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Brustkrebs: Unter dem roten Kleid!

Eine bildhübsche Frau in einem roten Kleid. Doch darunter verbirgt sich ein von Operations-Narben gezeichneter Körper. Beth leidet an Krebs – und zeigt die Spuren ihres Kampfes auf Facebook.

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Brustkrebs: Unter dem roten Kleid!

Tapfere Frau: Beth Whaanga

© Nadia Masot/www.underthereddress.com

Blonde Haare, ein zarter Teint, eine zierliche Figur, die sich unter dem roten Kleid verbirgt – nur wer ihre Geschichte kennt, sieht in den Augen von Beth Whaanga die Erschöpfung. Aber auch den Mut und den Willen, niemals aufzugeben.

Beth Whaanga leidet an Krebs. Mit 32 Jahren wird bei ihrer ersten Mammografie Brustkrebs diagnostiziert, dann geht es Schlag auf Schlag für die junge Frau aus Brisbane, Australien. Die Ärzte stellen fest, dass sie eine Mutation des BRCA-2-Gens trägt. Damit geht ein erhöhtes Risiko einher, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Die Erkrankung kann, muss aber nicht ausbrechen. Möglicherweise setzen sich die defekten Gene auch nicht durch...

Beth hat Angst. Große Angst. 32 Jahre, ein Damoklesschwert über ihrem Kopf. Sie ist vierfache Mutter, sie will ihre Kinder beim Großwerden begleiten.

Beth Whaanga entscheidet sich zu einem drastischen Schritt: Sie lässt sich beide Brüste amputieren (lest hier: Brustkrebs – wann ist eine Amputation nötig? ), die Gebärmutter, den Lymphknoten der linken Achselhöhle und die größten Muttermale entfernen.

Zurück bleiben Narben, breite, tiefe Narben, die Beth Whaangas Körper zeichnen. Doch die junge Mutter will ihren Körper nicht verstecken. Sie bittet Nadia Masot, eine befreundete Fotografin, um ein Shooting. Nackt. Schonungslos. "Diese Narben sind nun ein Teil meines Lebens. Sie sind nicht hässlich," erzählt Whaanga der Huffington Post. "Sie zeugen von dem Kampf, den ich gefochten und überlebt habe."

Die Fotos stellen die beiden Frauen auf die von ihnen gegründete Facebook-Seite Under The Red Dress , zusätzlich starten sie eine Website. Die Fotos kennzeichnen sie mit Informationen zu den Operationen. Sie wollen mit den Bildern sensibilisieren, aufrütteln und andere Frauen dazu bewegen, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen, sagen Whaanga und Masot.

Copyright: Nadia Masot,underthereddress.com
Copyright: Nadia Masot,underthereddress.com

Binnen kürzester Zeit hat die Facebook-Seite rund 47.500 Fans, Medien aus aller Welt berichten über die couragierte Mutter. Doch nicht alle Menschen reagieren auf den Anblick positiv. Die Aufnahmen seien pornographisch, finden manche User. Andere zeigen sich besorgt, dass Kinder die Fotos sehen könnten und finden es nicht geeignet, mit diesem heiklen Thema über Facebook an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Fotos seien natürlich aufrüttelnd, meint Whaanga. Aber sie würden auch Mut machen. Zu kämpfen. Die Gesundheit über die oberflächliche Schönheit zu stellen. Sich nicht dafür zu schämen, dass man krank war. Sondern stolz zu sein, dass man überlebt hat.

Copyright: Nadia Masot,underthereddress.com
Thema: Brustkrebs