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Britische Experten: "Mehr öffentliche WCs für Frauen". Was der Rückgang sanitärer Einrichtungen mit der weiblichen Gesundheit zu tun hat

Die Royal Society for Public Health (RSPH) fordert mehr öffentliche Toiletten für Frauen. Gleichzeitig warnen die ExpertInnen vor gesundheitlichen Folgen.

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Zeichen für öffentliche Toilette
© Photo by Franck V. on Unsplash

Öffentliche Sanitäranlagen: Meistens ein relativ grausliges Unterfangen. Und prinzipiell sind sie immer dann unauffindbar, wenn die prallgefüllte Blase ganz laut nach Erleichterung schreit und vorbeilaufende Passanten die hektische Streichelbewegung über den Bauch missverstehen und stattdessen die Frage aller Fragen stellen: "Mei, wann ist es denn so weit? Und wissen's schon, was es wird?". "Ja, bald ein Malheur, wenn ich nicht auf der Stelle ein öffentliches Klo finde" - was ich mir denke, aber natürlich nicht sage!

USA und Kanada als WC-Vorbilder

Großbritannien: Die Royal Society for Public Health, kurz RSPH, setzt sich dafür ein, dass Frauen deutlich mehr öffentliche WCs zur Verfügung gestellt bekommen sollen, so der Kurier. Und warum das alles? Laut Erkenntnissen der ForscherInnen sei die sinkende Zahl sanitärer Einrichtungen eine Bedrohung für Gesundheit, Mobilität und Gleichstellung. Vorbild-Wirkung für eine ausreichende Anzahl an öffentlichen WCs hätten hingegen Kanada und die USA, wo auf ein öffentliches WC für Herren gleich zwei für Frauen vorgesehen sind.

Die Notwendigkeit der Anpassung sei laut RSPH darauf zurückzuführen, dass Frauen für den Klogang nun mal mehr Zeit benötigen würden als Männer. Dies sei wiederum auf anatomische Unterschiede, die Menstruation als auch die Kleidung einer Frau zurückzuführen. Zudem seien außerdem Unisex-Anlagen ein absolutes Muss, um eine bessere Versorgung von Transgender-Personen zu gewährleisten.

Dem kann ich nur zustimmen! Männer müssen nur den Hosenschlitz öffnen und können loslegen. Wir Frauen müssen erst mal das komplette öffentlich zugängliche Klo mit Klopapier tapezieren, um auch ja nirgends anzukommen. Danach müssen die unterschiedlichen Gewandschichten so drapiert werden, dass nix daneben gehen oder den Boden berühren kann und zu guter Letzt legen manche von uns sogar noch akrobatische Höchstleistungen an den Tag, indem sie auf den Klobrillen herumturnen, um möglichst nicht eine einzige Hautschuppe in Berührung mit irgendeiner Fläche der Sanitäranlage zu bringen. Und das kostet Zeit! VIEL Zeit! Mit diesem Wissen macht die Studie aus Großbritannien also durchaus Sinn.

Mangelnde öffentliche WCs als Einschränkung im Alltag und Bedrohung für Gesundheit und Gleichstellung

Die Erhebung mit dem Namen "Taking the P***" kam zu folgenden Erkenntnissen:

  • Von gesamt 2.089 Begfragten gaben 74 Prozent an, dass es nicht ausreichend Toiletten in unmittelbarer Nähe geben würde. Dies sei laut den StudienleiterInnen darauf zurückzuführen, dass seit dem Jahr 2010 ungefähr 700 öffentliche Toiletten in Großbritannien geschlossen worden seien.
  • Alltagseinschränkung: Jede fünfte Person gab an, das eigene Zuhause weniger oft zu verlassen, da die Angst bestünde, keine öffentliche Toilette aufzufinden. Vor allem für Personen mit gesundheitlichen Problemen führe dies zu sozialer Ausgrenzung.
  • Weniger Flüssigkeitsaufnahme, um Klogang zu vermeiden: Gesundheitlich betrachtet hätte die Tatsache, dass zu wenige öffentliche WCs zur Verfügung stünden, des weiteren auch gesundheitliche Folgen. 56 Prozent der Befragten gaben an, aufgrund des Mangels an öffentlichen Toiletten bewusst auf das Trinken zu verzichten.

Shirley Cramer, SEO von RSPH, gegenüber CNN: "Unser Bericht hebt hervor, dass die schwindende Zahl der öffentlichen Toiletten in den letzten Jahren eine Bedrohung für Gesundheit, Mobilität und Gleichstellung darstellt, die wir nicht ignorieren dürfen. Wie so oft ist das eine Gesundheitsbelastung, die benachteiligte Gruppen überproportional belastet."

Einige der genannten Aspekte regen durchaus zum Nachdenken an. Allerdings ist es Dank der neuen Medien super easy, das nächste öffentliche Klo via Smartphone zu finden. Einfach die App runterladen und ab auf die Schüssel! Man muss sich eben nur zu helfen wissen im Leben!