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Brustkrebs-Vorsorge

Welche Faktoren für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich sind – und wie Sie Ihr persönliches Risiko durch Vorsorge senken können.


Brustkrebs-Vorsorge

Brustkrebs kann viele Ursachen haben, wie Forscher der Universität Harvard (USA) herausgefunden haben. Neben der familiären Vorbelastung, Geburtsgewicht, Körpergröße und dem Zeitpunkt der ersten Menstruationsblutung sind weitere Faktoren für die Entstehung des bösartigen Tumors mitverantwortlich, die man teils beeinflussen kann.

Zehn Risikofaktoren für Brustkrebs:

• Familiäre Vorbelastung. Gibt es in der Familie bereits mehrere Fälle von Brust- oder Eierstockkrebs, kann eine erbliche Vorbelastung bestehen.

• Größe. Personen über 1,74 Meter Körpergröße sind häufiger betroffen. Das könnte damit zusammenhängen, dass diese in der Jugend schneller gewachsen sind und außerdem mehr Körperzellen besitzen. Damit steigt die Chance, dass sich in einer davon Krebs entwickelt.

• Menstruation. Startet die Regel vor dem 15. Lebensjahr oder endet spät, steigt das Risiko, weil der Körper längere Zeit Östrogen produziert.

• Geburten. Nach dem 35. Lebensjahr erstmals schwanger zu werden, wirkt sich negativ aus.

• Kinder. Auch die Anzahl der Kinder ist von Bedeutung. Frauen mit zwei Kindern erkranken seltener als Frauen mit nur einem oder gar keinem Kind.

• Alkohol. Der tägliche Konsum von Alkohol ist schlecht für den Körper. Wer das Genussmittel meidet, hat einen konstanteren Hormonspiegel und deswegen ein geringeres Brustkrebsrisiko.

• Geburtsgewicht. Ein zu hohes Körpergewicht zum Zeitpunkt der Geburt (mehr als 3,8 Kilo) hat einen negativen Einfluss. Forscher rätseln noch, warum das so ist.

• Sport . Wer sich täglich eine halbe Stunde bewegt, senkt das Risiko, Brustkrebs zu bekommen, und ist seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen.

• Anti-Baby-Pille . Während der Pilleneinnahme treten mehr Brustkrebserkrankungen auf. Sobald diese abgesetzt wird, sinkt es wieder auf das ursprüngliche Niveau.

• Hormone. Das Zuführen von Hormonen während der Menopause erhöht das Risiko.

So senken Sie das Brustkrebs-Risiko

Wir haben Dr. Christian Singer, Brustkrebsexperte am Wiener AKH, gefragt, wie man sein Risiko senken kann.

• Bewegung . Aktive Menschen sind nicht nur fitter, sondern erkranken seltener an Krebs. Die Empfehlung von Dr. Singer: „Dreimal pro Woche eine Stunde schnelles Spazierengehen, sodass man sich ein bisschen anstrengt, wäre ideal.“ Studien zeigen aber auch, dass bereits an Brustkrebs erkrankte Frauen profitieren – sie haben eine um 80 Prozent geringere Rückfallsquote, wenn sie täglich eine Stunde Sport machen.

• Gesunde Ernährung . Eines vorweg: „Eine Brustkrebs-Diät gibt es nicht“, so Dr. Singer. Ein ausgewogener Speiseplan reicht vollauf aus. Einzig beim Grillen sei Vorsicht angebracht, so der Experte. Denn verkohltes Fleisch enthält Krebs auslösende Stoffe.

• Body Mass Index. Achten Sie auf das Gewicht! Ein Body Mass Index über 27 ist zu hoch, denn: „Im Fett werden Östrogene produziert, und diese stehen in Zusammenhang mit Brustkrebs.“

• Verhütung. Auch wenn die Pille die beliebteste Verhütungsmethode ist, sie hebt nachweislich das Risiko. Die gute Nachricht: Das gilt nur für die Dauer der Einnahme. Nach Absetzen der Pille ist alles wie zuvor.

• Babypause. Während die Einnahme von Hormonen während der Wechseljahre das Risiko hebt, senkt eine Schwangerschaft, trotz Hormonschub, dasselbe. Keine Kinder zu haben oder erst spät Kinder zu bekommen gelten als negative Einflussfaktoren.

• Rauchen. Entgegen vielen Annahmen dürften Zigaretten keine Auswirkung haben, so Dr. Singer: „Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Brustkrebs scheint laut Studien gering. Das ist jedoch kein Freibrief! Der blaue Dunst spielt bei Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine große Rolle.“

• Früherkennung. Lassen Sie sich auf jeden Fall regelmäßig abchecken! Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust und ein Besuch beim Frauenarzt pro Jahr sind Pflicht! Ab Mitte 30 auch an die Mammografie denken.