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Ein Plädoyer für unbeschwertes Essen in den Feiertagen

Das ganze Jahr über versuchen wir, uns zu verändern. Damit ist Schluss: Unser Körper gehört uns und wenn da ein zweites Stück Braten rein soll, ist das ok.

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xmas essen
© istockphoto.com

2017 war das Jahr des gelebten Body-Positivity. Wir haben oft über Frauen - und Männer! - berichtet, die ihren Körper in den sozialen Medien ganz frei zur Schau gestellt haben, egal, ob er den Schönheitsidealen entsprechend perfekt oder fehlerhaft war. Wir haben übergewichtige Mädels mit unglaublich schönen Kurven, Gesichter mit Akne-Narben und Models mit Beinprothese gesehen.

Wir haben ihnen zugenickt, gesagt: "Eure positive Message möchten wir weitergeben". Und viele haben mit uns gemeinsam die mutigen Menschen angefeuert, die sich den Internet-Trolls ausgesetzt haben. Doch bei der ganzen positiven Einstellung, bei dem ganzen Zuspruch haben wir eins sicher wieder vergessen: Uns selbst.

Body Positivity umfasst auch unseren eigenen Körper!

Ich spreche da aus Erfahrung! Ich mag manchmal meine FreundInnen und Bekannte mit übertriebener Body-Positivity nerven, aber bei mir selber bin ich wahrlich nicht sehr tolerant. Immer wieder erwische ich mich, wie ich zu KollegInnen oder anderen weiblichen Geschöpfen sage: "Nur eins noch, dann muss ich das verstecken!" Dieser Satz bezieht sich auf einen Snack oder was Süßes. Und er ist gelogen, denn schon zwei Sekunden später werde ich sicher nochmal zur Tüte greifen. Ohne schlechtes Gewissen.

Das schlechte Gewissen kommt später, wenn ich in den Spiegel schaue und mir denke: "Du musst x Kilos abnehmen, du musst mehr Sport machen, du muss gesünder essen. Alle schaffen es, nur du nicht." Und das bin ich, die predigt und 100 prozentig daran glaubt, dass schön alle Körper sind, egal welche Form sie haben.

Weihnachten essen
unsplash.com/Toa Heftiva

Auch mein weibliches Umfeld verhält sich so. Wenn es um Snacks geht, ist die Sitte eindeutig: Kicherndes Runtermachen des eigenen Appetits und des eigenen Gustos. "Hihi, danke für die Schoko. Eigentlich darf ich das ja nicht, aber hey, ich habe heute so nen Stress." Solche Sätze fallen häufig! Das ist ungesundes Verhalten, denn es sind meistens nur leere Floskeln, die aber schlechtes Gewissen in einem selbst erzeugen sollen.

Ja, Obst und Gemüse zu essen ist gesund und toll. Ja, sportliche Aktivität hilft einem langen, fitten Leben auf die Sprünge. Doch trotzdem sollte man sich nicht konstant fertigmachen, nur weil man nicht von einer Sekunde auf die andere der Clean-Eating-Bewegung angehört oder den Handstand in Yoga beherrscht.

Wir sind so kritisch, wenn es um uns selbst geht. Und das ist nicht einmal eine schlechte Angewohnheit, aber dieser extreme Druck, den wir uns selbst auferlegen, führt meistens leider zu keinem befriedigenden Ergebnis. Langsames und geduldiges Verhalten kann ein Leben verändern. Aber auch nur, wenn man das wirklich will!

Ein gesundes Leben ist toll, wenn es denn wirklich DEIN Leben ist.

Frag dich also, was du wirklich willst und versuche das langsam und genügsam umzusetzen. Sei ehrlich zu dir selbst: Ich hasse Sport, ergo werde ich es nicht so oft machen, wie es vielleicht am besten für mich wäre - aber das ist okay so! Und denk dran: Du muss nichts verändern, wenn du nicht willst. Niemand kann dich zwingen, niemand kann über deinen Körper bestimmen.

Und gönn dir beim Weihnachtsfest oder bei der Silvesterfete die zweite Portion Kuchen, Braten oder was auch immer. Du hast ein recht darauf, deinen Gusto zu befriedigen! Und wenn du ein schlechtes Gewissen bekommst, dann geh raus an die frische Luft, mache einen netten Spaziergang und lass das schlechte Gewissen einfach in der Ecke stehen.

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