss zur Befreiung der Frau."

Thema: Bademode

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