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Bullen und Bären: Wie Aktienkurse entstehen

Kaufen, halten oder doch lieber verkaufen? Wer in Aktien oder andere Wertpapiere investiert und die Entwicklung der Kurse beobachtet steht laufend vor dieser Frage, denn an den Börsen sind die Aktienpreise ständig in Bewegung. Doch wie werden die Preise ermittelt?


Bullen und Bären: Wie Aktienkurse entstehen
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Bei der Preisbestimmung von Aktien der an der Börse gelisteten Unternehmen gilt grundsätzlich das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Die zentrale Rolle nimmt dabei das Orderbuch des elektronischen Handelssystems – in Wien und in Frankfurt ist das etwa Xetra – ein, in dem alle Kauf- und Verkaufsangebote für die Wertpapiere vermerkt sind.

Jemand, der Interesse hat, Aktien zu erwerben kann Dafür einen Auftrag deponieren und dabei Volumen – also die Stückzahl der Aktien, die gekauft werden sollen – und ein entsprechendes Limit dafür festzulegen. Eine solche Order wird Limit-Order genannt.

Beispiel:

Der Kurs der Telekom Austria Aktie (ISIN AT0000720008) liegt etwa bei 7,54 Euro. Ein Kaufinteressent kann nun eine Order abgeben, etwa „100 Aktien der Telekom Austria AG zum Preis von 7,40 Euro“. Jemand, der Aktien verkaufen will, kann dafür ebenfalls einen Preis festlegen, etwa „200 Aktien der Telekom Austria zum Preis von 7,65 Euro“.

Beide Aufträge – die Kauforder und die Verkaufsorder – werden im Orderbuch festgehalten. Da die Preisvorstellungen in dem genannten Beispiel nicht zusammenpassen wird der Handel zunächst nicht durchgeführt. Bietet nun aber ein weiterer Kaufinteressent 7,65 Euro für die 200 Wertpapiere der Telekom Austria, so wird der Handel vollzogen, die Aktien wechseln den Besitzer und der Kurs der Aktie steigt auf 7,65 Euro.

Market Order und bester Preis

Bei einer Market Order wird hingegen für einen Kauf- oder Verkaufsauftrag kein Limit festgesetzt. Der Aktienkauf oder Verkauf wird so schnell als möglich zum bestmöglichen Preis durchgeführt. Eine Market Order wird dabei immer gegen die für den Auftraggeber günstigste Option im Orderbuch durchgeführt.

Im Endeffekt entsteht die Preisbildung an der Börse also immer durch Limit Orders und ist nicht explizit abhängig von der Leistung der Unternehmen. Die Börsen als Vermittler von Unternehmensanteilen – die Aktien im Grunde darstellen – vermitteln lediglich die Gebote, notieren und verrechnen, bilden den Preis und stellen den reibungslosen Handel sicher. Die Leistung eines Unternehmens ist für die Preisbildung nur insofern relevant, als dass eine hohe Reputation, eine besondere Innovationskraft oder eine Vorreitersolle in einer Branche das Interesse der Anleger schürt und somit die Nachfrage – und damit auch den Preis einer Aktie treibt. In die entgegengesetzte Richtung funktioniert das natürlich ebenso.

Bullen und Bären

Bullen und Bären stehen dabei symbolisch für Investoren, die mit ihren unterschiedlichen Erwartungen den Markt prägen.

Der Bulle ist der Optimist und rechnet mit steigenden Kursen. Von einem Bullenmarkt spricht man demnach auch, wenn die Kurse an den Börsen über einen längeren Zeitraum steigen, was grundsätzlich in Zeiten eines Wirtschaftsaufschwungs oder einer Hochkonjunktur der Fall ist.

Der Bär rechnet hingegen mit fallenden Kursen. Auch damit kann man an einer Börse Geld verdienen, und zwar etwa mit einer Verkaufsoption oder einem Leerverkauf , bei dem Verkäufer Aktien noch gar nicht besitzen, aber bereits zu einem bestimmten Termin zu einem festgesetzten Preis zum Verkauf anbieten. Von einem Bärenmarkt spricht man, wenn die Kurse an der Börse über einen längeren Zeitraum fallen.