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Bundeslandwechsel bei Frauenhäusern soll möglich werden

Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) kündigt an, sich 2019 verstärkt den Themen Gewaltschutz und Einkommensgerechtigkeit zu widmen.

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Bundeslandwechsel bei Frauenhäusern soll möglich werden
© ERNST KAINERSTORFER

Dass der Gewaltschutz oberste Priorität habe, betont Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) schon seit längerem, auf konkrete politische Maßnahmen in dem Bereich hat man allerdings bisher gewartet. Nun lässt sie im Interview mit der Austria Presseagentur APA aber aufhorchen: Der Bundeslandwechsel bei Frauenhäusern soll möglich werden. Damit würde eine langjährige Forderung der Frauenhäuser erfüllt, denn bisher war das nicht bzw. nur sehr schwierig möglich. Eben, weil die Frauenhäuser grundsätzlich Ländersache sind, die Beratungsstunden werden vom Bund bezahlt.

Plätze und Bedarf erheben

Bevor der Bundesland-Wechsel aber Realität wird, will Bogner-Strauß in einem ersten Schritt erheben, wie viele Plätze und in Frauenhäusern und Übergangswohnungen benötigt werden. In Wien und Tirol etwa entstehen gerade Frauenhäuser, Bogner-Strauß sieht Österreich diesbezüglich gut aufgestellt. Allerdings: Bei den Übergangswohnungen, also Wohnungen, die für die Betroffenen zur Verfügung stehen, um wieder Fuß zu fassen, würden noch Plätze benötigt, so die Ministerin im Gespräch zum Thema Gewalt gegen Frauen mit der APA.

Laut dem Verein Autonome Frauenhäuser Österreich (AÖF) gibt es es bundesweit 30 Frauenhauseinrichtungen und 766 Plätze für Frauen und Kinder. Laut Geschäftsführerin Maria Rösslhumer bräuchte es aber 100 zusätzliche Plätzen. Bundesländerübergreifende Aufnahmen seien derzeit schwierig und würden nur mit mühsamen Verhandlungen möglich sein, erklärte auch sie gegenüber der APA. "Das müsste unbedingt verändert werden", so Rösslhumer.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Ein anderes Thema, das Bogner-Strauß 2019 angehen will, ist die Einkommensgerechtigkeit. Derzeit gebe es vier bundesweite Einkommensberichte, die Lohnunterschiede von 20 bis 40 Prozent aufweisen würden: "Wir wollen einen bundesweiten Einkommensbericht erstellen, damit man besser reinschauen kann, was ist strukturell bedingt und was ist wirklich dem geschuldet, dass für gleichwertige Arbeit vielleicht weniger bezahlt wird", so die Ministerin. Die verpflichtenden Einkommensberichte für Unternehmen (ab 150 Mitarbeitern) wiederum decken laut ihren Angaben bereits die Hälfte aller Arbeitnehmer ab. Hier kann sie sich etwa eine Mitteilung der Firmen an ihre Mitarbeiter vorstellen, wenn der Bericht erstellt wurde, denn derzeit wüssten viele gar nicht, dass es die Berichte gibt.

Was eine Ökonomin zum Thema Einkommensgerechtigkeit und eine Unternehmensberaterin zum Thema Einkommensberichte sagen, haben wir übrigens schon im Rahmen des Frauenvolksbegehrens gefragt - hier könnt ihr die spannende Expertise nachlesen!

Akündigungen nach scharfer Kritik an Frauenministerin

Diese Ankündigungen kommen nach einem schwierigen ersten Jahr für die Frauenministerin: Im Sommer stand sie stark in der Kritik, nachdem sie die Förderungen zahlreicher Vereine und Initiativen massiv gekürzt hatte. Das sei ihrer Sympathie nicht zuträglich gewesen, stellt sie rückwirkend in dem Interview mit der APA fest. Für 2019 verspricht sie nun mehr Geld für den Gewaltschutz, das nicht zuletzt durch die Streichung dieser Förderungen frei geworden wäre. Aber auch die Auflösung von Rücklagen brächte ein bisschen mehr Spielraum. Auf die jüngste Kritik der Katholischen Frauenbewegung an der Sozialpolitik der Regierung angesprochen sagt sie im APA-Interview, dass sich Österreich sich beim Thema Migration stark engagiert habe jetzt gehe es um die Integration. Weiters stellte sie fest: "Es wird immer Kritik geben, es sind nie alle zufrieden. Der Kurs ist aber gut."