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Bilder, die die Welt illustrieren

In Afrika traf Jarrad Seng Kinder, die dachten, seine Kamera sei eine Waffe: Sie versteckten ihre Gesichter hinter ihren Büchern. Andere Menschen wiederum genießen es, vor dem Fotografen zu posieren und sich selbst eine Bühne zu schaffen.


Bilder, die die Welt illustrieren
© kamchatka/clipdealer.de

Der aus Australien stammende Fotograf Jarrad Seng fotografiert lieber Menschen als Landschaften. Die Begegnungen mit dem Unbekannten, die Gefühle dieser Menschen und die Ergründung ihrer Geschichten – das ist es, was ihn daran fasziniert, fremde Menschen zu porträtieren und im Bild festzuhalten.

Dank seiner Bilder mauserte sich Jarrad Seng zu einem der bekanntesten Fotografen, der auf verschiedenen Internet-Plattformen vorgestellt wird: auf seiner eigenen Website oder in Social Media wie Twitter, aber auch im Blog bei Expedia.

Dabei, so meint Seng, sei es gar nicht schwierig, ein gutes Foto zu machen – wenn die technischen Parameter stimmen, also wenn die Belichtung stimmt, die Komposition passt und der Fokus richtig ist. Ein geniales Foto ist jedoch eine Aufnahme, die nur schwer gelingt und deren Qualität jenseits der technischen Maßstäbe liegt. Ein ganz besonderer Moment wird eingefangen, lässt innehalten, tiefer blicken und nachdenken – und geht über die bloße, äußere Erscheinung hinaus.

Bilder von Menschen

Ein großer Schwerpunkt in der Arbeit von Jarrad Seng ist die Arbeit mit Musikern, vor allem mit dem britischen Musiker Passenger, mit denen er bereits mehrfach auf Tournee war. Zunächst war er Musikjournalist, das Schreiben wurde ihm aber bald zu langweilig. Er beneidete die Musiker auf der Bühne. Während eines Konzerts „lieh“ er sich die Kamera eines Freundes aus und begann zu fotografieren. Dieser Moment sollte zu einem Schlüsselerlebnis für Jarrad Seng werden, und er hörte nicht mehr auf zu fotografieren. Als Fotograf ist er Autodidakt und konzentriert sich auf das Wesentliche, um auch den Umfang seiner Ausrüstung in Grenzen zu halten. Er bevorzugt natürliches Licht, verwendet selten Blitz und besitzt keinen Reflektor. Auch beim Bearbeiten der Fotos hält er sich zurück und macht nur das Allernötigste. Trotzdem ist es ihm oft wichtig, einen Bildausschnitt nachträglich zu justieren, da dies unter Zeitdruck und in Hektik selten vollkommen gelingt – und der Anspruch des Perfektionisten an sich selbst ist hoch.

Auch wenn Jarrad Sengs bevorzugte Motive eindeutig Menschen sind, so ist es für ihn immer wieder eine Herausforderung zu reisen und sich den Eindrücken bislang unbekannter Landschaften zu stellen.

Bilder von Feuer und Eis

Eine der eindrucksvollsten Reisen führte ihn in die weißen Weiten Islands. Mit dem Hundeschlitten erkundete er die Insel der Geysire und Vulkane, umrundete Eisberge und bestaunte zu Eis erstarrte Wasserfälle.

Völliges Kontrastprogramm zu Schnee und Eis bot eine Reise nach Tansania, wo er die Kultur der Maasai erkunden konnte.

Farbliche Herausforderungen auf dem Dach der Welt und eine völlige andere Lebensweise lernte er in Nepal kennen; das Land zog den Fotografen mit seiner spielerischen Schönheit in seinen Bann.

Dennoch, wie viele seiner Kollegen ist sich Jarrad Seng auch eines Risikos bewusst: Als Fotograf besteht die Gefahr, immer mehr Zeit auf kleine Jobs zu verwenden, die Geld bringen, anstatt sich der eigentlichen und eigenen Kunst zu widmen, an der man mit seinem Herzen hängt: Wichtig wäre doch in erster Linie, dass man mit Spaß bei der Sache sei – diesen Rat möchte er allen Kollegen mit auf den Weg geben.

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