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Britin braucht regelmäßig Männerblut, um nicht zu erblinden

Jo Daniels leidet am Sjögren-Syndrom und kann ihr Augenlicht nur mit einem täglichen Serum erhalten, das aus dem Blut von Männern hergestellt wird.

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© Photo by Alexandru Zdrobau on Unsplash

Wenn es ums Blutspenden geht, tut sich in England eine Lücke zwischen den Geschlechtern auf. Denn laut BBC kamen 2019 auf 100 weibliche Kandidatinnen nur 70 männliche. Warum das schlimm ist? Weil das Blut von Männern und Frauen unterschiedlich aufgebaut ist und in manchen Fällen nur eins von beiden verwendet werden kann.

So ruft auch Jo Daniels die Männer ihres Landes auf, häufiger Blut spenden zu gehen. Denn sie braucht ausschließlich Männerblut, um nicht zu erblinden. Daniels leidet an dem Sjögren-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Sie greift die Immunzellen der Tränen- und/oder Speicheldrüsen an.

"Männer, bitte spendet Blut!"

Daniels litt längere Zeit an trockenen und juckenden Augen. Und plötzlich konnte sie nichts mehr sehen. "Im Laufe von vier Wochen ging ich vom normalen Sehen zur völligen Dunkelheit über.", so die Britin. Es wurden diverse Heilungsmethoden getestet, bis die ÄrztInnen das passende Serum fanden. Es wird aus dem Plasma aus Männerblut hergestellt. "Ich kann jetzt nur sehen, weil Männer Blut spenden, das verwendet wird, um Serum zu extrahieren, das Leute wie ich stündlich in ihre Augen tropfen.", erklärt Daniels.

Das britische Gesundheitsamt hat sich nun vorgenommen, das Blutspenden der männlichen Bevölkerung schmackhafter zu machen. Das Ziel: 26 Prozent mehr Spenden von Männern im Jahr 2020.

Wie sieht die Situation in Österreich aus?

In Österreich sieht die Situation zum Glück anders aus. Dies suggeriert eine Umfrage der WU Wien aus dem Jahr 2018. Demnach haben 67 Prozent der Männer schon einmal Blut gespendet. Bei den Frauen waren es nur 51 Prozent. Trotzdem können auch die Menschen in Österreich sich den Aufruf von Daniels zu Herzen nehmen. Denn: Jeden Tag werden rund 1.000 Blutkonserven in Österreichs Krankenhäusern benötigt. Dem gegenüber stehen rund 3,7 Prozent der spendefähigen Bevölkerung ab 18 Jahren, die auch tatsächlich zur Blutspende gehen.

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