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Khol: "Aktentasche und Alkohol haben hier keinen Platz"

Heute im WOMAN-Wordrap zur Bundespräsidentenwahl 2016 nach Irmgard Griss, Rudolf Hundstorfer und Alexander Van der Bellen: Andreas Khol.

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Khol: "Aktentasche und Alkohol haben hier keinen Platz"
© Philipp Horak

Wien, Innere Stadt, Lichtenfelsgasse: Sein Büro hat der ÖVP-Kandidat behalten, sein Team ebenfalls. Nur die Zielgruppe hat sich für den Tiroler geändert.

WENN ICH INS BÜRO KOMME, begrüße ich freundlich meine Mitarbeiter.

DAS FINDET SICH IMMER AUF MEINEM SCHREIBTISCH: Ein Bouquet an Zeitungen und eine Tasse grüner Tee.

DAS HAT HINGEGEN KEINEN PLATZ: Meine Aktentasche und Alkohol.

DAS HABE ICH GERADE NOCH SCHNELL AUF MEINEM HANDY GEMACHT: In unserem Familienrat-Chat den Kindern gesagt, dass ich Unterschriftensieger bin. Jetzt habe ich die Gratulationen gelesen.

SO ERKLÄRE ICH EINEM KIND MEINEN EVENTUELLEN ZUKUNFTSJOB: Zu meinen Enkerln habe ich gesagt, dass ich vielleicht das höchste Staatsamt übertragen bekomme. Das bedeutet, ich bin der Trainer einer Fußballmannschaft, und die Mannschaft ist die Regierung.

WÄRE ICH EIN SUPERHELD, WÄRE DAS MEINE SUPERKRAFT: Ich würde fliegen, weil es der Inbegriff der Freiheit ist.

KÖNNTE ICH SELBST MEIN GEHALT FESTSETZEN, WÜRDE ICH MIR ALS BUNDESPRÄSIDENT SO VIEL ZAHLEN: Das passt, ich habe das damals selbst als Klubobmann so festgesetzt.

DAS UNGESÜNDESTE AM JOB: Das unregelmäßige Brötchenessen. Der Salat fehlt.

MEINE BESTE AUSREDE: "Das mach ich schon noch."

DAS HAT MIR MEINE MUTTER MIT AUF DEN WEG GEGEBEN: "Nimm dir nichts vor, dann schlägt dir nichts fehl." Sie selbst hat aber immer volles Programm gehabt.

DAS WAR DER GRÖSSTE MIST, DEN ICH ALS JUGENDLICHER GEBAUT HABE: In der Siebten habe ich einen Aufstand gegen einen siebente Unterrichtsstunde organisiert. Dafür bekam ich drei Stunden Arrest im Karzer.

DIESER ALBTRAUM VERFOLGT MICH: Keiner. Wenn ich träume, dann von meinen Eltern und meiner Jugend.

WÄRE ICH ALS FRAU IN DIE POLITIK GEGANGEN, hätte ich die gleiche Karriere gemacht.

DAS WÜRDE ICH TUN, WENN ES NICHT VERBOTEN WÄRE: Bei Rot über die Kreuzung gehen.

DAS FINDET SICH IMMER IN MEINEM KÜHLSCHRANK: Bergkäse, luftgetrockneter Speck, Kürbiskernöl, eine Schüssel gewaschener Endiviensalat, Grüner Veltliner und Mineralwasser.

MEINE PARTNERIN ALS FIRST LADY lehnt den Begriff ab. Sie geht mit mir in den Wahlkampf, wir werden als Paar gewählt.

ZUM ABSCHALTEN UND ENTSPANNEN lese ich. Zur Zeit "Purity" von Jonathan Franzen auf Englisch.

DA WÜRDE ICH MORGEN GERNE AUFWACHEN: Am Stubaier Gletscher.

DIESEN EINZIGEN RAT GEBE ICH EINEM KIND MIT: "Pflege deine Gefühle."

DAS MÖCHTE ICH AM ENDE DES LEBENS SAGEN KÖNNEN "Mir wurde von Gott ein wunderbares Leben geschenkt."

WAS FÄLLT IHNEN ZU FOLGENDEN BEGRIFFEN EIN?

  • TINDER: Weiß ich nicht. – Die Pressesprecherin hilft: Es ist eine Dating-App. – Gott sei Dank, dass sie das weiß.

  • SHITSTORM: Ein Phänomen der Datenzeit.
  • HASHTAG: Wichtig, da klicke ich immer drauf, damit ich meine Mobilnachrichten abhören kann.
  • SELFIE Hätte ich zuletzt für jedes zehn Euro bekommen, wäre mein Wahlkampf ausfinanziert.
  • HIPSTER: Sind das Hüfthosen? – Der Duden sagt, es sind hippe Menschen.
  • EMOJI: Großartig, das mach ich ständig. Ich verwende alle.
  • YOLO: Yoghurt-Locker? – Die Abkürzung steht für "You only live once". – Ich kenne ILY, I love you, das verwenden ich und meine Frau regelmäßig.

Nächsten Woche stellen wir die anderen Kandidaten vor – auch zum Nachlesen in WOMAN 07/2016 und 08/2016.

Thema: Report