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Wird man trotz hohem UV-Schutz braun?

Wir stehen quasi in den Startlöchern für den Sommer – und das heißt auch: ab in die Sonne. Sonnenschutzmittel ist das A und O. Aber: Wird man trotz hohem UV-Schutz braun? Die Experten haben die Antwort parat!

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Frau, Sonne
© Alliance/iStock/Thinsktock
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"Ja, zwar weniger schnell, aber dafür schonender und gleichmäßiger als bei Sonnenschutzmitteln mit niedrigerem Lichtschutzfaktor. Obwohl Produkte mit hohem Schutzfaktor (LSF≥30) mehr als 97 % des UV-Lichts absorbieren, erreichen immer noch ca. 3 % des UV-Lichts bei LSF 30 und ca. 1,7 % bei LSF 60 die Haut und können die Produktion des braunen Pigments Melanin induzieren. Eine homogene Verteilung und ausreichende Menge des Sonnenschutzmittels ist aber immer notwendig, um die Haut nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch Langzeitschäden wie Hautalterung und Hautkrebs zu schützen." (Dr. Matthias Hauser, Associate Director Scientific Relations, Johnson & Johnson GmbH)

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"Hautbräunung ist ein hochkomplexer Schutzmechanismus. Bei der ersten Besonnung werden die vorhandenen (anfangs noch wenigen) Melaninpigmente an der Hautoberfläche durch UV-A-Licht sofort gebräunt (direkte Pigmentierung). Diese Bräune ist nur von kurzer Dauer. Das Licht besteht aus unterschiedlichen Wellen, UV-A und UV-B Licht. UV-B Wellen regen die Melanozy-ten (Oberhautzellen) an, damit diese in den unteren Hautschichten Melaninpigmente (Pigmente mit dem Hautfarbstoff Melanin) produzieren. Diese sind zunächst weiß und wandern in Verbindung mit Kupfer und Melanin an die Hautoberfläche. Dort oxidieren sie mit dem Sauerstoff des Blutes und nehmen die gewünschte braune Farbe an. Und dafür braucht die Haut 2-3 Tage, daher sollte man sich im Urlaub langsam an die Sonne gewöhnen. Nach den ersten 3 Tagen setzt dann die schöne, langanhaltende Tiefenbräunung der Haut ein (indirekte Pigmentierung). Bei regelmäßiger Sonnenexposition tritt eine leichte Verdickung der Hornhaut ein (schützende Lichtschwiele), so dass die Eigenschutzzeit der Haut erhöht wird. Hoher UV Schutz verlängert, je nach Hauttyp, den möglichen Aufenthalt in der Sonne pro Tag. Die Haut reagiert trotz Sonnenschutzes – die Bräunung, also der Schutzmechanismus der Haut, setzt mit Sonnenschutz aber viel hautschonender und damit gesünder ein. Die Haut vergisst nichts, daher sollte man bei der heutigen Stärke des UV Lichts unbedingt darauf achten, keinen Sonnenbrand zu bekommen." (Dr. Claudia Schrader, Regulatory Affairs Management für Naturkosmetik – Laverana GmbH & Co KG)

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"Ja, man wird braun. Das liegt vor allem daran, dass kein Lichtschutz, egal wie hoch er ausgewiesen wird, 100 % der UV-Strahlung herausfiltern kann. Eine Rest-UV-Bestrahlung bleibt also immer und reicht für ein schonendes, allerdings deutlich langsameres Bräunen aus. Langsames Bräunen ist für unsere Haut gesünder, da sie zum einen genügend Zeit hat, eine Verdickung der obersten Hautschicht (Lichtschwiele) aufzubauen. Zum anderen, wird mit der einsetzenden Pigmentbildung ein natürlicher UV-Schutz durch den UV-absorbierenden Farbstoff Melanin aufgebaut. Darüber hinaus ist langsames Bräunen gesünder für unsere Haut, da ein Teil der Schädigung durch UV-Strahlen aufgrund von ausgelöster Entzündung entsteht. Der Sonnenbrand ist die extremste und daher bekannteste Form dieser Entzündung, aber auch schon bei schwächerer Sonneneinstrahlung kommt es in der Haut zu einer sogenannten minimalen Entzündungsreaktion, die langfristige Schäden und vorzeitige Hautalterung befördert." (Dr. Patricia Ogilvie, wissenschaftliche und dermatologische Beraterin für Olaz)

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