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Das Burnout-Syndrom wurde von der WHO offiziell anerkannt

Stress, zu viel Arbeit, wenig Freizeit: Das sind die Hauptgründe, warum immer mehr Menschen in ein Burnout rasseln. Bis jetzt war das Syndrom ohne eine offizielle Klassifizierung ausgekommen, doch nun wurde eine WHO-Definition veröffentlicht.

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Erschöpfung, Müdigkeit, Depression: So äußert sich ein Burnout-Syndrom.

© Photo by Stacey Gabrielle Koenitz Rozells on Unsplash

Das Burnout-Syndrom wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als "Faktor für Gesundheitsschäden" klassifiziert und wird demnach auch 2022 in das ICD-11 aufgenommen. Dabei handelt es sich um einen Katalog für weltweit anerkannte Krankheiten. ÄrztInnen verwenden den Katalog, um schneller und leichter Diagnosen stellen zu können.

Was ist das Burnout-Syndrom?

Allgemein kann man das Burnout-Syndrom als Erschöpfungssyndrom beschrieben werden, dass durch einen starken Druck im Arbeitsleben ausgelöst wird. Betroffene klagen nicht nur über körperliche, sondern auch seelische Leiden. Sie fühlen sich ausgelaugt, erschöpft, müde und überfordert. Eine Zeit lang galt Burnout als eine Art "Modekrankheit", die nur Personen in offensichtlich stressigen Jobs betraf. Doch laut Schätzungen leiden in Österreich mehr als 500.000 Menschen am Burnout-Syndrom, was nicht gerade für eine "Nischen-Krankheit" spricht.

Die WHO hat das Burnout zwar nicht als eigenständige Krankheit anerkannt, doch zumindest als "Faktor für Gesundheitsschäden". Es ist ein Syndrom, das "von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird", herrührt. An folgenden drei Faktoren wird im ICD-11 Burnout fest gemacht:

  • Seelische und körperliche Erschöpfung
  • Negative, zynische Gefühle gegenüber dem Job & eine mentale Abspaltung von der Arbeit
  • Reduziertes berufliches Leistungsvermögen

Warum ist eine offizielle Definition so wichtig?

Die Klassifikation ist deshalb wichtig, weil sie eine leichtere und schnellere Versorgung der Betroffenen ermöglichen kann. Außerdem kann sie darüber entscheiden, ob Therapien von den Krankenkassen übernommen werden oder nicht.

Welche Neuerungen wurden im ICD-11 noch vorgenommen?

Transsexualität wurde als psychische Krankheit gestrichen und stattdessen in die Kategorie "sexueller Gesundheitszustand" eingeordnet. Aufgenommen wurden zwei Süchte: Die Computerspiel-Sucht und die Sucht nach Sex und Pornographie.

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