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"Bloodline"-Star Sissy Spacek im Talk

Mit „Bloodline“ ist ein weiterer Serienhit auf Netflix gestartet. Oscar-Preisträgerin Sissy Spacek brilliert als Sally Rayburn im mysteriösen Familiendrama. Wir haben mit der Schauspiel-Legende gesprochen: Über das Fernsehen, beste Freundinnen und Familienabende auf dem Sofa.

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"Bloodline"-Star Sissy Spacek im Talk
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WOMAN: Sissy, „Bloodline“ ist am 20. März auf Netflix gestartet: Wie war der Dreh und was können die Zuseher erwarten?

Sissy: Beim Serienstart war ich so aufgeregt! Der Dreh war fast eine außerkörperliche Erfahrung für mich. Ich war ja gewissermaßen Schauspielerin und Publikum zugleich und konnte mit so vielen wundervollen, talentierten Schauspielern arbeiten, was großartig war. Ich hoffe, dass das Publikum die Serie genau so spannend, unterhaltsam und gleichermaßen begeistert aufnehmen wird. Momentan werden ja unendlich viele Serien produziert, das Angebot ist sehr groß – Dennoch hoffe ich, dass die Leute nicht genug bekommen können und „Bloodline“ in einem Stück durchschauen wollen!

WOMAN: In der Serie geht es um Familie, Verschwörungen und Misstrauen – Glaubst du, dass viele ihre eigene Familiensituation hier wiedererkennen können?

Sissy: Ich glaube, jede Familie hat ihre eigenen Dramen, ihre eigenen Probleme. Alles, was wir wissen, lernen wir durch unsere Familie, wir reagieren auf die Welt so, wie es uns durch unser Umfeld beigebracht wurde. Ich glaube zwar nicht, dass sich viele Menschen in der Story von „Bloodline“ wiederfinden werden, aber ich glaube doch, dass die Menschen die Herausforderungen, die eine Familie ist mit sich bringt, gut nachvollziehen können.

WOMAN: Gibt es einen Schlüssel zu einem glücklichen Familienleben?

Sissy: Als Eltern versagt man, glaube ich, immer in irgendeiner Hinsicht, egal wie gut man seinen Job macht, egal wie hart man arbeitet. Und Muttersein ist definitiv der härteste Job der Welt! Das Wichtigste ist, dass man immer sein Bestes gibt. Aber ich weiß nicht, ob es wirklich einen Schlüssel zu einem glücklichen Familienleben gibt... Das ist eine sehr schwierige Frage!

WOMAN: „Bloodline“ ist eine exklusive Produktion vom Anbieter Netflix, das TV-Business befindet sich momentan sehr im Umbruch. Wie denkst du über die Veränderungen, die Streaming-Dienste und Video-on-Demand mit sich bringen?

Sissy: Ich streame selbst und finde es wundervoll! Streaming ist eine tolle Möglichkeit, auch für uns Schauspieler. Endlich hat das Publikum die Freiheit, selbst zu bestimmen, was es sehen will! Ich erinnere mich daran, als ich früher als Kind immer pünktlich vor dem Fernseher sitzen musste, um ja keine Folge meiner Lieblingssendung zu verpassen. Das ist nun vorbei!

WOMAN: Magst du Serien? Was ist deine Lieblingssendung?

Sissy: Meine Lieblingsserie ist „Breaking Bad“ – Ich liebe sie!

WOMAN: Welchen Unterschied macht es, einen Film oder eine Serie zu drehen?

Sissy: Der wesentliche Unterschied ist, dass eine Serie wie ein Film ist, der nicht endet. Wenn man einen erfolgreichen Arbeitstag hatte, geht man nachhause und am nächsten Tag fängt das Ganze wieder von vorne an. Bei einem Film weiß man, wie und wann er beginnt, wann man auf das Ende zuarbeitet, wann er fertig gedreht ist. Bei Serien fühlt man sich, wie gesagt, auch ein bisschen selbst wie der Zuschauer!

WOMAN: Ist Fernsehen ein Familienevent bei dir daheim? Wo alle abends zusammenkommen und gemeinsam fernsehen?

Sissy: Ja, wir schauen schon gerne gemeinsam fern. Aber es gibt immer eine Person, vor allem bei Serien, die es nicht erwarten kann und eine Serie in einem durch schauen muss, binge watching heißt dieser Trend ja! Da haben wir leider oft unterschiedliche Rhythmen, was das Fernsehen betrifft...

WOMAN: Du bezeichnest sich ja selbst als Feministin und hast dich immer für die Rechte von Frauen stark gemacht: Was sagst du zur Oscar-Rede von Patricia Arquette, die gleiche Löhne für Frauen forderte?

Sissy: Ich war so beeindruckt von ihrer Rede, sie war wirklich wundervoll. Patricia ist eine bodenständige, gefasste Frau, das habe ich immer schon an ihr geliebt. Sie hat ihren Sieg dazu genutzt, um auf Gleichberechtigung aufmerksam zu machen, was sehr mutig war. Wissen Sie was? Veränderung kann mit einer einzigen Person anfangen. Wenn ich zurückdenke, wie hart wir in den 70er Jahren für die Gleichberechtigung gekämpft haben, habe ich heute ein bisschen das Gefühl, dass wir uns wieder zurückentwickeln – Frauen müssen wieder kämpfen und dürfen sich nicht zu sexy Kätzchen degradieren lassen. Und wir brauchen unsere Freundinnen, die uns ermutigen. Frauenfreundschaften sind etwas Tolles. Aber sie brauchen viel Zeit, um sich zu entwickeln – mindestens 7 Jahre, würde ich sagen!

„Bloodline“ läuft seit 20. März exklusiv auf der Streaming-Plattform Netflix. Weitere Infos zu den verschiedenen Streaming-Anbietern und nützliche Tipps rund ums Streamen, gibt es hier!

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