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Bundespräsident Heinz Fischer und Gattin Margit: „Ein bisschen Glück gehört dazu!“

In WOMAN sprechen der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margit über ihr Leben, Kindererziehung, wie sie Streit vermeiden und romantische Momente.


Bundespräsident Heinz Fischer und Gattin Margit: „Ein bisschen Glück gehört dazu!“
© Susanne Stemmer

Auf die Minute pünktlich erscheint Heinz Fischer zum WOMAN-Gespräch – und lässt uns ausnahmsweise in den zwei privaten Räumen der Hofburg Platz nehmen. Gattin Margit, zwei Minuten später, in einem legeren grau-blauen Woll-Ensemble, sehr chic. Die Stimmung: gar nicht staatstragend!

WOMAN: Herr Bundespräsident, wann ist die Zeit eigentlich reif für eine Bundespräsidentin?

Heinz: Die letzten acht Bundespräsidenten seit 1945 waren alle Männer. Bei den nächsten acht kann ich mir vorstellen, dass die eine Hälfte Frauen und die andere Hälfte Männer sind.

WOMAN: Und hätten Sie sich für dieses Mal eine würdigere Gegnerin gewünscht?

Heinz: In einer Demokratie kann man sich nicht aus-suchen, wer die Mitbewerber und Mitbewerberinnen sind. Das ist ein Faktum, mit dem ich lebe.

WOMAN: Sie geben zum ersten Mal ein ausführliches Interview zu zweit. Wie viel Zeit bleibt Ihnen eigentlich für Zweisamkeit?

Margit: Den Wahlkampf machen wir ja gemeinsam, da ist die ganze Zeit Zweisamkeit.

Heinz: Meine Frau nimmt an vielen Veranstaltungen teil, reist häufig mit in die Bundesländer. Da gibt es gute Gelegenheiten, in Ruhe miteinander zu reden.

WOMAN: Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, gibt’s da nicht auch den einen oder anderen Krach?

Heinz: Da brauchen Sie sich keine Sorgen machen.

Margit: Das war nie der Fall.

WOMAN: In einem Land, in dem mehr als jede zweite Ehe geschieden wird, ist man ja nach 41 Ehejahren fast wie ein Ausstellungsstück. Wie haben Sie das hingekriegt?

Heinz: Margit, du bist dran!

WOMAN: Nein, nein, Herr Bundespräsident (Gelächter) ...

Heinz: Ich versuche es in Worte zu fassen: Erstens haben wir uns viele Jahre gekannt und uns alles gut überlegt, bevor wir geheiratet haben. Wir haben gewusst, unsere Beziehung hat eine große Chance. Zweitens haben wir sehr viele gemeinsame Interessen – in der Politik, der Kunst, im Geschmack, in der Auffassung, was im Leben wichtig ist. Das passt gut zusammen. Vielleicht gehört aber auch eine Portion Glück dazu.

Margit: Ich würde sagen, Freiräume lassen und sich nicht vereinnahmen lassen und sich immer fragen, ob es sich auszahlt, einen Streit zu beginnen oder gar im Streit schlafen zu gehen.

WOMAN: Und wann haben Sie zuletzt im Streit das Licht abgedreht?

Margit: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Das ist so lange her. (Heinz Fischer nickt.)

Heinz: Über Kinder oder Berufliches haben wir nie gestritten. Auch nicht über Finanzielles. Die Margit ist die Finanzministerin.

Margit: Es waren eher Situationen, in denen man aus Müdigkeit oder Stress ein Wort sagt, das man eigentlich gar nicht sagen wollte.

Heinz: Und der andere schnappt ein.

Margit: Da kann ein „Du, es tut mir leid, das habe ich wirklich nicht so gemeint!“ sehr hilfreich sein.

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Interview: Katrin Kuba, Euke Frank