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Burnout und seine Symptome

Ein besorgniserrengender Trend verbreitet sich in Österreich immer weiter: Das Burn-Out-Syndrom. Ein Gefühl der totalen Erschöpfung und inneren Leere...

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Burnout und seine Symptome

Erschöpft, müde und überfordert. Bei Burnout beherrschen diese Gefühle auch die Freizeit.

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Beim Burn-Out-Syndrom handelt es sich um einen Zustand, der sich auf Körper, Emotionen und Geist umschlägt. Jeder von uns ist ab und zu erschöpft, müde, frustriert oder überfordert in der Arbeit. Treten diese Symptome jedoch aus verschiedenen Bereichen (auch Freizeit) über längere Zeit auf, spricht man von einem Burnout!

Hier findest du ein Interview mit Autorin Petra M. Klikovits. Sie erklärt wie man Burnout vorbeugt, erkennt und was man dagegen tun kann/muss: Wie erkenne ich ein Burnout?

Die Symptome eines Burnout nach Burisch

Burisch M. erklärt die einzelnen Stufen des Burn-Out-Syndroms in seinem Buch "Das Bournout-Syndrom". Die Reihenfolge ist aber nicht zwingend und es muss auch nicht jedes Merkmal zutreffen. Hier findest du eine umfangreichere Arbeit des schweizer Instituts für Arbeitsmedizin zum Thema Burnout: Symptome Burnout.

Warnsymptome in der Anfangsphase

1

-Überhöhter Energieeinsatz: Hyperaktivität, Gefühl der Unentbehrlichkeit, Gefühl, nie Zeit zu haben, Verleugnung eigener Bedürfnisse, Verdrängung von Misserfolgen und Enttäuschungen
-Erschöpfung: nicht Abschalten können, Energiemangel, Unausgeschlafenheit, erhöhte Unfallgefahr

Reduziertes Engagement

2

-für Patienten: Verlust positiver Gefühle gegenüber Klienten, grössere Distanz und Meidung des Kontakts mit Patienten, Aufmerksamkeitsstörungen in der Interaktion, Schuldzuweisung für Probleme an Klienten, Dehumanisierung
-für andere allgemein: Unfähigkeit zu geben, Kälte, Verlust von Empathie, Verständnislosigkeit, Schwierigkeit anderen zuzuhören, Zynismus
-für die Arbeit: Verlust von Idealismus, Desillusionierung, negative Einstellung zur Arbeit, Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen, Widerwillen und Überdruss, verspäteter Arbeitsbeginn, vorverlegter Arbeitsschluss, Fehlzeiten, Fluchtphantasien
-Erhöhte Ansprüche: Konzentration auf die eigenen Ansprüche, Gefühl, mangelnder Anerkennung, Gefühl ausgebeutet zu werden, Eifersucht, Familienprobleme

Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisung

3

-Depression: Schuldgefühle, reduzierte Selbstachtung, Gedankenverlorenheit, Selbstmitleid, Humorlosigkeit, unbestimmte Angst und Nervosität, abrupte Stimmungsschwankungen, verringerte emotionale Belastbarkeit, Bitterkeit, Neigung zum Weinen, Abstumpfung, Gefühl der Leere, Schwächegefühl, Ruhelosigkeit, Apathie
-Aggression: Schuldzuweisung an andere oder das System, Vorwürfe an andere, Verleugnung der Eigenbeteiligung, Ungeduld, Launenhaftigkeit, Intoleranz, Kompromissunfähigkeit, Nörgelei, Negativismus, Reizbarkeit, Ärger, Misstrauen, häufige Konflikte mit anderen

Abbau der Leistung

4

-der kognitiven Leistungsfähigkeit: Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Unfähigkeit zu komplexen Aufgaben, Ungenauigkeit, Desorganisation, Entscheidungsunfähigkeit, Unfähigkeit zu klaren Anweisungen
-der Motivation: verringerte Initiative und Produktivität, Dienst nach Vorschrift
-der Kreativität: verringerte Phantasie und Flexibilität
-Entdifferenzierung: rigides Schwarzweissdenken, Widerstand gegen Veränderungen aller Art

Verflachung des Lebens

5

-des emotionalen Lebens: Verflachung gefühlsmässiger Reaktionen, Gleichgültigkeit
-des sozialen Lebens: weniger persönliche Anteilnahme an anderen, Meidung informeller Kontakte, Meidung von Gesprächen über die eigene Arbeit, Eigenbröteleien, mit sich selber beschäftigt sein, Einsamkeit
-des geistigen Lebens: Aufgeben von Hobbys, Desinteresse, Langeweile

Psychosomatische Reaktionen

6

Schwächung der Immunreaktion, Schlafstörungen, Albträume, sexuelle Probleme, gerötetes Gesicht, Herzklopfen, Atembeschwerden, Engegefühl in der Brust, erhöhter Blutdruck, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, nervöse Tics, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Mangen-Darm-Geschwüre, veränderte Essgewohnheiten, mehr Alkohol, Kaffee, Tabak, andere Drogen

Verzweiflung

7

Negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit, Selbstmordabsichten, existentielle Verzweiflung

Wenn du unter den folgenden Symptomen leidest, solltest du unbedingt so schnell wie möglich ärztliche Hilfe aufsuchen und dich deiner Familie oder Freunden anvertrauen!