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Brustvergrößerung mit Botox - Geht das wirklich?

Der "Botox Boob Job" verspricht eine Körbchengröße mehr - ohne OP. In nur 30 Minuten soll durch eine Botox-Injektion das große Busenwunder passieren. Wir haben beim Experten nachgefragt, ob das wirklich funktioniert!

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Brustvergrößerung mit Botox

Wer wünscht sich nicht ein so pralles, schönes Dekolleté, wie das von Dita von Teese?

© Thinkstock Images 2012 Dave M. Benett

Brustvergrößerungen sind momentan so beliebt wie noch nie. Dafür will sich aber nicht jeder unter das Messer legen. Der Trend geht immer mehr zu minimal-invasiven Behandlungen ohne Skalpell. Doch wie soll das gehen? Eine Brustvergrößerung ohne OP? Der sogenannte "Botox Boob Job" von Dr. Nirdosh aus London soll einen großen, straffen Busen ermöglichen, indem das Nervengift Botox injiziert wird.

So soll es funktionieren:

Botox wird in die obere Brustmuskulatur gespritzt, wodurch sie leicht gelähmt wird. Dadurch müssen die Schultermuskeln mehr arbeiten und der gesamte Oberkörper richtet sich auf. Bereits nach 30 Minuten sollen die Brüste deutlich praller und größer aussehen.

Vor allem für Körbchengrößen zwischen A und C soll die Methode sehr geeignet sein, erzählt der Londoner Schönheitschirurg im Interview mit der Daily Mail. "Keine Ausfallzeit, keine Nebenwirkungen, keine Narben und praktisch keine Schmerzen" - das sind nur einige der Vorzüge von denen Dr. Nirdosh spricht.

Und was kostet das?

Der Preis schmerzt dann aber doch etwas: Ca. 1350,- Euro kostet so ein Brustlifting mit Botox. Und man darf nicht vergessen: Das Botox ist nach ungefähr 6 Monaten wieder vollständig vom Körper abgebaut, der Effekt ist also verflogen. Eine standardmäßige Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten kostet im Vergleich dazu einmalig zwischen 4500,- und 7000,- Euro. Aber eben mit dauerhaftem Ergebnis!

Was sagt der Experte?

Wir haben mit dem plastischen Chirurgen Dr. Med. Univ. Veith Moser aus Wien über den "Botox Boob Job" gesprochen. "Absoluter Blödsinn", meint er zur Brustvergrößerung mit Botox. "Botox kann für alles mögliche eingesetzt werden aber sicher nicht zur Brustvergrößerung." Wie uns der Experte erklärt, bräuchte man für diese Art von Lahmlegung der Muskulatur Unmengen an Botox. Und im Endeffekt hat man womöglich ein Problem die Schultern und Arme uneingeschränkt zu bewegen.

Welche Alternativen gibt es?

Dr. Moser weiß, dass sich immer mehr Menschen sanfte, minimal-invasive Behandlungen wünschen. Er empfiehlt daher als Alternative zu Silikonimplantaten eine Eigenfett-Unterspritzung. Einzige Voraussetzung für die Brustvergrößerung bzw. für den Brustaufbau mit Eigenfett ist ein "Zuviel an Fett" an anderer Stelle des Körpers.
Das Problem bei dieser Methode sei allerdings, dass nur etwa 80 % des verpflanzten Eigenfettes in der Brust vom Körper angenommen wird. Die restlichen 20 % der Fettzellen werden nicht eingeheilt und zu ölhaltigen Zysten, welche dann verkalken und in der Mammographie nur schwer von Brustkrebs zu unterscheiden sind.

"Ich denke, dass die Eigenfett-Unterspritzung sehr viel Zukunftspotenzial hat. Aber die derzeit wirkungsvollste und sicherste Methode für eine Brustvergrößerung bleibt vorerst das Silikonimplantat", ist das Fazit von Dr. Moser.

Veith Moser und Shirin Milani
Dr. Med. Univ. Veith Moser und Dr. med. univ. Shirin Milani arbeiten seit 8 Jahren zusammen.

Mehr Infos unter zu Moser Milani Plastische Chirurgie unter: www.milani.at