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Was hilft bei Blasen-Problemen?

Blasen-Probleme: Die klassische Frauenkrankheit hat viele Ursachen. Manchmal helfen schon einfache Verhaltensregeln bei der Heilung. WOMAN hat nachgefragt.

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Was hilft bei Blasen-Problemen?
© worawit kledkaewjinda/iStock/Thinkstock

Entzündung.
Die Blase liegt relativ weit unten im Bauch vor der Gebärmutter, der Harnleiter ist also ziemlich kurz (im Gegensatz zum Mann, wo der Harnleiter durch den Penis verläuft). Dadurch können Keime leicht aufsteigen. Auch Geschlechtsverkehr kann für Irritationen sorgen, dagegen hilft es, vor und nach dem Akt auf die Toilette zu gehen. Weiterer Grund: der Hormonhaushalt. Wenn der Östrogenspiegel niedrig ist, z.B. aufgrund der Pille, wird die Scheide trocken, das fördert Entzündungen. Sehr oft ist Restharn für Beschwerden verantwortlich: Wenn die Blase nicht vollständig entleert wird, bleibt Urin zurück, der sich entzünden kann. Das ist ähnlich wie bei einem stehenden Gewässer, in dem sich Keime entwickeln können. Achte deshalb immer darauf, die Blase vollständig zu entleeren. Egal, was der Grund ist: Kommt eine Blasenentzündung öfter als drei oder vier Mal im Jahr, solltest du unbedingt bei einem Urologen die Ursache abklären, betont Dr. Kadir Tosun. Denn wird eine Entzündung nicht fachgerecht behandelt, kann sie aufsteigen und sogar zu einer Nierenbeckenentzündung führen.

Restharn.
Oft entleeren Frauen ihre Blase nicht vollständig, z.B. weil sie sich auf öffentlichen Toiletten nicht auf die Brille setzen möchten. In der hockenden Stellung verkrampft man aber, der Urinstrahl kann nicht mehr frei fließen, wird manchmal unterbrochen. Deshalb sollte man sich immer hinsetzen, im Notfall die Brille vorher säubern, und sich darauf konzentrieren, den Harn zügig und in einem Strahl abzugeben. Mit etwas Ruhe und Training lernt die Beckenbodenmuskulatur das schnell.

Überdehnte Blase.
Wer nicht oft genug auf die Toilette geht, z.B. Verkäuferinnen oder Kellnerinnen, dehnt seine Blase aus, dadurch wird sie nicht genügend durchspült. Hier hilft es, sie bewusst nicht ganz voll werden zu lassen und regelmäßig auf die Toilette zu gehen. Innerhalb weniger Wochen schrumpft die Blase wieder und entzündet sich nicht mehr so leicht.

Inkontinenz.
Ein oft totgeschwiegenes Problem ist Inkontinenz: Wenn man bei Husten, plötzlichem Schreck oder Laufschritten ein paar Tropfen verliert. Vor allem Frauen, die mehrere Kinder geboren haben, sind betroffen. Ursache ist eine abgesenkte Gebärmutter, die auf die Blase drückt. Der gesunde Harnfluss ist gestört, das kann zu Entzündungen führen. Ein kleiner, unkomplizierter Eingriff kann hier Abhilfe schaffen. Dr. Tosun betont, dass man mit diesem Problem kein Einzelfall ist. Gehe unbedingt zum Arzt.

Hilfe.
Einige einfache Dinge sind bei Blasenleiden zu beachten: Viel trinken, damit Keime ausgespült werden. Cranberry-Präparate helfen, ersetzen aber keinen Arzt-Besuch. Beckenbodentraining stärkt die Blasentätigkeit: 3x am Tag den Muskel (derjenige, der sich zusammenzieht, wenn du den Urinstrahl unterbrichst) zehn Mal anspannen, locker lassen.

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