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Boyfriend- oder Skinny Jeans?

Die Skinny Jeans oder doch lieber eine Hose im Boyfriend-Style? Alles über das Kult-Objekt Jeans, seine Geschichte und den richtigen Look.


Boyfriend- oder Skinny Jeans?

Skinny Jeans gibt es nicht nur für Frauen

© © Eugenio Marongiu - Fotolia.com

Die Jeans ist das Kultobjekt der letzten Jahrzehnte schlechthin. Sie gilt als schick, vielseitig und ist robust gegenüber vielen äußeren Einflüssen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wandelt sich die Modewelt für Männer und Frauen regelmäßig, in dem sich gängige Standards und Vorschriften ändern und die Grenzen immer mehr fließend sind. War Marlene Dietrich in den 20er Jahren noch eine Vorreiterin und Pionierin für das Tragen von Männern zugeschriebener Kleidung, wie Hosen oder Anzüge, so ist heutzutage die Hose als modischer Aspekt für Frauen und Männer nicht mehr wegzudenken. Die Jeans hat ihren Beitrag dazu geleistet, denn in den 50er Jahren kamen die erstem Modelle für Frauen auf den Markt, die eine Bandbreite an Schnitten und alternativen Passformen nach sich zogen. Doch heutzutage gilt Mode nicht nur als Bekleidung, sondern auch als individuelle Ausdrucksmöglichkeit und das Herausstellen der eigenen Identität. Gerade deshalb ist es interessant, sich die unterschiedlichen Schnitte und Modestile im Hinblick auf die Geschlechterrollen anzusehen und die Veränderung für Männer und Frauen heutzutage zu betrachten.

Skinny Jeans - Weiblichkeit oder Rebellentum?

Die enganliegende Hose ist zuerst bei den Rock- und Filmstars der 50er und 60er Jahre aufgetreten, wie den Stones, Ramones, Marlon Brando oder James Dean. Da Rockmusik als revolutionär galt und Marlon Brando und James Dean oft Außenseiter und rebellische Persönlichkeiten verkörperten, verbanden viele diese Einstellungen mit dem verwegenen Look der Männer. Die Skinny Jeans heute ist allerdings ein modischer Ableger der 50er Jahre Version, der sich vor allem in den 2000ern herausstellte. Supermodel Kate Moss machte den Trend weltbekannt, obwohl die enge Passform zunächst nicht bei jedem ideal saß. Mittlerweile sind jedoch auch Skinny Jeans in größeren Größen erhältlich, so dass viele Frauen ihren Stil um die enge Jeans kreieren können.

The Ramones prägten das Bild des Rockstars in den 70ern

Die Skinny Jeans gilt heutzutage fast schon als normal und vor allem Jugendliche und junge Erwachsene tragen die Hose zu sämtlichen Kombinationen. Vor der Erfindung der Hose trugen Männer als Beinkleid eine Strumpfhose, doch in der modernen Zeit galten enge Hosen als weiblich. Mit dem Aufkommen der Metrosexualität, dank Stars wie David Beckham oder den Boygroups, probieren sich auch Männer in unterschiedlichen Stilrichtungen aus. Der aktuelle Nachfolger ist übrigens die Spornosexualität, eine Mischung aus Porno und Sport, in welcher Männer ihre Körper bis zur Perfektion fit machen und zur Schau stellen, was dieser Artikel erforscht.

Die Skinny Jeans ist salonfähig für alle Geschlechter geworden und einige sehen die enganliegenden Passformen bei Männern als Antwort auf die Boyfriend Jeans der Frauen. Frauen betonen ihre weiblichen Rundungen mit eng anliegender Kleidung, während Männer lange Zeit eher den lässigen Look verkörperten. Männer, die eng anliegende Kleidung für ihren Style nutzen, galten lange Zeit als mädchenhaft, doch besonders dieser androgyne Stil ist der Trendsetter der letzten Jahre. Stil-Ikonen wie David Bowie, Johnny Depp oder Jared Leto und Co. setzen auf „weiblich“ besetzte Elemente und Kleidungsstücke, unter ihnen natürlich die Skinny Jeans. Ein Beispiel ist darüber hinaus die Dutt-Frisur, die bei vielen männlichen Stars zu finden ist, was folgender Beitrag aufzeigt. Mittlerweile ist es Männern ebenso wichtig, modisch gekleidet aus dem Haus zu gehen und dies zeigt, dass sich die Geschlechterrollen auch innerhalb der Modewelt einander annähern.

Quelle: http://de.statista.com

Einige Modefachleute sehen das Ende der Skinny Jeans bereits vor sich, da diese sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen wird und eine einheitliche modische Linie oft nach Erneuerungen ruft. Andererseits bietet der Unisexcharakter bei Jeans eine große Vielfalt an Stylingmethoden, wie zum Beispiel XL-Oberteile und Sneaker oder Hemd und Schuhe aus Glatt- oder Wildleder. Für Frauen sind die Kombinationen ebenso zahlreich, mit oversized Oberteilen oder Blusen und Boyfriend-Blazern. Ob High Heels oder Turnschuhe – die Skinny Jeans passt zu jedem Stil und wird der Modewelt sicherlich noch eine lange Zeit erhalten bleiben.

Die Boyfriend Jeans – bequem und androgyn

Frauen sind seit Jahrzehnten Hauptabnehmer der Modeerzeugnisse und probieren die vielen unterschiedlichen Stile und Formen aus. Männliche Modestücke haben sie längst für sich entdeckt und besonders bei Hosen gibt es eine große Vielfalt, die nur auf Frauen zugeschnitten ist. Eine Abwechslung bietet da die Boyfriend Jeans, die als cooles und lockeres Gegenstück zur Skinny Jeans gilt. Dieser Vergleich zwischen den unterschiedlichen Passformen zeigt die Vielseitigkeit der weiblichen Hosenschnitte und erläutert, wem welcher Schnitt am besten passt. Die Boyfriend-Passform ist tatsächlich an einen Schnitt für Männer angelehnt, mit lockerem, weitem Sitz, der zum Saum hin enger wird. Der Look ist oft sexy ausgelegt und steht vielen Frauen mit unterschiedlichen Körpergrößen, denn mit High Heels oder Stoffsneaker kommt der entspannte Stil besonders gut zur Geltung. Der Schnitt verhüllt allerdings einige weibliche Rundungen, vor allem bei etwas schlankeren Frauen, so dass ein androgynes Bild entstehen kann.

Viele Stars nutzen die trendige Hose, da sie um Hüfte und Oberschenkel viel Raum lässt und besonders bei Shopping-Touren oder Reisen sehr bequem sitzt. Victoria Beckham, Heidi Klum oder Jennifer Lawrence wurden bereits mit Boyfriend Jeans gesichtet. Der lässige Hüftsitz der Hose und der etwas weitere Schnitt für die weiblichen Rundungen schafft eine Vielzahl an Stylingmöglichkeiten, die Stars und Jeansfreunde für sich immer wieder neu entdecken. Stilikone Victoria Beckham präsentiert die Hose sogar in ihrer eigenen Modekollektion und Management Today kürte sie jüngst zur erfolgreichsten britischen Unternehmerin 2014.

Mit der Boyfriend Jeans entsteht automatisch ein Partnerlook

Androgyne Frauen können die Boyfriend Hose nutzen, um den Oberkörper optisch zu verkleinern, vor allem in Kombination mit engem Oberteil und hohen Schuhen. Schlanke und große Frauen wählen die Boyfriend Jeans deshalb sehr gerne, um im Gegensatz zu anderen Frauen ein wenig weiblicher zu wirken. Wieder spielt die Hose mit den Geschlechterrollen und verändert den Look von Männern und Frauen. Die Überschreitung der Grenzen ist modisch mittlerweile kein Problem mehr, denn feste Regeln gibt es nicht. Die Boyfriend Jeans ist im Used Look oder in der neusten Variante zu finden, der Dad-Jean. Dieser Schnitt ist ein wenig weiter und gerader ausgeprägt, als bei bisherigen Boyfriend Hosen und mit mittelblauer Waschung ein Abbild der Väter aus den 90er Jahren.

Eine weiterer Trend ist die Culotte-Jeans, die mit wadenlangem Schnitt und einem geraden Bein an einen Hosenrock erinnert. Diese Hose entstand, da Frauen nicht mehr im Damensitz reiten wollten und die weiten Röcke wurden somit in zwei gerade Hosenbeine geteilt, wirkten dennoch weiblicher, als andere Hosenformen. Coco Chanel liebte androgyne Looks und war eine Verfechterin der Culotte-Hosen. Folgender Eintrag beschäftigt sich ausführlich mit dem Wirken und Leben der Modeikone.

Mode verändert die Geschlechterrollen

Skinny Jeans und Boyfriend Jeans sind nur zwei Beispiele für eine langsame, aber stetige Veränderung der Geschlechterrollen und vorgegebenen Stile für Männer und Frauen. Zwar gab es bereits in früheren Jahrzehnten Männer und Frauen, die den gängigen Modewelten widersprachen, doch diese galten oft als exzentrisch oder ungewöhnlich. Mittlerweile ist Mode und Identität ein Bereich, in dem die Grenzen fließend sein dürfen und in dem beide Geschlechter sich so kleiden und ausdrücken können, wie sie möchten. Die Modeindustrie greift diese Wünsche gerne auf, wie sie es mit der Boyfriend Jeans oder der Skinny Jeans getan hat und gibt Raum für weitere Veränderungen. Trotzdem sind einige Bereiche immer noch sehr stark maskulin oder feminin bezeichnet, wie Kleider, Rücke oder Anzüge und Business Outfits. Da jedoch auch innerhalb der Gesellschaft die Rollenmuster und die Stereotype langsam aufweichen, wird sich die Mode in den nächsten Jahren weiter verändern und weniger maskulin oder feminin geprägt sein, sondern für alle Körperformen und Stile neue Ideen hervorbringen.

Thema: Jeans

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