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Bulletproof Coffee: Was taugt der Diät-Trick?

Frühmorgens ein Stück Butter in den Kaffee ist der neue Diät-Trick aus Hollywood. Aber was taugt der #BulletproofCoffee wirklich? Eine Diätologin klärt auf.


Bulletproof Coffee: Was taugt der Diät-Trick?

Eigentlich finden wir Butter im Kaffee nur eklig

© C Hornig/Hersteller

Der Name ist ein wenig verwirrend: #BulletproofCoffee, das bedeutet eigentlich kugel- oder schusssicherer Kaffee. Könnt ihr euch darunter etwas vorstellen? Aber das ist nur die Bezeichnung, unter der sich das Gesöff in sozialen Netzwerken zum Ernährungs-Hype stilisiert.

Der Wunderkaffee, bei dem einer normalen Tasse Kaffee ein Teelöffel Butter und Kokosöl zugefügt wird, soll beim Abnehmen helfen, ewig satt halten und natürlich gesund sein. Weltweit posten derzeit Menschen Fotos oder Videos von ihrem Kaffee-Experiment und tauschen sich über Zubereitung, Geschmack und Effekte aus:

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Ein von Healthskie (@healthskie) gepostetes Foto am

Mit Butter im Kaffee, so die Botschaft, ist einfach alles gut. Ursprünglich kommt das Rezept aus Tibet, dort wird ranzige Yak-Butter dem Tee beigefügt und soll die Sherpas bei ihren strapaziösen Himalaya-Besteigungen länger sättigen, ihre Konzentration stärken und sie mit ausreichend Energie versorgen.

Was taugt die Bulletproof-Diät?

Klingt also recht sinnhaft. Der Amerikaner Dave Asprey importierte die Idee, tauschte den schwarzen Tee gegen Kaffee, fügte ihm noch einen Teelöffel Kokosöl bei und entwickelte dazu auch gleich noch eine passende Diät-Idee. Diese beruht im wesentlichen auf der Paleo-, oder auch Steinzeit-Diät. Das Grundprinzip dabei lautet: Eiweiß statt Kohlenhydrate. Nüsse, Samen, Kräuter, unraffinierte Pflanzenöle wie Kokos- und Olivenöl, frisches Bio-Gemüse und Fleisch stehen auf der Liste der erwünschten Nahrungsmittel. Zucker, Getreide und Milchprodukte sind tabu.

Nur: Was ist wirklich dran, am Diät-Effekt von #BulletproofCoffee?

Nicht wahnsinnig viel, wie die österreichische Diätologin und Ernährungswissenschaftlerin Melanie Löffler erklärt: „Der Hauptbestandteil von Butter ist Fett, dieses liefert pro Gramm mehr als doppelt so viel Energie und daher Kilokalorien, verglichen mit Eiweiß oder Kohlenhydraten.“ So sind in 80 Gramm Butter bereits zirka 600 Kilokalorien enthalten, ohne überhaupt einen Bissen gegessen zu haben.

Dem frisch aufgebrühten Kaffee wird ein TL Butter beigemengt. Zucker und Milch sind tabu.

Eine Gewichtsreduktion sei allerdings lediglich durch ein Energiedefizit zu erzielen. Butter enthält außerdem viele ungünstige Fettsäuren und ist besonders cholesterinreich, wodurch Herz- Kreislauferkrankungen negativ beeinflusst werden können. „Aus diätologischer Sicht stellt Butter im Kaffee keinen Ersatz für eine ausgewogene Mahlzeit dar. Die Energieversorgung des menschlichen Gehirns ist stark von dem Einfachzucker Glucose, also von Kohlenhydraten abhängig, weshalb ein Konzentrationsschub durch Butter nicht zu begründen ist“, so die Meinung der Diätologin.

Themen: Diät, Ernährung