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Thriller ohne gequälte Frauen? Das ist der Gewinner des Staunch Book Prize 2018

Ein spannender Thriller, in dem keine Frau getötet oder missbraucht wird? Dafür gibt's einen Preis! Der Staunch Book Prize 2018 ging an einen Australier.

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© istockphoto.com/GeorgePeters

Nenne einen richtig spannenden Thriller-Roman, in dem keine Frau getötet, gequält oder missbraucht wird. Gar nicht so einfach! Denn das Krimi & Thriller-Genre lebt einfach mit und von den weiblichen Opfern, von den Serientätern, die Frauen auflauern und den psychopathischen Mördern, die im Keller ein Verlies haben. Und das soll kein direkter Vorwurf an die Autorinnen und Autoren des Genres sein, denn wie in fast jedem Bereich des Lebens gilt "Angebot und Nachfrage".

Trotzdem tut es nicht weh, manche Dinge zu überdenken. Und genau das macht der Staunch Book Prize. Diese Auszeichnung wurde ins Leben gerufen, um Bücher des Genres Krimi & Thriller zu ehren, in denen keine Frau gequält, vergewaltigt oder ermordet wird. Und mittlerweile wurde schon der erste Preis vergeben.

Thriller ohne Frauen-Leid? Gibt's auch!

Das prämierte Buch heißt "On the Java Ridge". Der Autor, Jock Serong, ist Australier und wurde schon 2015 für sein Erstlingswerk im Bereich Krimi ausgezeichnet. Seine Bücher sind in seiner Heimat angesiedelt und behandeln häufig aktuelle Probleme der australisch, neuseeländischen Gesellschaft. So geht es in "On the Java Ridge" um eine australische Surf-Gruppe, die in der Nähe einer indonesischen Insel anlegt. Dort wiederum liegt ein Schiff mit Flüchtlingen, das einen kaputten Motor hat. Und als ein Sturm aufkommt, haben beide Schiffe ein Problem...

"On the Java Ridge" - Spannung, ohne sadistische Serientäter

Die Jury hat "On the Java Ridge" für den Staunch Book Prize ausgewählt, weil der Roman nicht nur brandaktuell und extrem spannend, sondern auch sehr einfühlsam erzählt ist. Das Buch gibt's zwar zurzeit nur auf Englisch, doch andere Romane von Serong kann man auf Deutsch nachlesen.

Der Buchpreis ist übrigens nicht unumstritten. Tatsächlich haben sich bekannte AutorInnen des Genres - Val McDermid und Sophie Hannah - gegen Staunch Prize ausgesprochen. Sie warfen ihm vor, nicht den Kern der Sache zu treffen und allen einen Riegel vorzulegen. Doch die MacherInnen wehrten sich mit dem Argument, dass niemand gezwungen wird, solch "neuartige" Thriller zu schreiben. Vielmehr soll eine neue Perspektive auf das Genre eröffnet werden, in dem auch junge, noch unbekannte AutorInnen die Chance haben, den Preis zu gewinnen.

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