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Influencerin Dariadaria geht in die Politik

Auf der grünen Bundesliste finden sich immer mehr prominente "Quereinsteigerinnen": Nach Journalistin Sybille Hamann bewirbt sich nun auch Österreichs "erste Influencerin", Madeleine Alizadeh, für einen Listenplatz.

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© dariadaria.com

Wenn am Samstag bei den Grünen darüber abgestimmt wird, wer einen der 14 Plätze auf der Bundesliste für die Nationalratswahl am 29. September bekommt, wird sich auch Bloggerin Madeleine Alizadeh der Wahl stellen. Sie wolle ihre Kandidatur aber vor allem als "Solidaritätskandidatur" verstanden wissen - sie bewerbe sich nicht um ein Mandat für den Nationalrat und wird deshalb für den letzten Listenplatz kandidieren. Dementsprechend werde sie auch keinen Wahlkampf führen, beantwortet Dariadaria Userinnen-Fragen auf Instagram. Ihr sei es ein Anliegen, dass die Grünen wieder im Nationalrat vertreten sind und dass die Themen, für die Grünen stehen - etwa Klimaschutz - an politischer Bedeutung gewinnen.

Dariadarias Wandel zur Umweltaktivistin

Das kommt jetzt nicht gänzlich unerwartet. Dariadaria hat zwar eigentlich als "klassische" Influencer bzw. Bloggerin begonnen und das heißt: kein allzu nachhaltiger Lebensstil. Viele Flugreisen, Sponsoring durch große Firmen und ähnliches. Dann kam der große Wandel: Sie begann sich vegan zu ernähren, ein offener Brief während der sogenannten "Flüchtlingskrise" im Herbst 2015, es werden nur mehr nachhaltige Labels gepusht - Daria entwickelte sich richtiggehend zu einer Umweltaktivistin. Und als solche passt sie ja ganz gut auf die Grüne Bundesliste. Ob das die Grüne Basis auch so sieht wird sich am Samstag zeigen, sie wolle jedenfalls auch zeigen, dass Politik "jung, weiblich und anders" sein könne, so Madeleine Alizadeh in ihrer Insta-Story.

Top-Journalistin Sybille Hamann kandidiert ebenfalls

Dariadaria ist aber nicht die einzige "Quereinsteigerin", die am Samstag am Grünen Bundeskongress für einen Listenplatz kandidiert. Auch die renommierte Journalistin Sybille Hamann bewirbt sich um einen Platz. Anders als Madeleine Alizadeh ist ihr Ziel aber durchaus in den Nationalrat einzuziehen, sie wird - sollte der Grüne Bundeskongress am Wochenende zustimmen - voraussichtlich am dritten Listenplatz kandidieren. Sie habe schon mit dem Gedanken gespielt, sich politisch zu engagieren. Als sie über ihr „angenehmes Leben“ nachgedacht habe, habe sie sich gefragt: „Solltest du nicht auch etwas tun, statt immer nur zu allem eine Meinung zu haben?" Just in dem Moment sei das Angebot der Grünen gekommen. Ob wir sie künftig im Nationalrat sehen werden, anstatt ihre Artikel in "Presse" und "Falter" zu lesen, wird sich am Samstag bzw. dann bei der Wahl im September zeigen. Ihre journalistische Tätigkeit wird sie nun nicht mehr fortführen.