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Trinke ich zu viel? So überprüfst du dich selbst

Ein Gläschen Wein, um vom stressigen Tag runterzukommen... Wann ist die Grenze zwischen Genuss und Sucht bei Alkohol überschritten? Die Anzeichen:

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Trinke ich zu viel? So überprüfst du dich selbst
© iStockphoto

Ein Glas Prosecco unter Freundinnen. Eine feucht-fröhliche Party mit Hugo und Gin Tonic. Ein Bier zum Abendessen. Ein Punsch am Weihnachtsmarkt. Alkohol ist Teil unseres Alltags. Wir genießen ihn, ist ja auch in Ordnung. Aber der Übergang zur Alkoholsucht ist schleichend.

Ganze 12% der Österreicher (also jeder 8.) hat einen problematischen Alkoholkonsum, den Ärzte sogar als "Alkoholmissbrauch" klassifizieren. Bei weiteren 5% der Österreicher spricht man bereits von Alkoholsucht. Dabei lässt der richtige Umgang mit Alkohol keine Pauschalaussagen zu. Man ist zum Beispiel nicht erst dann ein Alkoholiker, wenn man bereits nach dem Aufstehen dringend ein Achterl braucht. Auch wer ausschließlich in Gesellschaft trinkt und sich nur zum Abendessen ein Glas Wein gönnt, kann suchtgefährdet sein.

Der richtige Umgang mit Alkohol: Wie erkenne ich, ob ich suchtgefährdet bin?

Wie aber kann man erkennen, dass man ein Alkoholproblem hat? Manchmal spürt man es ja, aber in der Selbstverleugnung bringt man es meist zur Meisterschaft... Wir habe deshalb die wichtigsten Warnhinweise einer Alkoholsucht zusammengefasst.

1. Es gibt eine familiäre Vorbelastung in Sachen Alkohol

Ist die Neigung zum Alkoholmissbrauch erblich bedingt? Darüber spekuliert die Wissenschaft seit Jahren. Tatsächlich zeichnen sich vermehrt klinische Beweise dafür ab. Dazu kommt: Wer Alkoholmissbrauch in der Familie oder ähnlich traumatische Erfahrungen machen musste, kann eine stärkere Suchtgefährdung aufweisen. Es kann aber auch zu Prägung kommen. Wer erlebt, dass ein Elternteil Probleme mit Alkohol wegkippt, zeigt später möglicherweise ein ähnliches Muster.

2. Du trinkst regelmäßig

Alkoholkrank bist du nicht erst, wenn du dich jedes Mal fast bewusstlos trinkst. Wer in regelmäßigen Intervallen Alkohol trinkt, trägt dazu bei, dass sich Körper und Geist an den Alkohol gewöhnen und sich eine Sucht entwickelt. Experten empfehlen, nicht täglich zu trinken. Zwei bis drei alkoholfreie Tage pro Woche sollten es sein – besser sogar noch mehr.

3. Du institutionalisierst das "funktionale Trinken"

Alkohol gilt als Genussmittel. Wenn du aber das Glaserl Wein nicht mehr trinkst, weil es dir schmeckt, sondern weil es für dich eine Funktion erfüllt, dann solltest du das kritisch hinterfragen. Prüfe selbst, ob du eine dieser Aussagen öfter machst:

  • "Das Glas Wein hilft mir, nach dem hektischen Tag ein bisserl runterzukommen."
  • "Den Gin brauche ich, damit ich dann besser einschlafen kann."
  • "Ich muss vor einer Party vorglühen, sonst bin ich nicht in Stimmung..."

4. Dir verlangt es nach Alkohol

Natürlich freust du dich auf das Dinner und den Wein. Oder auf den Gin Tonic mit den Freundinnen, den Amaretto Sour in der Bar. Das ist nicht ungewöhnlich. Aber wenn du immer wieder ein starkes Verlangen nach Alkohol verspürst und merkst, dass deine Gedanken immer wieder darum kreisen, dann solltest du hellhörig werden.

5. Du entwickelst eine Alkoholtoleranz

Dein Körper gewöhnt sich daran, wenn du regelmäßig Alkohol trinkst. Das ist auch der Grund, weshalb eine bestimmte Promillezahl bei jeder Person unterschiedliche Auswirkungen auf das Verhalten und die Befindlichkeit zeigt. Eine Toleranzentwicklung ist ein Symptom, dass dein Alkohol-Konsum grenzwertig ist...

6. Du hast Entzugserscheinungen

Auch dein Körper reagiert mit deutlichen Entzugserscheinungen, wenn du zu Alkoholmissbrauch neigst. Zittern, Schwitzen, nächtliche Krämpfe oder Übelkeit sind Anzeichen, die du ernst nehmen solltest.

All das ist natürlich keine deutliche Diagnose, dass du zu Alkoholsucht tendierst. Solltest du jedoch zu der Einschätzung kommen, dass dein Verhältnis zu Alkohol eine Grenze überschritten hat, solltest du dir professionelle Hilfe suchen. Das Bundesministerium für Gesundheit bietet dir mit dem Handbuch Alkohol erste Infos zur Thematik.