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Van der Bellen: "Als Frau hätte ich es noch schwerer gehabt"

Wir bitten alle Kandidaten vor der Bundespräsidentenwahl 2016 zum Wordrap. Nach Irmgard Griss und Rudolf Hundstorfer folgt nun Alexander Van der Bellen.

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Van der Bellen: "Als Frau hätte ich es noch schwerer gehabt"
© Philipp Horak

Wien, Alsergrund, Rooseveltplatz: Hier hat die Bundespartei der Grünen ihr Büro. Zwei Zimmer wurden für den "unabhängigen Kandidaten" freigeräumt – mit Blick auf den Park bei der Votivkirche. Alexander Van der Bellen: "Der kleine Besprechungstisch muss reichen, meistens sind wir ohnehin im ganzen Land unterwegs."

WENN ICH INS BÜRO KOMME, schaue ich, ob die "Financial Times" da ist.

DAS FINDET SICH IMMER AUF MEINEM SCHREIBTISCH: Ein Schreibblock.

DAS HAT HINGEGEN KEINEN PLATZ: Vieles, weil der Tisch so klein ist.

DAS HABE ICH GERADE NOCH SCHNELL AUF MEINEM HANDY GEMACHT In meinen E-Mails nachgeschaut.

SO ERKLÄRE ICH EINEM KIND MEINEN EVENTUELLEN ZUKUNFTSJOB: Ich versuche, das ganze Land zu repräsentieren. Dann fragt es: "Wirklich alle?" Und ich antworte: "Ja, auch dich."

WÄRE ICH EIN SUPERHELD, WÄRE DAS MEINE SUPERKRAFT: Zu jeder Minute zu wissen, was das Richtige ist.

KÖNNTE ICH SELBST MEIN GEHALT FESTSETZEN, WÜRDE ICH MIR ALS BUNDESPRÄSIDENT SO VIEL ZAHLEN: Es ist unmoralisch, sein Gehalt selbst festzusetzen. Der Bundeskanzler plus zehn Prozent, das ist okay.

DAS UNGESÜNDESTE AM JOB: In überfüllten & überhitzten Räumen schlagfertig Rede und Antwort zu stehen.

MEINE BESTE AUSREDE: "Ich hab keine Zeit."

DAS HAT MIR MEINE MUTTER MIT AUF DEN WEG GEGEBEN: Dass ich mich absolut vor nichts und niemandem schrecken soll und auch nicht brauche.

DAS WAR DER GRÖSSTE MIST, DEN ICH ALS JUGENDLICHER GEBAUT HABE: Ich habe mich als Klassensprecher nicht genug gewehrt gegen indiskutables Verhalten von Lehrern.

DIESER ALBTRAUM VERFOLGT MICH: Als kleines Kind habe ich von einem Gnom geträumt, der im Kaunertal auf unser Haus zugerast ist und sein widerliches Gesicht gegen die Fensterscheibe gepresst hat.

WÄRE ICH ALS FRAU IN DIE POLITIK GEGANGEN, hätte ich es noch schwerer gehabt als als Mann. Bei Frauen wird ja wirklich alles kommentiert, von der Frisur bis zu den Schuhen.

DAS WÜRDE ICH TUN, WENN ES NICHT VERBOTEN WÄRE: Manchmal schneller fahren, als erlaubt.

DAS FINDET SICH IMMER IN MEINEM KÜHLSCHRANK: Ein Bier.

MEINE PARTNERIN ALS FIRST LADY: Die Bezeichnung gibt es in der Bundesverfassung nicht.

ZUM ABSCHALTEN UND ENTSPANNEN lese ich einen Krimi, zur Zeit über die mexikanische Drogenmafia.

DA WÜRDE ICH MORGEN GERNE AUFWACHEN: In meinem Bett, ohne Schnupfen.

DIESEN EINZIGEN RAT GEBE ICH EINEM KIND MIT: "Lass dich nicht unterkriegen."

DAS MÖCHTE ICH AM ENDE DES LEBENS SAGEN KÖNNEN: "Es war reich und erfüllt."

WAS FÄLLT IHNEN ZU FOLGENDEN BEGRIFFEN EIN?

  • SHITSTORM: Schon erlebt.
  • HASHTAG: Schon gehört.
  • SELFIE Schon gemacht. In letzter Zeit weit über 100.
  • HIPSTER: Ist das eine neue Band? – Der Duden sagt, es sind hippe Menschen. – Aha.
  • EMOJI: Mein Musikverständnis hört bei Johann Sebastian Bach auf. – Das sind die bunten Symbole und Illus, die man über das Handy verschicken kann.
  • YOLO: Schon gewusst. – Die Abkürzung steht für "You only live once". – Genau.

In den nächsten Tagen stellen wir die anderen Kandidaten vor – auch zum Nachlesen in WOMAN 07/2016 und 08/2016.

Thema: Report